Politik | 18.02.2014

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.

„Wohnen im Alter“ muss intensiver bedacht werden

Bonn. Die Deutschen werden immer älter, ihr Wohnraum auch - nur leider ist er in aller Regel nicht altersgerecht. Schon jetzt fehlen mindestens 2,5 Millionen barrierearme Wohnungen, Tendenz steigend. Auf diese brisante Entwicklung muss die Bundesregierung dringend reagieren, fordern die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und der Verband Wohneigentum. Zuschüsse im Rahmen des KfW-Programms „Altersgerecht Umbauen“ wären ein erster wichtiger Schritt.

Politiker aller Fraktionen weisen gern auf den demografischen Wandel hin und bekräftigen, dass alles getan werden müsse, damit ältere Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben könnten. Umso erstaunlicher ist es, dass die Zuschussförderung ab dem Haushalt 2012 dem Rotstift zum Opfer fiel. „Die neue Bundesregierung hat nun die Chance, dies zu korrigieren, bevor noch mehr Zeit vertan wird“, mahnt die BAGSO-Vorsitzende und ehemalige Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Ursula Lehr. Denn bereits 2030 wird knapp ein Drittel der Deutschen älter als 65 Jahre sein, so die 2011 im Auftrag des Bundesbauministeriums durchgeführte Studie „Wohnen im Alter“. Der Wohnraum hingegen kommt dieser Entwicklung nicht hinterher: Bisher leben deutlich unter zehn Prozent aller Senioren in einigermaßen barrierefreien Haushalten. Mit dem KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ steht zwar ein sinnvolles Förderinstrument zur Verfügung, nur ist es kreditbasiert und damit wenig für die Haupt-Zielgruppe der Senioren geeignet, da sich Menschen im Alter nicht mehr  mit Schulden belasten wollen oder Schwierigkeiten haben, ein Darlehen zu erhalten. „Auch ist für eine Reihe sinnvoller Einzelmaßnahmen ein Kredit überdimensioniert, aber ein Zuschuss eine gute Motivation, zu handeln“, so Hans Rauch, Präsident des Verbands Wohneigentum. Für die dringendsten Umbauten ist also ein Zuschussprogramm notwendig.

Diesen Zuschuss gab es kurzzeitig im Rahmen des KfW-Förderprogramms, doch wurde er ab 2012 gestrichen - rund anderthalb Jahre nach seiner Einführung im Mai 2011. Zu wenig Zeit, um einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu werden. „Eine Neuauflage - wie sie im Koalitionsvertrag in Aussicht gestellt wird - ist vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung dringend geboten“, so Prof. Dr. Ursula Lehr, BAGSO. Nur sollte der Zuschuss dieses Mal auch langfristig verfügbar sein und durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit bekannt gemacht werden. Hans Rauch, Verband Wohneigentum, fordert: „Eine Umgestaltung des Wohnraums muss gut durchdacht sein. Dafür braucht es planungssichere Finanz- und Fördermittel.“ Die demografische Entwicklung macht eine Zuschuss-Variante des Förderprogramms „Altersgerecht Umbauen“ nach Ansicht von BAGSO und Verband Wohneigentum zwingend notwendig. Beide Verbände bieten an, die Ausgestaltung und anschließende Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.

Pressemitteilung

Bundesarbeitsgemeinschaft der

Senioren-Organisationen e.V.

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