Grundschule und Kindergarten in Ringen nutzen gemeinsam eine neue Mensa
Einweihung mit Eis und Liedermacher
Premiere im Kreis Ahrweiler gefeiert
Ringen. „Es ist geschafft! Wir können die erste Mensa im Kreis Ahrweiler, die gleichzeitig von einem Kindergarten und einer Grundschule genutzt wird, heute offiziell eröffnen!“ Mit diesen Worten freute sich der Kreisbeigeordnete Fritz Langenhorst (SPD) über eine gelungene Premiere im Kreis Ahrweiler. Im Ringener Kreuzerfeld nehmen künftig die Schüler und Kinder des Ganztagesbereiches der Sankt Nikolaus-Grundschule und des Kindergartens „Unterm Regenbogen“ gemeinsam in neuen Räumlichkeiten ihr Mittagessen ein. Ab sofort lassen es sich dort 80 Schüler und 34 Kindergartenkinder jeden Mittag schmecken. Zur Feier des Tages gab es eine der unumstrittenen Leibspeisen aller Kinder, nämlich Fischstäbchen mit Kartoffelsalat und zum Nachtisch Wassermelone. Da konnte die Spülmaschine beinahe ausgeschaltet bleiben, denn die Teller waren fast alle wie sauber geleckt. Bürgermeister Achim Juchem (CDU) hatte angesichts der drückenden Hitze ein Einsehen mit den Kindern und Erwachsenen, die zur Einweihungsfeier gekommen waren, verzichtete auf eine große Rede und lud stattdessen ein, sich am extra bestellten Eiswagen gütlich zu tun.
Vom Kindergarten in die Schule
Kurz fasste sich auch Kreisbeigeordneter Fritz Langenhorst: „Hoffentlich hat die Mensa den ersten Gourmettest der Kinder bestanden.“ Viele Eltern müssten heute Familie und Ausbildung oder Beruf vereinbaren, und so stelle für viele besonders die Schaffung von Ganztagsbetreuungsangeboten eine Entlastung dar. „Sie wissen ihre Kinder während der gesamten Dauer ihrer berufsbedingten Abwesenheit zuverlässig betreut und versorgt. Darüber hinaus haben sie auch die Gewissheit, dass sie hier individuell gefördert werden“, wusste er. Da sich in der Gemeinde Grafschaft keine weiterführende Schule befindet, habe die Grundschule in Ringen einen ganz besonderen Stellenwert. Als Ganztagsschule in Angebotsform bietet sie seit 2011 auch die freiwillige Nachmittagsbetreuung an. Das gemeinschaftliche Einnehmen des Mittagessens gehöre dabei ebenso dazu, wie auch die Aktivitäten am Nachmittag, welche sich von instrumentaler Ausbildung über Lesen bis Sport erstreckten. „Einen eigenen Raum zu schaffen, der ausschließlich für die gemeinsame Mittagsverpflegung des Kindergartens und der Grundschule genutzt wird, ist deshalb eine sehr wichtige und gute Sache“, so der Kreisbeigeordnete. Zudem werde der Übergang vom Kindergarten in die Schule durch die gemeinsame Nutzung einer Mensa in besonderer Weise vorgelebt. Natürlich beteiligte sich auch der Kreis gerne an diesen Maßnahmen. Für die Mensa und die U-3 Räumlichkeiten sei ein Kreiszuschuss von 96.700 Euro geflossen. Insgesamt habe der Kreis somit seit 2009 für Bau, Ausstattung und Sanierung der sieben Kindertagesstätten in der Gemeinde Grafschaft und der Grundschule in Ringen über eine Millionen Euro an Zuwendungen bewilligt.
Reichlich Freiraum
Jeder Euro, der für die Betreuung und Bildung der Kinder ausgegeben werde, sei die beste Investition überhaupt, argumentierte Langenhorst. Kindertagesstätten und Schulen leisteten für den Nachwuchs eine unverzichtbare Erziehungshilfe und erfüllten einen besonderen pädagogischen Auftrag. Aus diesen Gründen müsse man diese Bildungseinrichtungen auch in Zeiten angespannter öffentlicher Finanzlagen auf einem hohen pädagogischen Niveau halten. „Wir investieren hier schließlich in unsere eigenen Kinder und damit auch in unsere eigene Zukunft.“ Mit kleinen Stühlen und Tischen ausgestattet bietet der Speisesaal für die insgesamt gut 100 Kinder, die an der Mittagsverpflegung teilnehmen, reichlich Freiraum. Mindestens zwei Erzieher, Lehrer, eine Mensa-Angestellte und ein Mitarbeiter eines Cateringservice sind hier täglich im Einsatz. Die Zusammenstellung der Mahlzeiten wird unter der Woche zwischen der Kindertagesstätte und der Grundschule abgesprochen. Im Zuge der Maßnahme wurde die Kindertagesstätte in Ringen aber auch um einen Ruheraum, einen Wasch- und Wickelraum sowie einen Spielflur erweitert. Dem Gemeinderat dankte Juchem für die Zustimmung zu dem 1,25-Millionen-Euro-Projekt, zumal dies in einer Zeit geschehen sei, zu der auf der Grafschaft noch nicht von Haribo die Rede war. Schüsse gab es für das insgesamt 360 Quadratmeter große Gebäude vom Land in Höhe von 263.000 Euro, vom Bund in Höhe von 59.277 Euro und vom Kreis von 96.700 Euro Und es soll schon bald eine weitere Kombination dieser Art geben, denn in Gelsdorf laufen die Arbeiten für eine gemeinsame Mensa von Grundschule und Kindergarten ebenfalls auf Hochtouren. Anfang 2016 soll die Eröffnung sein.
Gemeinsame Küche im Gespräch
Die Ringener Mensa wird derzeit noch von einem Seniorenzentrum beliefert, doch das soll sich ändern. Der Gemeinderat erteilte der Verwaltung einen Prüfauftrag, ob und wie man auf der Grafschaft zentral für alle drei Grundschulen und fünf Kitas kochen könne. Im Gespräch sei dafür als Standort das Untergeschoss des Bürgerhauses in Ringen, so Bürgermeister Juchem. Dann könne man auch das Ziel von frischer regionaler Küche mit heimischen Produkten verwirklichen. Was allerdings auch eine Kostenfrage sei, denn der Elternbeitrag für ein Schüleressen ist auf drei Euro gedeckelt. Im Fall einer eigenen Küche müsste dann die Gemeinde auch das passende Personal einstellen.
Mitsingen nach Herzenslust
Der eigentliche „Stargast“ für die Kinder war aber Kinderliedermacher Uwe Reetz, der nach dem Eis in der Mensa „extra nur für die Kinder“ seine Gitarre auspackte und die Kleinen nach Herzenslust und mit voller Brust mitsingen ließ. Künstlerin Christine Dücker aus Vettelhoven überraschte indes mit einem eigens für die Mensa gemaltem Bild, das sie an den Bürgermeister mit den Worten überreichte: „Weil ich selbst keine Kinder habe, will ich wenigstens hier eine Freude machen.“
