Weinbau Ahrtal erleben
Ahrtal-Gästeführer besichtigten die Weinbergskapelle St. Urban
aus Bad Breisig
Ahrweiler. Der Weinbau ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor im Ahrtal und ein hervorragender Partner des Tourismus. Die Gästeführer konnten Paul Gieler als Referenten für die Besichtigung der Weinbergskapelle gewinnen. Er gab zunächst eine Einführung zur Entstehung und Geschichte der Weinbruderschaft und der Kapelle.
Eine erste Weinbruderschaft gab es schon 1372. Die heutige Winzer- und Weinbruderschaft Ahr e. V wurde 1983 unter dem Namen Winzer- und Weinbruderschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. gegründet und in den 1990er Jahren auf die Erweiterung „Ahr“ umbenannt.
Die Neugründung war ausgelöst worden durch starke Frostschäden in den Jahren 1953 und 1956. Damals waren die Rebstöcke bis in die Wurzeln gefroren und damit kaputt. Dies hatte zur Folge, dass 1957 mit einer Flurbereinigung, beginnend in Ehlingen durchgeführt wurde.
Ein Vorläufer des Vereins war in den 1960er Jahren der Winzerstammtisch in Mayschoß, der sich der Suche nach besserem Rebholz verschrieben hatte.Bis in die 1980er Jahre sprach man in Ahrweiler noch von der 5. Hut = Weinhut, die für den Schutz der Reben zur Reifezeit zuständig war.
Im Jahr 1992 erfolgte die Vorplanung der Weinbergskapelle. Im Dezember 1993 erfolgte der erste Spatenstich für dir dem (Wein-)Papst Urban I. gewidmete Kapelle, und im März wurde dann der Grundstein gelegt. Am Erntedanktag, dem 1. Oktober des Jahres 1995 war die Kapelle nach sieben Monaten fertiggestellt.
Anschließend führte Joachim Heyna in den Weinkeller der Kapelle. Der Altar (das große Fass) wurde beiseite gedreht und eine steile Wendeltreppe führte hinunter.Hier lagern die Weinschätze des Vereins: über Jahrzehnte gereifte Weine aus Spenden oder Verkauf von Weingütern der Weinbrüder. Die ältesten Flaschen stammen aus dem Jahr 1993, dem Gründungsjahr der Kapelle - Ehlinger Kapellenberg vom Weingut Schäfer in Ehlingen.
Joachim Heyna moderierte dann versiert und mit viel Leidenschaft (Liebe zum Wein) eine Verkostung, bei der ein relativ junger Spätburgunder aus 2022 einem gereiften Spätburgunder aus 1995 gegenübergestellt wurde.
Die Gästeführer bedankten sich für die interessante Fortbildung mit einer Spende für den Verein. Übrigens hat am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, beim Kapellenfest 2026 jeder die Gelegenheit, den Keller zu besichtigen und gereifte Weine zu probieren.
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Die Gästeführer gemeinsam mit Paul Gieler und Joachim Hayna (Bildmitte) vor der Weinbergkapelle Foto: Ulrike Simons