Jubiläumskonzert der Big Band
Gordons Big Band 20 Jahre Bandgeschichte
aus Bad Neuenahr -Ahrweiler
Bad Neuenahr. Mit einem energiegeladenen Jubiläumskonzert hat Gordons Big Band im Theatersaal des Augustinum Bad Neuenahr ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Vor zahlreichen Gästen präsentierte das Ensemble die ganze Breite der Big Band Musik: Zwischen klassischen Swingnummern, wie „New York, New York“ und dem rosaroten Panter, modernen Funk-Arrangements und gefühlvollen Balladen spannte die Band einen abwechslungsreichen Bogen durch zwei Jahrzehnte gemeinsamer Musik.
Bereits der Auftakt machte deutlich, dass der Abend nicht nur von nostalgischen Rückblicken leben sollte. Zwar durften Big-Band-Klassiker aus der Ära von Benny Goodman und Glenn Miller nicht fehlen, doch ebenso selbstverständlich fanden moderne Stücke ihren Platz im Programm. Besonders der Funk prägte weite Teile des Konzerts. Titel wie „The Chicken“, „Defibrillator“, „Brass Machine“ oder Bob Mintzers „Computer“ verlangten der Band rhythmische Präzision und Spielfreude gleichermaßen ab.
Gerade bei „Computer“ überzeugte das Ensemble mit dichten Arrangements und ausgedehnten Improvisationen. Die Saxofonisten Justin Hörster und Nora Alvarez Lorenzen setzten mit langen Solopassagen markante Akzente, während die Rhythmusgruppe das anspruchsvolle Stück sicher zusammenhielt. Die Baritonsaxofonistin Daniela Linden verlieh in mehreren Titeln einen kraftvollen, prägenden Klang und wusste im Satz und als Solistin zu überzeugen.
Auch die Blechbläsersektion präsentierte sich Formstark. In „Brass Machine“ lieferten sich Viktoria Knipp und Andreas Stiem ein energiegeladenes Trompeten-Battle, das vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Daneben überzeugten die Posaunisten ebenso wie zahlreiche weitere Solisten mit gekonnten Improvisationen und präzisem Zusammenspiel.
Neben den kraftvollen Funk-Nummern setzte die Band immer wieder bewusst ruhigere Akzente. Stücke wie „Something“ von den Beatles oder „Waters of March“ wurden zurückhaltend und gefühlvoll interpretiert. Besonders atmosphärisch gelang „A Day in the Life of a Fool“, sensibel getragen von Ruth Hilger am Altsax. Dazu den ein oder anderen Latein-Amerikanischen Titel wie „Chilli Pepper“, für den Stephan Ullrich und Stefan Frank die Improvisationen beisteuerten.
Durch das Programm führte Gregor Schürer, ergänzt durch kurze Beiträge von Justin Hörster, der immer wieder kleine Episoden aus der Geschichte der Band einfließen ließ. Dabei wurde deutlich, dass sich Gordons Big Band nicht nur musikalisch weiterentwickelt hat. Moderne Arrangements und jüngere Musikerinnen und Musiker in den Reihen des Ensembles zeigen, dass die Formation auch nach 20 Jahren lebendig geblieben ist.
Zum Finale sorgte „Sing Sing Sing“ noch einmal für spürbar mehr Tempo im Saal, bevor das Publikum den Konzertabend mit lang anhaltendem Applaus würdigte. Das Jubiläumskonzert zeigte damit weniger eine nostalgische Rückschau als vielmehr das aktuelle Selbstverständnis einer Band, die stilistisch offen geblieben ist, hörbar Freude am gemeinsamen Musizieren hat und optimistisch ins nächste Kapitel der Bandgeschichte schaut.
Gordons Big Band Foto: Ralph Ullrich
Gordons Big Band Foto: Ralph Ullrich
Gordons Big Band Foto: Hanna Maria Linden
