Allgemeine Berichte | 18.09.2014

„Prävention muss dauerhaftes Thema sein“

Schulungen gegen Missbrauch

Fachstelle Kinder- und Jugendschule stellt weiteren Baustein der Prävention vor

Trier. „Prävention von sexuellem Missbrauch muss ein dauerhaftes Thema in jeder Einrichtung sein.“ Das hat Elisabeth Feils-Endres von der Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz im Bistum Trier am 15. September in Trier betont. Gemeinsam mit dem Leiter der Fachstelle, Dr. Andreas Zimmer, stellte sie mit den sogenannten Leitungsschulungen einen weiteren Baustein der Präventionsarbeit im Bistum vor. Nachdem bereits seit gut zwei Jahren die Basis-Schulungen für alle kirchlichen Mitarbeitenden laufen, starten Ende September die ergänzenden Schulungen für leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Laufe des kommenden Jahres werden dort rund 150 Frauen und Männer so geschult, dass sie für ihre jeweilige Einrichtung wie Schule, Lebensberatungsstelle oder Kindertageseinrichtung ein „maßgeschneidertes Schutzkonzept“ erstellen können, um Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen „sichere Orte der Entwicklung“ bieten zu können, wie Zimmer erläuterte.

Ausführliche Schulung

Zimmer sagte, man habe die ursprünglich auf drei Jahre angelegte Schulungszeit verdoppelt, denn gleich bei den ersten Basis-Schulungen habe sich gezeigt, dass viele sehr am Thema Prävention interessiert seien; es gebe ein „hohes Engagement“, aber auch eine „große Betroffenheit“. Daher habe die Fachstelle „das Tempo rausgenommen“ und die Schulungsgruppen verkleinert, um „mehr Raum zum Austausch“ zu geben. Bis Sommer 2015 sollen alle rund 2.500 Mitarbeitenden in Bistumseinrichtungen geschult sein.

Danach beginnen die Basis-Schulungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pfarreien und den Kindertageseinrichtungen. Zimmer erläuterte, natürlich arbeite die Präventionsordnung auch darauf hin, Kinder und Jugendliche zu stärken, doch am ehesten lasse sich das Verhalten im Umfeld von potenziellen Tätern verändern. „Wir wollen durch die Schutzkonzepte das Risiko für die Täter erhöhen und die Wahrscheinlichkeit, dass die Tat entdeckt wird.“ Feils-Endres bestätigte, dass das achtsame Hinschauen schon viel bewirken kann: „Wenn ich um Täterstrategien weiß, kann ich viel effektiver hinschauen.“ Prävention fange dort an, wo man auch scheinbar kleine Grenzverletzungen achtsam wahrnehme. Die Basis-Schulungen böten ein „Raster, um solche Dinge einzuordnen“.

Eigene Einrichtungen überprüfen

Bei den Leitungsschulungen gehe es nun auch darum, in der eigenen Einrichtung zu überprüfen, wo es schon Instrumente gibt, die den Schutz von Kindern und Jugendlichen sicherstellten, aber auch wo es Risiken oder Schwachstellen etwa durch strukturelle Bedingungen gebe. Die Leitungsschulungen beinhalten so unter Anderem arbeitsrechtliche Fragen und zeigen Erfordernisse einer entschlossenen Intervention auf. Auch Kommunikationsstrategien gehören zum Inhalt. Zimmer und Feils-Endres betonten, die kirchlichen Einrichtungen leisteten schon seit vielen Jahren gute Arbeit auf dem Gebiet der Prävention. Nun gehe es darum, die Präventionsarbeit in einem systematischen Ansatz zu verfolgen, damit deutlich werde, dass es nicht um einzelne Maßnahme gehe, sondern um ein ineinandergreifendes Konzept, das „tragfähiges Fundament einer neuen Kultur der Achtsamkeit“ sein kann.

Informationen rund um die Präventionsarbeit im Bistum Trier sind unter www.praevention.bistum-trier.de zu finden.

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