Allgemeine Berichte | 10.06.2013

Literarischer Abend in Bad Breisig

„Verschließe im Herzen, was du mir bist!“

Wiederauferstehung in Briefen von Clemens und Bettine Brentano

Viel Beifall dankte dem Ensemble von „Theater am Werk“, Koblenz.FA

Bad Breisig. Der literarische Abend um die Briefe zwischen Clemens Brentano und seiner Schwester Bettina, eine Aufführung des „Theaters am Werk“, Koblenz, fand im Saal des Hotels „Rheinresidenz“ statt. Es war ein durchaus bemerkenswerter, romantischer Abend, diese Begegnung mit dem großen Dichter und seiner heiß geliebten jüngsten Schwester. Es ging um einen frühen Lebensabschnitt der Geschwister Brentano. Clemens, gerade 22 Jahre, „neunmalkluger“ Student aus Ehrenbreitstein und Bettine, erst 15 Jahre, in Offenbach bei der in großer Gesellschaft verankerten Oma lebend. Das hübsche Mädel ist zu diesem Zeitpunkt schwärmerisch, klug, aber nicht am Ende der charakterlichen Entwicklung. So ist sie den ständigen brieflichen Ermahnungen des altklugen, überaus liebevollen Bruders ausgesetzt. Beide historische Personen wurden von begabten jungen Schauspielern glaubhaft, mit darstellerischem Können und mit viel Intensität auf die Bühne gebracht: Nika Wanderer (Bettine) und Gerold Ströher (Clemens). Unterstützt wurden sie von einer famosen Musikerin auf der E-Gitarre (Katrin Zurborg). Sie untermalte das Geschehen auf der Bühne mit zauberhaften tonmalerischen Fantasien quer durch die Tonarten und mit faszinierenden Improvisationen über einige bekannte Volkslied - Melodien jener Zeit. Die Idee und die Inszenierung der Story lag in Händen von Waltraud Heldermann. Die Textstellen der vielen Briefe zwischen Clemens Brentano und seiner Lieblingsschwester Bettine wurden von Dr. Armin Schlechter ausgesucht. Sie zeugen von der Tatsache einer ungewöhnlich intensiven Geschwisterliebe. Beide konnten gut mit der deutschen Sprache umgehen, wussten zu formulieren, die Brieftexte dichterisch zu schmücken, und so entstand aus ihrer Korrespondenz ein literarisches Kleinod. Die Inhalte der Briefe blieben erhalten, weil Bettine nach dem Tod ihres Bruders diesem ein spätes Denkmal setzte, indem sie die brieflichen Kontakte 1844 als Buch herausgab.

Viel Beifall dankte dem Ensemble von „Theater am Werk“, Koblenz.Foto: FA

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