Politik | 04.08.2014

Weniger Katholiken im Bistum Trier

Vermehrte Kirchenaustritte

Kirchliche Statistik 2013 veröffentlicht

Trier/Koblenz/Saarbrücken. Im Gebiet des Bistums Trier leben rund 2,4 Millionen Menschen - und über 1,4 Millionen (58,9 Prozent) gehören der katholischen Kirche an. Das zeigt die Kirchenstatistik für das Jahr 2013, die die Deutsche Bischofskonferenz am 18. Juli veröffentlicht hat. Im Vergleich zum Vorjahr (59,4 Prozent) ist die Zahl nur leicht gesunken. Die Zahl der Kirchenaustritte im Bistum Trier hat sich allerdings auf 8.566 erhöht. Damit sind rund 3.200 Menschen mehr als noch 2012 (5.394 Austritte) aus der katholischen Kirche ausgetreten.

„Beim Versuch, die Ursachen zu verstehen, kommen die Konflikte um Bischof Tebartz-van Elst und das Bauprogramm auf dem Limburger Domberg in den Blick“, erklärt Generalvikar Dr. Georg Bätzing. In den Gebieten im Westerwald, am Rhein und an der Nahe in direkter Nachbarschaft zum Bistum Limburg seien die Austrittszahlen „extrem hoch“. Dass so viele Menschen im vergangen Jahr aus der Kirche ausgetreten seien, „das tut richtig weh“, erklärt Bätzing. „Sie sagen uns damit: Die Arbeit, die ihr tut, ist uns kein Geld mehr wert.“ Insgesamt seien es vor allem Menschen um die 50 herum, die aus der Kirche austreten würden sowie Menschen am Beginn ihrer beruflichen Karriere.

424 Menschen sind der katholischen Kirche neu oder wieder beigetreten (2012: 422). Die Zahl der Taufen ist mit 9.134 weiter gesunken (2012: 9.375), ebenso die Zahl der Erstkommunionen mit 10.862 (2012: 11.119). Angesichts der zurückgehenden Geburtenrate ist die Zahl der Taufen in den letzten Jahren jedoch relativ konstant geblieben. Setzt man die Zahl der Erstkommunionen langfristig in Bezug zu den Taufzahlen, zeigt sich, dass die überwiegende Zahl der getauften Kinder im Bistum Trier später auch zur Erstkommunion geführt wird. 8.165 meist junge Menschen wurden gefirmt (2012: 10.535), diese Zahl schwankt von Jahr zu Jahr stärker, da im Bistum Trier nicht flächendeckend und jährlich Firmungen durchgeführt werden. Die Zahl der kirchlichen Trauungen (2.446) ist ebenfalls gesunken (2012: 2.623), die Zahl der Bestattungen ist mit 17.772 etwas gestiegen (2012:17.374).

„Wir liegen im Bistum Trier etwas unter dem Durchschnitt der deutschen Diözesen, aber der Vergleich tröstet wenig“, sagt Bätzing. „Wir müssen mehr darüber reden, was wir als Kirche mit unserem Geld tun“, führt Bätzing weiter aus. Der Geschäftsbericht, den das Bistum Trier Anfang des Jahres zum ersten Mal veröffentlicht hat, gebe schon „gut Auskunft“ darüber. Er könne Menschen in der Auffassung bestärken, dass ihre Kirchensteuer sinnvoll eingesetzt werde: in Erziehung, in die Kitas, in die konkrete Seelsorge vor Ort, in die Caritas, in Baumaßnahmen und „vor allem in gutes Personal“, erklärt Bätzing. „In Erzieherinnen, Lehrer und in Seelsorger, die den Menschen nahe sind.“

Eine Übersicht der Eckdaten des kirchlichen Lebens in den deutschen Bistümern gibt es bei der Deutschen Bischofskonferenz unter www.dbk.de. Das Bistum Trier, zu dem die ehemaligen Regierungsbezirke Trier und Koblenz in Rheinland-Pfalz und der überwiegende Teil des Saarlands gehören, umfasst eine Fläche von 12.870 Quadratkilometern. 903 Pfarreien sind in 173 pastoralen Einheiten und 32 Dekanaten zusammengefasst. Weitere Informationen unter www.bistum-trier.de.

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Kommentare
09.08.201406:29 Uhr
J.Modrow

Man muss auch die Kirche in ihrer gesammtheit Betrachten. Da bleibt dann leider mehr negatives als positives übrig!
Gründe für einen Austritt liefert die Kirche selber.
Zum schluss muss man auch berücksichtigen das unter dem Kreuz der Kirche und im namen der Kirche mehr menschen zu schaden kamen als unter dem Hakenkreuz!

07.08.201414:47 Uhr
Dani S.

Ich finde es sehr schlimm, dass immer mehr Menschen aus der Kirche austreten. In schweren Zeiten wie gerade sollte man doch erst Recht dabei bleiben. Was sagt das über einen selbst aus wenn man dann gerade jetzt austritt?! Und Gründe wie zB Missbrauchsvorfälle anzuführen ist eine Frechheit! Diese Leute warten doch nur auf so eine Gelegenheit um mit "Grund" auszutreten. Es gibt überall schwarze Schafe aber die machen die Herde nicht schlecht. Zudem hat sich Jesus jederzeit bewusst auch für diese schwarzen Schafe entschieden und sie nicht ausgeschlossen. Dafür gibt es genügend Bibelstellen die man zitieren könnte. Aber so sind die Menschen leider... Wenn man Hilfe braucht wird schön gebetet. An anderen Tagen gehört Gott und seine Kirche nicht zum Leben! Mir stinkt das. Aber zum Glück kann jeder selbst über sein Leben entscheiden. Und das mache ich: Ich trete niemals aus.

07.08.201409:56 Uhr
Banken-Verächter

Ich finde es eine Frechheit, dass Banken angeblich Kunden empfohlen haben, aus der Kirche auszutreten, um Steuern zu sparen. Sollte sich das Bewahrheiten ist es eine Riesensauerei.

05.08.201418:24 Uhr
Hermann Krupp

Die Kirche hat in den letzten 2000 Jahren vieles richtig, aber auch vieles falsch gemacht. Wenn die Führung sich mal wieder auf die christlichen Grundwerte konzentrieren würde und diese mit den Veränderungen der jetzigen Gesellschaft in Einklang bringen könnte, sehe ich eine Chance.
Aber man darf sich heute nicht mehr hinter Kirchenmauern einschließen und im ewigen gestern leben. Das reicht nicht aus.

Also: Augen auf und die Veränderungen positiv gestalten!

05.08.201413:02 Uhr
Klaus Kaißling

Fragen über Fragen an die Kirchenoberen

haben Sie noch nicht erkannt, was die Gläubigen in Sorge bewegt? Tatsache ist doch, dass sich die Repräsentanten längst in einem anderen System eingelebt haben mt eigener Rechtsprechung und passenden Gesetzen. Die einzelnen Gemeindeglieder werden doch nur als Alibifunktion missbraucht, um einen demkratischen Schein nach außen zu zeigen. Was würde Jesus sagen oder tun, käme er heute hier hin und würde die ganzen Miseren mit Schrecken erkennen: Wie war das noch mit den Geldwechslern auf dem Tempelvorplatz damals?
Die Kirchenleitungen haben doch schon seit Jahrhunderten sich ihren eigenen "Staat" aufgebaut und mit unchristlichen Mitteln verteitigt!
Noch gibt es viel zu viele "treue Schafe", die der "Oberhirte" betreuen darf! Wer austritt, tritt ja nicht seinen Glauben damit ab, wenngleich ernste Zweifel bleiben!

05.08.201411:20 Uhr
Katholikenfreund

Mal wieder typisch. Die katholische Kirche wird heute nur noch mit goldenen Badewanne, Kindesmissbrauch und Kondomverbot assoziiert. Kein Mensch spricht, von der harten Ehrenamtlichen Arbeit von katholischen Verbänden, die jeden Tag überall in dieser Republik geleistet werden. Die Kirche als Buhmann für alles Übel der Welt zu haben, ist halt angenehm.

05.08.201410:36 Uhr
Schon-längst-ausgetreten

Kein Wunder: Priestermangel, Zöllibat, keine Neuverheiratung von Geschiedenen. Dass da die Gläubigen davonlaufen ist kein Wunder. Die Strukturen der kath. Kirche sind einfach nicht mehr zeitgemäß.

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