Politik | 09.10.2015

Fragen und Antworten zum Thema „Die geplanten Windkraftanlagen in direkter Umgebung der Gemeinde Oberdürenbach“

„Windkrafträder am Mauchertsberg“?

Der Höhenzug um den Mauchertsberg. FRE

Auf die Frage von BLICK aktuell: „Werden Sie sich mit Ihrem Gemeinderat weiter um eine lückenlose Information zu den geplanten Windkrafträdern bemühen oder dem geplanten Projekt tatenlos entgegen sehen?“ erklärte die Ortsbürgermeisterin von Oberdürenbach, Elisabeth Dahr: „Nein, wir werden uns in jedem Fall über den Stand der Dinge weiter informieren und auch den Bürgern dazu Rede und Antwort stehen!“

Joachim Schneider, Ortsbürgermeister von Dedenbach, antwortete auf die Frage: „Auch Ihnen lag eine Einladung seitens des Oberdürenbacher Gemeinderates zu der Info-Veranstaltung vor. Darf ich Sie fragen, warum man Sie dort nicht begrüßen durfte?“ „Leider war ich aus persönlichen Gründen verhindert, ansonsten wäre ich selbstverständlich gerne gekommen, zumal ich einiges dazu zu sagen hätte. Der Gemeinderat Dedenbach hat einstimmig, bei einer Gegenstimme beschlossen, das Projekt in Angriff zu nehmen. Außerdem ist dies kein neues Thema, denn wie sicher viele wissen, sind wir bereits seit vielen Jahren damit befasst.“

Frage: „Wie BLICK aktuell in Erfahrung bringen konnte, waren auch Sie, Herr Zipp, zu der Info-Veranstaltung in Oberdürenbach eingeladen. Hatte es einen bestimmten Grund, warum Sie nicht dort waren?“

Hans-Josef Zipp, Ortsbürgermeister von Königsfeld: „Wir hatten circa 14 Tage vorher im Königsfelder Bürgerhaus fast die gleiche Veranstaltung und deshalb sah ich keine Notwendigkeit, am 29.9. in Oberdürenbach dabei zu sein.“

Auf die Frage, über welche Gemarkungen die Zufahrten zu den Windkraftwerken führten, sagte der Bauamtsleiter der VG-Brohltal, Hubertus Reuter: „Es liegt noch kein Antrag auf Genehmigung einer Windkraftanlage vor. Daher kann diese Frage noch nicht beantwortet werden.“

Selbstverständlich sprach „BLICK aktuell“ auch mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal, Johannes Bell.

BLICK aktuell: „Herr Bell, wie stehen Sie zu den Beschlüssen für den Bau von Windkrafträdern in den genannten Gemarkungen?“

VG-Bürgermeister Bell: „Bei der Entscheidung der Ortsgemeinden Dedenbach und Königsfeld, auf ihren Eigentumsflächen Windenergieanlagen errichten zu lassen, handelt es sich um eine Entscheidung der jeweiligen Gemeinde im Rahmen ihrer kommunalen Selbstverwaltungshoheit. Aus Sicht der Verbandsgemeinde ist das gesamte Vinxtbachtal weiterhin als schützenswert einzustufen.“

BLICK aktuell: „Inwieweit ist das mit dem Sonderstatus „Erholungsgebiet“ versehene Gut Schirmau von den in circa 750 Metern Entfernung geplanten Windkrafträdern betroffen?“

VG-Bürgermeister Bell: „Das Waldgut Schirmau wird von uns als Erholungsstätte angesehen, insofern sind nach unserer Auffassung die Immissionsrichtwerte eines Wohngebietes einzuhalten. Die Verbandsgemeinde hatte bei ihren Planungen zur Ausweisung von Vorrangflächen einen Abstand mit 1000 Meter zu Wohngebieten und damit auch zum Waldgut Schirmau vorgesehen.“

BLICK aktuell: „Wie verträgt das geplante Projekt sich mit dem von der EU geförderten Premium-Wanderweg „Eifelleiter“, der sich in der unmittelbaren Nähe des geplanten Windkraftprojektes befindet?““

VG-Bürgermeister Bell: „Windkraftanlagen in unmittelbarer Nähe zu ausgewiesenen Wanderwegen können sich negativ auf eine Einstufung als Premium-Wanderweg auswirken.

Die Verbandsgemeinde muss daher verhindern, dass die Eifelleiter das Zertifikat des Deutschen Wanderverbandes als Premium-Wanderweg verliert.“

BLICK aktuell: „Wie vertragen sich die Anstrengungen der VG Brohltal in Sachen Tourismus mit den optischen ’Störfaktoren‘? (zum Beispiel Rodder Maar bzw. Maarhof, wo bereits die Windräder von Weibern zu sehen sind, welche die herrliche Natur verunstalten bzw. unangenehm auffallen.)?“

Johannes Bell: „Im Rahmen eines eventuellen Genehmigungsverfahrens für Windkraftanlagen sind auch die Sichtbeziehungen zu bedeutenden touristischen Attraktionen, wie zum Beispiel Burg Olbrück, zu untersuchen. Nach Aussage der Denkmalpflege sind negative Beeinträchtigungen beim Bau von Windkraftanlagen zu erwarten.“

Auf eine schriftliche Anfrage bezüglich des Genehmigungsverfahrens schrieb die Kreisverwaltung Ahrweiler: „Der Kreisverwaltung Ahrweiler liegen keine Anträge vor. Es kann erst nach Vorlage der konkreten Planungen (Anlagentyp, Höhe, Standort, Anzahl) entschieden werden, ob ein formelles oder vereinfachtes Verfahren in Betracht kommt.

„Windanlagen sollten dahin, wo sie Sinn machen“

Last, but not least äußerte sich Rechtsanwalt Thomas Mock aus Königswinter, der die Info-Veranstaltung in der Königsee-Halle beratend begleitete, wie folgt: „Windanlagen sollten dahin, wo sie Sinn machen. Im Rahmen der Artenvielfalt und des entsprechenden Artenschutzes sollte man Windkraftanlagen dort bauen, wo die Natur es zulässt. Dies ist weder in Dedenbach noch in Königsfeld gegeben.“

Der Höhenzug um den Mauchertsberg. Foto: FRE

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