Lokalsport | 13.12.2015

Traditionelles Halbjahresinterview mit Sijamak Sauer, sportlicher Leiter des SC 13 Bad Neuenahr

Deutliche Schritte in die richtige Richtung

Peter Eckhardt fühlte dem sportlichen Leiter auf den Zahn.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit der Gründung des SC 13 Bad Neuenahr treffen sich der sportliche Leiter Sijamak Sauer und Pressesprecher Peter Eckhardt zum Abschluss jeder Halbserie zu einem resümierenden Gespräch. Dabei gab es dieses Mal jede Menge Gesprächsstoff, denn nicht nur auf den Plätzen gab es viel Gutes zu berichten. So hat die Jahreshauptversammlung im November über eine neue Vereinsführung befunden. So war es nun ein sehr ausführlicher Rückblick auf die Hinrunde 2015/16.

Sijamak, wie immer fangen wir mit dem Positiven an. Welche Ereignisse haben Dich in der Hinrunde besonders erfreut? Drei Dinge: Wir haben, was die erste Mannschaft angeht, die Kehrtwende eingeleitet. Das mache ich nicht nur an den Ergebnissen der letzten Spiele fest. Sondern wir haben uns deutlich gesteigert von der Trainingsarbeit, der Außendarstellung und der Attraktivität für externe Spielerinnen. Das muss natürlich aber auch unser Anspruch sein. Zweitens setzen wir die gute Entwicklung im Jugendbereich fort. Ziel ist es nicht nur, das bisher sehr gute Niveau zu halten, sondern auszubauen.

Als letztes ist es uns gelungen, wieder eine zweite Mannschaft zu gründen. Dass diese schon so ein stimmiges Team ist und auch der Tabellenplatz sich sehen lassen kann, ist sehr erfreulich.

Neben den sportlichen Entwicklungen gab es ja auch Veränderungen an der Vereinsspitze. Wie siehst Du den SC 13 Bad Neuenahr dort nun aufgestellt? Wahrscheinlich besser als mancher Erst- oder Zweitligist. Mit Michael Saal haben wir einen Experten und Teamplayer gewinnen können für das Präsidentenamt. Er bringt unheimlich viel Erfahrung und zugleich zündende Ideen mit rein, da bin ich mir sicher, sodass man die ersten Ergebnisse der Arbeit schon bald sehen wird. Vielen Dank an dieser Stelle auch noch an Stefan Gustav, der den Verein in schwierigem Fahrwasser auf Kurs gehalten hat.

Prof. Dr. Hartmut Völcker ist als Finanzexperte ein Garant für die finanzielle Verlässlichkeit und Seriosität des Vereins. Das ist mittlerweile auch ein Markenzeichen des SC 13.

Was mich als sportlichen Leiter angeht, so kann ich nur betonen, dass der sportliche und der außersportliche Bereich nicht zu trennen sind und einander bedingen. So ist diese „Scharnierfunktion“ eine ganz wichtige im Verein, unabhängig davon wer sie ausführt.

Gehen wir einmal ins Detail. Neben den vielen erfreulichen Dingen gibt es ja auch noch Baustellen. Wo muss hier der Hebel angesetzt werden?

Die infrastrukturell guten Bedingungen sind nun noch einmal verbessert worden durch den Bau eines weiteren Kunstrasenplatzes am Apollinarisstadion, dafür noch einmal vielen Dank an die Stadt Bad Neuenahr–Ahrweiler. Zudem ist es uns gelungen, unsere Geschäftsstelle nun wieder dauerhaft einzurichten, was uns organisatorisch deutlich voran bringt.

Aber nun zu den Baustellen. Wir suchen noch einen Beisitzer, der sich organisatorisch um die Jugend kümmert, das wäre noch ein dringend zu besetzender Posten. Wobei ich nicht verhehlen will, dass wir mit acht Beisitzern schon gut dastehen.

Nächster Punkt wäre, dass wir mit unserer zweiten Mannschaft mittelfristig aufsteigen müssten. Der Abstand zu unserer ersten Mannschaft und der U17 muss da verkürzt werden. Für das erste Halbjahr sind wir mit dem Erreichten aber sehr zufrieden.

Letzter Punkt wäre es, dass wir es schaffen müssen, den Frauenbereich finanziell noch besser zu untermauern. Wir sind da jetzt mit Sicherheit schon besser als viele andere, aber hier ist noch Luft nach oben, dann könnte man auch zusätzlich noch einiges bewegen.

Das Derby gegen die SG 99 Andernach brachte einen neuen Zuschauerrekord in der Regionalliga. Wie kann es der SC 13 schaffen, diese Zuschauerzahl zur Normalität werden zu lassen?

Nur durch kontinuierliche und ehrliche Arbeit in der ersten Mannschaft. Wenn die Fans merken, dass es wieder aufwärts geht, kommen auch dauerhaft mehr. In dieser Saison kommen ja schon mehr als letzte Saison, auf das „zarte Pflänzchen“ wollen wir weiter aufbauen.

Aber klar ist: Zu Spielen gegen Lokalrivalen werden immer mehr Zuschauer kommen, als wenn es gegen eine Mannschaft geht, die 250 Kilometer anreist, das ist ja auch ganz normal. Vielleicht schaffen wir es ja, dass zu „normalen“ Spielen 200 Zuschauer durchschnittlich kommen und bei Lokalderbys dann im Schnitt 300. Aber bis dahin ist es sicherlich noch ein weiter Weg.

Egal wo man mit den Teams gastiert, überall höre ich nur Hochachtung vor der Jugendarbeit beim SC 13. Was zeichnet diese hervorragende Arbeit denn aus?

Man muss halt einmal den Vergleich ziehen. Unsere Jugend steht genauso gut da wie zum Beispiel die Jugend vom 1.FC Köln oder Bayer Leverkusen. Da geht es mir jetzt auch nicht um ein oder zwei Punkte mal mehr oder weniger, sondern vom Grundsatz her. Der Unterschied ist, dass diese beiden Vereine mit den Frauen in der ersten Liga spielen, einen ganz anderen Namen haben, ein viel besseres Einzugsgebiet und deutlich andere finanzielle Möglichkeiten. Sprich, wenn wir so gut dastehen wie höherklassige Vereine, müssen wir ja schon fast besser arbeiten, um mitzuhalten. So viele Frauen-Regionalligisten fallen mir auf Anhieb nicht ein mit solch einem Nachwuchs.

Dies gelingt uns vor allem durch eine gute Koordination in der Jugend. Hier arbeitet niemand nur für sich, sondern jeder fürs Ganze. Zudem haben wir eine sehr hohe Trainerqualität, das drückt sich auch dadurch aus, dass wir für drei Jugendmannschaften insgesamt acht lizenzierte Trainer haben, sicherlich einmalig weit und breit. Zu guter Letzt denke ich, ist der Wohlfühlfaktor bei uns durch die familiäre Atmosphäre eines kleinen Vereins doch sehr hoch.

Um das Ganze einmal zusammenzufassen: Wo war der SC 13 vor der Saison und wo steht der Verein jetzt?

Vor der Saison war der SC 13 der Verein mit der besten Jugendarbeit in Rheinland-Pfalz und mit einer Frauenabteilung, die nur eine Mannschaft hatte und wo nicht klar war, in welche Richtung sich das Schiff bewegt.

Jetzt ist der SC 13 der Verein mit der besten Jugendarbeit in Rheinland-Pfalz und mit einer Frauenabteilung, die aus zwei Mannschaften besteht, die beide deutliche Schritte in die richtige Richtung unternehmen.

Wir haben ja momentan die Adventszeit. Wenn Du drei Wünsche frei hättest, welche wären das für den SC 13 Bad Neuenahr?

Ich bin ja eher ein Fan davon, dass man sich den Erfolg erarbeitet, als dass man etwas geschenkt bekommt. Von daher würde ich mir wünschen, dass unsere Spielerinnen alle frei von Verletzungen bleiben, die Fans viel Freude an uns haben und auch unsere Unterstützer und Sponsoren ihr Engagement gut angelegt sehen.

Peter Eckhardt fühlte dem sportlichen Leiter auf den Zahn.

Peter Eckhardt fühlte dem sportlichen Leiter auf den Zahn.

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