Politik | 01.09.2014

Landkreis und Kreisvolkshochschule zeigen sich enttäuscht

Land legt die Fortbildung in Kindergärten auf Eis

Bis Ende des Jahres 2014 gibt es keine Bewilligungen mehr

Kreis NR. Mit Betroffenheit reagiert der erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernent für Jugend und Familien, Achim Hallerbach, auf den kürzlich ausgesprochenen Bewilligungsstopp des Landes für Kita-Fortbildungen. Das zuständige Fachministerium von Frau Alt (Bündnis 90/Die Grünen) hatte kürzlich unter anderem die Jugendämter darüber in Kenntnis gesetzt, dass es für Fortbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten der jeweiligen Fortbildungsträger bis Ende des Jahres 2014 keine Bewilligungen des Landes mehr geben wird.

Mit dem kurzfristigen Bewilligungsstopp des Landes hat kein Fortbildungsanbieter gerechnet. Ungeachtet der vielen Menschen, die hiervon betroffen sind, angefangen bei der Koordinierung, Referentenakquise, Raumsuche bis hin zu den vielen Honorarkräften, die als Fortbildner fungieren, ist der Bewilligungsstopp in erster Linie ein Rückschlag für die vielen Erzieherinnen und Erzieher. „In den vergangenen Jahren haben das Land und die Kommunen viel Geld investiert in den Ausbau der Kindertagesstätten, in neue U3-gerechte-Räume und in das notwendige Personal. Dafür sind wir sehr dankbar, denn wir stellen fest, dass sie - bei allen damit verbundenen Kosten - auch für den Landkreis - gebraucht und genutzt werden. Den nun ausgesprochenen Bewilligungsstopp des Landes für die Fortbildungsförderung werten wir als ein ernst zu nehmendes Anzeichen dafür, dass die Themen, die in den vergangenen Jahren Priorität hatten, vom Land nun nicht mehr die notwendige Unterstützung haben und schlichtweg dort nicht mehr uneingeschränkt getragen werden. Das stimmt mich für die vielen engagierten Erzieherinnen und Erzieher, die Träger und Leitungen und auch die politisch Verantwortlichen vor Ort, die so manche finanzielle Kraftanstrengung im Kita-Bereich gemeinsam geschultert haben, traurig“, so Achim Hallerbach.

Leider setzen sich beim Land die Kürzungen im Kita-Bereich, wie sie gerade beim Sozialfonds für das Mittagessen in Kindergärten oder der Sprachförderung durchgeführt wurden, kontinuierlich fort. Nun ist mehr als fraglich, ob die vielen unterschiedlichen geplanten Fortbildungsmaßnahmen in den Kitas - ohne die bisherige finanzielle Unterstützung des Landes - überhaupt stattfinden können. „Allein im Bereich unserer Kreisvolkshochschule sind wohl 14 Maßnahmen betroffen, die ab September starten sollten. Sie können wohl nur dann starten, wenn die Träger oder Teilnehmer selbst sich bereit erklären, das Defizit durch einen deutlich höheren Teilnehmerbeitrag zu decken“, ist die erste Einschätzung der Geschäftsführerin der Kreisvolkshochschule, Simone Kirst.

Besonders enttäuscht ist Hallerbach, dass damit die Zusage des Landes, die Qualität in den Kindergärten auch durch eine adäquate Aus- und Fortbildung zu gewährleisten, damit nun wieder vom Tisch ist. „Wir müssen unbedingt den Erzieherinnen und Erziehern weitere Unterstützung geben, damit sie den ständig wachsenden Herausforderungen gestärkt gegenübertreten können“, betont der erste Kreisbeigeordnete. In einem gemeinsamen Brief von Kreisjugendamt und Kreisvolkshochschule werden in den nächsten Tagen alle Träger der Kindertagesstätten informiert.

Warum ist Fortbildung für das Personal in Kitas so wichtig?

Neue Situationen und Anforderungen in den Kindertagesstätten wie die Betreuung von Kindern unter drei Jahren verlangen nach neuen pädagogischen Ansätzen und einer professionellen Haltung in der Zusammenarbeit mit den Familien. Als Bildungseinrichtung, in der Kinder immer häufiger über einen sehr langen Zeitraum während des Tages betreut werden, soll die Kita Kompetenzen vermitteln und die Arbeit dokumentieren. Nur mit regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen können junge und auch langjährig erfahrene Fachkräfte diesen Anforderungen gerecht werden und die pädagogische Arbeit an die aktuellen Entwicklungen anpassen. Fortbildungen sind mehr denn je Quelle für neue Impulse, zum Beispiel sind sie für die konzeptionelle Weiterentwicklung notwendig und sollen zu einer beständigen Steigerung der Qualität der Betreuung beitragen.

Pressemitteilung

Pressestelle Kreis Neuwied

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