Generationenprojekt des Are-Gymnasiums mit der Seniorenresidenz „Augustinum“
Begegnungen von Jung und Alt
Bad Neuenahr. Das Projekt „Jung trifft Alt“ bringt seit Beginn des letzten Jahres Senioren und Schüler zusammen und ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie Gesellschaft im Kleinen funktioniert. In wöchentlichen Begegnungen tauschen sich die Kinder mit den älteren Menschen zu verschiedenen Themen wie Haustiere, Hobbys, die Kriegszeit, Geburtstage feiern, Mobbing, Technik und Sport aus und treffen sich zu gemeinsamen Gesellschaftsspielen, Boule-Partien im Lenné-Park, Filmvorführungen im Konzertsaal des Augustinums mit anschließender Filmbesprechung, zum gemeinsamen Singen, Kegeln, Waffelnbacken und Spazieren gehen.
Die Senioren führen die Kinder durch ihr Haus, das Augustinum, zeigen ihnen ihre Wohnungen und die anderen verschiedenen Räumlichkeiten wie Schwimmbad, Fitnessraum, Speisesaal und Garten und geben ihnen einen ganz persönlichen Einblick in ihr alltägliches Leben. Die Kinder wiederum präsentieren den interessierten Senioren ihre Schule, erklären den Stundenplan, zeigen stolz ihre Klassenräume, die Fachräume, die große Mensa, die gemütliche Bibliothek und den Schulhof. Anfangs noch fremd und abwartend legten sich auf beiden Seiten schnell alle Bedenken und wichen einem offenen, vertrauten und familiären Zusammensein.
Durch die Kooperation unter der Leitung der Deutschlehrerin des Are-Gymnasiums, Nina Bauer, und der Stiftsdirektorin Caroline Hillesheim sowie von Corinna Rossmy, der Kulturreferentin des Augustinums, entstand weit mehr als nur eine AG im Rahmen des Stundenplans: Nun schon zum zweiten Mal musizierten die Schüler im Dezember in einem Weihnachtskonzert für die Bewohner der Seniorenresidenz, Bücherschenkungen für die Schulbibliothek, der enge Kontakt zu einer Holocaust-Überlebenden oder die Hilfe bei Computerproblemen durch Schüler der PC-AG sind Beispiele für die in der Zusammenarbeit entwickelten Kontakte und Verbindungen.
Im Aufeinandertreffen von Erfahrung und Jugend entstand die Basis, Vorurteile abzubauen, sich gegenseitig zu helfen und voneinander zu lernen. Dabei wird immer wieder deutlich, wie die im Herzen jung gebliebenen Senioren mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung und die Jugend in ihrer offenen, lebendigen und wertschätzenden Art vieles lernen, was über Wissensvermittlung hinaus geht: authentische Begegnung und Toleranz.
Auch in Zukunft soll die Kooperation ausgebaut und mit Hilfe der engagierten Senioren fortgeführt werden. Gerade in Bad Neuenahr, wo junge und alte Menschen so nah und doch oft anonym nebeneinander leben, soll das Miteinander fortbestehen. „Danke, dass Sie so offen mit uns über verschiedene Themen reden.“ „Wir haben gemeinsam viel Spaß gehabt“, „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für die schöne Zeit und wünsche mir, dass ich nächstes Mal wieder mitmachen darf“, „Ich habe von den Senioren gelernt, dass man sein Leben schätzen sollte“, „Es war eine schöne Zeit und keiner wird diese Zeit schnell vergessen“, so das Fazit einiger AG-Teilnehmer der fünften und sechsten Klasse zum ersten Halbjahr.
