Politik | 13.04.2014

Region kämpft gemeinsam gegen die lauten Güterzüge und die tauben Ohren

„Bahnlärm verbindet in der Wut“

Region. „Bahnlärm verbindet und macht wütend“, sagt der Kreisbeigeordnete Karl Ottes mit fester Betonung und einem vielsagenden Augenzwinkern: „Denn unsere Region hat sehr genau hingehört, als die Lobbyisten der Güterwagenhalter unlängst ihr großes ‚Wehklagen‘ über die doch angeblich so ehrgeizigen Pläne der Großen Koalition in Berlin anstimmten und dabei fast schon Krokodilstränen verdrückten.“ Die hatten den engen Zeitrahmen bis 2016 zur Umrüstung mindestens der Hälfte der in Deutschland verkehrenden 180.000 Güterwagen auf die Flüsterbremsen kritisiert. „Diese Aussagen schweißen die Region in ihrem Protest noch enger zusammen“, ist sich auch Landrat Burkhard Albers sicher und betont: „Wir dürfen nicht weiter zulassen, dass uns die Bahn mit Lärmpegeln bis zu 110 Dezibel beschallt und dies vor allem in der Nacht.“ Von Wiesbaden über den Rheingau bis nach Koblenz und Bonn: Die ganze Region kämpft gemeinsam gegen die unerträglich lauten Güterzüge und die tauben Ohren bei der Bahn AG, den privaten Güterwagenhaltern und den politisch Verantwortlichen in Berlin. „Am 10. Mai, bei der inzwischen dritten großen Anti-Bahnlärm-Demonstration in Rüdesheim am Rhein werden wir ein lautstarkes Signal nach Berlin schicken.“ Die Region ist sich einig in ihrem Protest. Das zeige sich in den Treffen vor der Demonstration. Dort organisieren Vertreter der Bürgerinitiativen des nördlichen Mittelrheintals, aus Weißenthurm, aus Bad Hönningen, aus Neuwied, aus dem Mittelrheintal, aus dem Rheingau und aus Wiesbaden gemeinsam mit Vertretern der Landkreise entlang des Rheins die Demonstration. Ottes: „Wir stehen geschlossen zusammen.“ „Es herrscht eine Einmütigkeit, den Lobbyisten der Wagenhalter nicht das Feld zu überlassen“, betont BI-Vorsitzender Willi Pusch. „Wir lassen es nicht zu, dass die Lobbyisten der Wagenhalter den Berliner Koalitionsvertrag auf Kosten der lärmgeplagten Menschen auf der Rheinstrecke aufweichen“, ergänzt Landrat Albers. Er hofft nun auf das von der Landesregierung Rheinland-Pfalz veröffentlichte Rechtsgutachten. Daraus geht hervor, dass nächtliche Geschwindigkeits- oder Durchfahrtsbeschränkungen für laute Güterzüge im Mittelrheintal grundsätzlich sowohl mit dem europäischen als auch mit dem deutschen Recht vereinbar sind. Willi Pusch als Vorsitzender der Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn will bei der Demonstration am 10. Mai, ab 13.30 Uhr, die Forderung nach Umsetzung des Gutachtens in den Vordergrund stellen. „Es kann sich niemand mehr hinter Paragrafen verstecken. Jetzt müssen den Worten auch Taten folgen“, fordert auch der Kreisbeigeordnete Ottes. Güterwaggons, die zu laut sind, müssten rigoros aus dem Verkehr gezogen werden. Damit werde ein Zeichen gesetzt und die erste Forderung der bahnlärmgeplagten Anwohner erfüllt. Weiterhin wollen die BIs aber, dass der Güterverkehr ganz aus dem Rheintal verschwindet. Diese Forderung bleibt bestehen. „Es ist also ganz wichtig, dass viele Menschen zur Demonstration am 10. Mai nach Rüdesheim am Rhein kommen. Denn nur dann können wir unseren Forderungen Nachdruck verleihen. Also, auf zur Demo am 10. Mai“, betont Landrat Burkhard Albers. Die Organisatoren der Demonstration am 10. Mai weisen bereits jetzt darauf hin, dass Teilnehmer der Demo die beiden Fähren von Bingen nach Rüdesheim zu Fuß kostenlos benutzen können. Ottes: „Die Bingen-Rüdesheim Fahrgastschifffahrt in Person von Kurt Hartmann unterstützt unser Anliegen und bietet den kostenlosen Transfer zur Demo und von dort zurück an. Dafür unser Dank.“

Pressemitteilung des

Rheingau-Taunus-Kreises

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