Fortführung des Stolperstein-Projektes
Kreis übernimmt Patenschaft im Themenjahr 2013 - Auftakt im in Heimersheim
Ahrweiler/Ahrkreis. Vier Wochen lang hat die Kreisverwaltung durch die Wanderausstellung „Entrechtet - Deportiert - Ermordet. Stolpersteine für Bad Neuenahr-Ahrweiler“ an die jüdische Kultur im Kreis Ahrweiler erinnert. Nach Schätzung von Dr. Jürgen Pföhler informierten sich in dieser Zeit „Hunderte Besucher“ über das Schicksal jüdischer Mitbürger aus der Kreisstadt, die den Holocaust des Nationalsozialismus nicht überlebten. „Es ging uns darum, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen“, sagte der Landrat.
„Dauerwiderstand“ gegen Rechts
Bewusst habe man die Ausstellung im Januar gezeigt, erklärte er mit Blick auf den 27. Januar, den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Der bundesweite Gedenktag bezieht sich auf den Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945. Seit 2006 ist er auch international der Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.
Da Fremdenfeindlichkeit und rechtsextreme Umtriebe auch vor dem Kreis und seinen Schulen nicht halt machen, „sind Kreis, Kreisstadt und Remagen im Dauerwiderstand“, so der Landrat. Er betonte, „so etwas wie das Braune Haus darf es nie wieder geben“ und versprach, „wird es auch nicht, weil wir dafür eine gute Plattform, eine kommunale Plattform, geschaffen haben“.
Kreis ist Pate für acht Stolpersteine
Zugleich gab Pföhler im Beisein von Bürgermeister Guido Orthen, dem Landtagsabgeordneten Horst Gies, Ausstellungsmachern und Teilnehmern des Arbeitskreises Stolpersteine bekannt, dass der Kreis Ahrweiler die Patenschaft über acht Stolpersteine übernimmt. Die Steine werden im April dieses Jahres von Künstler Gunter Demnig in den Stadtteilen Heimersheim und Bad Neuenahr verlegt: auf öffentlichen Straßen vor jenen Häusern, die der letzte freiwillige Wohnsitz jüdischer Mitbürger waren.
Damit setzt die Rathaus-Kultur Bad Neuenahr-Ahrweiler ihr 2012 verwirklichtes Themenjahr „Stolpersteine“ in diesem Jahr fort. Den vom Landrat ausgesprochenen Dank für das Engagement in der Kreisstadt, gab Bürgermeister Guido Orthen zurück: „Der Kreis hat sich frühzeitig positioniert, somit ist der Zeitpunkt für die Verlegung in Heimersheim günstig“.
Von der Erinnerung an die Heimersheimer Juden in der Bachstraße fühlt er sich unmittelbar berührt, denn „sie waren Nachbarn meines mütterlichen Familienhauses“.
Auch Orthen erklärte: „Es ist unsere Daueraufgabe, wachsam zu sein, damit so etwas hier nicht wieder geschehen kann“.
Die nächste Station
Übrigens wird die nächste Station der Ausstellung „Entrechtet - Deportiert – Ermordet“ der Calvarienberg sein und der Arbeitskreis das Themenjahr 2013 mit zahlreichen Veranstaltungen unter dem Motto „Mit Courage gegen Ausgrenzung“ fortführen.
HG
