Empfang der Möhnengesellschaften des Stadtgebietes
Die Möhne eroberten das Rathaus
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Orden, Alaaf und vor allem jede Menge Bützje gab es am Weiberdonnerstag im altehrwürdigen Sitzungssaal des Bad Neuenahrer Rathauses. Bürgermeister Guido Orthen, den kühlen Temperaturen im luftigen Buddhisten-Gewand trotzend, empfing die Möhnengesellschaften des Stadtgebietes, die das närrische Regiment nach allen Regeln der Kunst übernahmen. Musikalisch begleitet vom „Kölschen Jung“ und seinen Mitstreitern, marschierten die Jecken Wiever ein und durften sich über eine in bester Rumpelstilzchen-Manier dargebotene Reimbegrüßung von Bürgermeister Guido Orthen freuen. Doch damit nicht genug, denn die Vertreter der Stadt und der Stadtteile hatten sich für ihre Gäste noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Verkleidet als Franzose, Mafioso, Grieche, Muslima, Edelmann, Asiate, Italiener, Fischer, Römer, Gaukler, Japaner, Spanier und Buddhist sangen Detlev Koch, Peter Krämer, Rudi Frick, Angelika Lüdenbach, Peter Diewald, Fritz Langenhorst, Herbert Pies, Gregor Sebastian, Armin Horst, Hans Seul, Peter Steinborn, Dirk Weber sowie Guido Orthen den Bläck Fööss-Klassiker „Unser Stammbaum“. Mit dem anschließenden „Kölsche Jung“ von „Brings“ samt bürgermeisterlichem Luftgitarren-Solo setzte der schräge Chor sogar noch einen drauf und riss die lautstark mitsingenden Wiever von den Stühlen. Dass auch die Möhnen nicht mit leeren Händen ins Rathaus gekommen waren, verstand sich natürlich von selbst. Aus Ramersbach war ein Schwarm närrischer Bienen eingeflogen, die „ihrem Guido“ im wahrsten Sinne des Wortes „Honig ums Maul schmierten“ und ab sofort am Weiberdonnerstag „auf lau“ das Bürgerhaus benutzen dürfen wie alle anderen Möhnen in den jeweiligen Stadtteilen übrigens auch. Die „Heppinger Käslöffel“ um Obermöhn Simona Myschker hatten nicht nur ein Feuerglas für kalte Tage dabei, sondern wussten auch mit ihrem selbst produzierten „Käslöffelorden“ zu begeistern. Einen humorvollen Rückblick auf das, was vor 66 Jahren in Heimersheim und auf der Welt geschah, präsentierten die Heimersheimer Möhnen, die in diesen Tagen ihr 66-jähriges Bestehen feiern können. So wurde unter anderem bekannt, dass bei der ersten 8.000er-Besteigung anno 1950 tatsächlich nicht eine Heimersheimer Möhn dabei war. Um einen Blick in die Zukunft werfen zu können, überreichte Magret Küster von den „Gimmiger Backeslämpchen“ dem Stadtoberhaupt eine Glaskugel, während die Ahrweiler Möhnen in ihrer Reimrede frei nach dem Motto „die Kur-AG ist insolvent, wer hat denn da gepennt?“ das lokalpolitische Geschehen des vergangenen Jahres von „TWIN“ bis „Handyparken“ nicht unkritisch auf die Schippe nahmen. Passend zum erwähnten „Stammbaum-Lied“ kündigten sich die Damen aus Walporzheim als „Multikulti-Möhnen“ an. Zum guten Schluss wurde so viel Kreativität und jeckes Herzblut mit einer wilden Polonaise durchs Rathaus belohnt. Da konnten dann auch endlich ein paar der begehrten Krawatten als Trophäen erobert werden.
