Allgemeine Berichte | 10.03.2014

sCHÜTZENBezirksverband Rhein-Ahr

St. Matthias Brohl von 1867 zählt zu Gründungsmitgliedern

Erinnerungsplakette aus dem Jahr 1901. privat

Brohl. Bereits im Jahre 1926 sah man die Zeit gekommen, einen Dachverband für das Schützentum auf der Grundlage einer christlichen Weltanschauung zu gründen. Die Vordenker waren der geistliche Rat Dr. Peter Louis, der Abt von Maria Laach, Dr. Ildefons Herwegen und Franz Fürst zu Salm-Reifferscheid. Nach einer langen Findungszeit schloss man sich am 1. Juli 1928 zur „Erzbruderschaft des heiligen Sebastianus“ mit Sitz in Leverkusen-Bürrig zusammen. Der geistliche Vordenker Dr. Peter Louis übernahm das Amt des General-Präses und Franz Fürst zu Salm-Reifferscheid fungierte als Hochmeister der vorerst über die Rheinprovinz und Westfalen verstreuten einzelnen Bruderschaften und Gilden. Nach und nach formierte man sich auf Diözesen-Ebene und danach auf Bezirks-Ebene. So war es nicht mehr als zwangsläufig, dass sich die einzelnen Bruderschaften der Rhein-Ahr Region am 13. Dezember 1931 im Hotel „Zum Anker“ in Remagen die Bildung eines Bezirksverbandes auf Basis der hehren Ziele Glaube-Sitte-Heimat verschrieben. Damals wie auch noch nach der Wiederzulassung nach dem 2. Weltkrieg war die St. Matthias-Schützenbruderschaft ein sehr engagiertes Mitglied der Vereinigung. Es hieß jedoch Überzeugungsarbeit zu leisten, um bei den Besatzungsmächten nicht den Eindruck eines paramilitärischen Zusammenschlusses zu erwecken.

Erste Schützenfeste mittels Pfeil und Bogen

So mussten die ersten Schützenfeste mittels Pfeil und Bogen oder gar per Armbrust erfolgen. Da bei der Wiedergründung die kirchenrechtliche Anerkennung versagt blieb, nannte man sich von nun an „Zentralverband der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften“, heute kurz BHDS mit Sitz in Leverkusen. Blättert man jedoch in den Annalen der St. Matthias-Schützengesellschaft, wie sie sich bis zum Wiederaufleben am Tage der 81. Jahreshauptversammlung am 25. Februar 1948 nannte, heißt es in dem Protokoll der Generalversammlung vom 24. Februar 1901: „Mit Stimmenmehrheit wurde beschlossen, für das Rheinische Bundes-Schießen in Neuwied einen Ehren-Preis zu schenken und können bis 25 Mark ausgelegt werden.“ Es ist somit Beweis, dass man vor Gründung der Erzbruderschaft im Jahre 1928 mit Wahrscheinlichkeit dem 1872 gegründeten Rheinischen Schützenbund angehörte. Anlässlich der Ausrichtung des 19. Rheinischen Bundesschießens durch die Neuwieder Schützengesellschaft von 1833 fand der Schützenbund in Wilhelm V. Fürst zu Wied ihren ersten Protektor, wozu sich das Fürstenhaus heute noch bekennt. Dass man dem Versammlungsbeschluss nachgekommen ist, ist dem Vorhandensein einer Erinnerungsplakette zu entnehmen, welche aus dem Nachlass der beiden Schützen Hubert Sahl, Vater und Sohn, stammt, da beide im Jahr 1901 Mitglieder der Schützen-Gesellschaft waren. Es war nicht nur für die Brohler Schützen ein denkwürdiger Tag, auch für die RSB war es ein Tag mit großem Nachhall. Das Fürstenhaus übergab dem Schützenverband ihr erstes Bundesbanner.

Erinnerungsplakette aus dem Jahr 1901. Foto: privat

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