Nach Zwangspause feiert Bad Hönningen das 52.Weinblütenfest
Bad Hönningen entkorkt die Weinfestsaison
aus Kasbach-Ohlenberg
Bad Hönningen. Nach einem Jahr Zwangspause kehrt eine liebgewonnene Tradition zurück: Das Weinblütenfest in Bad Hönningen fand 2026 wieder statt – und das bereits zum 52. Mal. Vom 12. bis 14. Juni verwandelte sich der Rathausplatz in der Marktstraße erneut in einen Treffpunkt für Weinfreunde, Familien und alle, die gerne ein paar gesellige Stunden in der Innenstadt verbringen.
Stadtbürgermeister Mark Geimer: „Ab jetzt wieder jedes Jahr“
Organisiert wird das Fest von der Werbegemeinschaft Bad Hönningen in Kooperation mit der Stadt. Dass die Veranstaltung nach dem Ausfall im vergangenen Jahr wieder auflebt, freut viele Bürgerinnen und Bürger ebenso wie zahlreiche Gäste aus der Region. Damals hatte die angespannte Haushaltslage eine Durchführung verhindert. Stadtbürgermeister Mark Geimer machte bei der Eröffnung gegenüber Blick Aktuell deutlich, dass das Weinblütenfest nun wieder seinen festen Platz im Veranstaltungskalender haben soll: „Ab jetzt wieder jedes Jahr.“ Er hatte bereits im vergangenen Jahr, noch bevor er zum Stadtbürgermeister gewählt wurde, als Vorsitzender der Werbegemeinschaft die künftig gemeinsame Organisation von Stadt und Werbegemeinschaft auf den Weg gebracht.
Der Auftakt zur Weinfestsaison am Mittelrhein
Dabei nimmt das Bad Hönninger Fest traditionell eine besondere Rolle ein. Es gilt regelmäßig als das erste Weinfest am Mittelrhein und markiert damit den Auftakt einer langen Reihe von Weinfesten, die sich bis in den Herbst durch die Weinorte der Region ziehen. Man könnte also sagen: In Bad Hönningen wird die Weinfestsaison offiziell entkorkt. Für viele Weinfreunde ist das Fest damit zugleich der Start in die gesellige Wein-Freiluftsaison entlang des Mittelrheins.
Im Mittelpunkt des Weinblütenfestes standen natürlich die Bad Hönninger Weinmajestäten. Weinkönigin Dajana (Bökle) und ihre Weinprinzessin Kristina (Cervenanska) repräsentieren in dieser Saison die Stadt und ihre Weintradition. Bei der offiziellen Eröffnung am Samstagabend begrüßte Mark Geimer die beiden ebenso wie die zahlreichen angereisten Weinmajestäten aus den Nachbarorten Rheinbrohl/Hammerstein, Leutesdorf, Linz am Rhein, Dattenberg, Remagen, Erpel, Unkel, Rhöndorf und Oberdollendorf. Mit ihren Weinsprüchen sorgten sie für den passenden festlichen Rahmen und überbrachten ihre Grüße an die Gastgeberinnen und das Publikum. Gleichzeitig wurde damit auch die enge Verbundenheit der Weinorte entlang des Mittelrheins sichtbar.
Weinmajestäten, Grüße aus der Region und Geselligkeit
Das Weinblütenfest setzt dabei nicht auf große Effekte, sondern auf das, was viele Besucher schätzen: Gespräche, regionale Weine und eine entspannte Atmosphäre. Bier sucht man auf dem Fest übrigens vergeblich. Ausgeschenkt werden ausschließlich Wein sowie alkoholfreie Getränke. Damit bleibt das Fest seiner Tradition treu und stellt die heimischen Weine bewusst in den Mittelpunkt. Natürlich wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt, sodass niemand den Rathausplatz hungrig verlassen musste. Zumal die Gastronomie in der Stadt auch zum Einkehren einlud. Ein Aspekt, der durch solche Stadtveranstaltungen auch gefördert werden soll.
Auch das Programm kann sich sehen – und hören – lassen. Bereits am Freitag, 12. Juni, startete das Fest mit Live-Musik von „SAM Sound & Musik“, die ab 19.30 Uhr auf dem Rathausplatz für Stimmung sorgte. Der Samstag stand zunächst im Zeichen des Empfangs der regionalen Weinmajestäten, bevor am Abend die Band „Great Appeal“ musikalisch übernahm und für einen stimmungsvollen Ausklang des Festabends sorgte.
Am Sonntag zeigte sich das Weinblütenfest dann von seiner familienfreundlichen Seite. Beim Familien- und Gemeinschaftstag warteten Kinderüberraschungen, ein Mittagstisch sowie weitere Angebote für Besucher aller Generationen. Familien nutzten die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Besuch ebenso wie viele Gäste, die das Wochenende gemütlich ausklingen lassen wollten. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Musikverein Bad Hönningen, der anlässlich seines 102-jährigen Bestehens auftrat und damit einen zusätzlichen lokalen Akzent setzte.
Musik, Familie und gelebte Gemeinschaft
Wer das Fest besucht, erlebt nicht nur Wein und Musik, sondern auch ein Stück Bad Hönninger Gemeinschaftsleben. Genau das scheint den Organisatoren wichtig zu sein. Das Weinblütenfest versteht sich seit jeher als Treffpunkt für Vereine, Bürger und Gäste aus der gesamten Region. Viele Besucher treffen hier Bekannte wieder, kommen miteinander ins Gespräch und genießen einige unbeschwerte Stunden in der Innenstadt. Passend dazu prangt auf dem Programmzettel des Weinblütenfestes das Motto „Brauchtum – Vereine – Gemeinschaft“.
Und so dürfte das diesjährige Fest vielen Besuchern vor allem als gelungener Neustart in Erinnerung bleiben. Mit überschaubarem finanziellem Aufwand – Stadtbürgermeister Geimer sprach von einem vierstelligen Betrag – und viel ehrenamtlichem Engagement wurde eine Veranstaltung auf die Beine gestellt, die zur Identität der Stadt gehört. Das Weinblütenfest hat gezeigt, dass gelebte Traditionen auch heute noch viele Menschen zusammenbringen können. Oder anders gesagt: Der Mittelrhein hat seine Weinfestsaison wieder dort eröffnet, wo sie traditionell beginnt – mitten auf dem Rathausplatz von Bad Hönningen.
AWi
Stadtbürgermeister Mark Geimer (l.) und Verbandsgemeindebürgermeister Jan Ermtraud (r.) sind stolz auf die Bad Hönninger Weinkönigin Dajana Bökle (2.v.r.) und ihre Weinprinzessin Kristina Cervenanska, Foto: Andreas Winkelmann
Die Bad Hönninger Weinkönigin Dajana begrüßte eine Vielzahl geladener Weinmajestäten aus dem Umland Foto: Andreas Winkelmann
Recht gut besucht war das Weinblütenfest am Samstag, den 13. Juni, zum Empfang der Weinmajestäten aus dem Umland Foto: Andreas Winkelmann