Politik | 21.04.2014

Liberale gegen Verspargelung der Landschaft

„Für Windenergie, aber nicht um jeden Preis“

FDP-Kreisverbände Ahrweiler und Neuwied waren erfolgreich beim Landesparteitag

Liberale gegen eine Verspargelung der Landschaft und für eine vernünftige Energiepolitik: (V.l.) Ulrich van Bebber, Volker Wissing, Alexander Buda, Rudi Rathfelder und Rainer Brüderle. privat

Kreis Neuwied. „Für Windenergie, aber nicht um jeden Preis“ hat sich die Landes-FDP beim jüngsten Landesparteitag stark gemacht. Die Delegierten stimmten einem Antrag der Kreisverbände Neuwied und Ahrweiler zu, der eine sinnvolle Nutzung und Ausgestaltung der Windenergie forderte. Der FDP-Kreisvorsitzende aus Ahrweiler, Ulrich van Bebber, sprach sich gegen die unkoordinierte „Verspargelung“ der hochwertigen Kultur- und Naturlandschaft in Rheinland-Pfalz aus. „Wenn jetzt auch schon der erfolgreiche Regisseur der Filmreihe „Heimat“ Edgar Reitz feststellt, dass er heute keine weitere Fortsetzung drehen könne, da er im Hunsrück keinen Standort mehr finde, an dem nicht Windräder das ursprüngliche Landschaftsbild prägen, sollte dies auch für die Grünen ein Alarmsignal sein,“ erklärte der Liberale. Früher hätten die Grünen sich an jeden Baum gekettet, der gefällt werden sollte, heute würden mit Billigung der Grünen gewaltige Schneisen in die Wälder geschlagen, um dort Windräder aufzustellen. Dies zeige, dass hier die Maßstäbe verloren gegangen seien. „Für die Energiewende werden alle bisherigen Grundsätze des Naturschutzes, des Landschaftsschutzes und der Erhaltung der historischen Kulturlandschaften über Bord geworfen“, beklagte van Bebber. Die Liberalen fordern daher von der Landesregierung, sich endlich ihrer Verantwortung zu stellen, und dem ungeordneten Ausbau der Windenergie Einhalt zu gebieten. Das FDP-Konzept lautet: Windparks an geeigneten Flächen konzentrieren (vorzugsweise an bereits belasteten Autobahnen). Die Einnahmen sollten auf alle Kommunen verteilt werden. Kulturlandschaften wie das Rheintal, Natur- und Vogelschutzgebiete aber müssten geschützt werden. Außerdem fordert die FDP in der Landesbauordnung einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Wohngebieten, um Gesundheit und Lebensqualität zu schützen.

Bürger stärker beteiligen

„Wir wollen ebenfalls eine stärkere und frühzeitigere Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Die vielen Bürgerinitiativen zeigen, dass hier ein erheblicher Nachholbedarf existiert,“ erklärt der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende aus Neuwied, Alexander Buda. Man könne die Energiewende nicht über die Köpfe der Menschen hinweg anordnen.

Pressemitteilung

FDP Kreisverband Neuwied

Liberale gegen eine Verspargelung der Landschaft und für eine vernünftige Energiepolitik: (V.l.) Ulrich van Bebber, Volker Wissing, Alexander Buda, Rudi Rathfelder und Rainer Brüderle. Foto: privat

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