Theaterstück im Maternus-Stift beleuchtete die Krankheit Demenz
In der Welt des Vergessens
Altenahr. Im Senioren- und Pflegezentrum Maternus-Stift in Altenahr wurde die Thematik des Erinnerns, die für an Demenz erkrankte Menschen so wichtig ist, in dem Theaterstück „Zweimaleins“ von dem Schauspieler und Seelsorger Thomas Borggrefe einfühlsam und realistisch in der mit Heimbewohnern und Gästen voll besetzten Cafeteria wiedergegeben.
Zuvor begrüßte die Heimleiterin Elisabeth Schroeder-Solf die zahlreich erschienen Gäste und lud im Anschluss noch bei einem kleinen Imbiss und Getränken zum Gespräch mit dem Schauspieler ein. Thomas Borggrefe schlüpfte abwechselnd in die Rolle des Ehemannes und seiner an Demenz erkrankten Frau Else, die früher als Lehrerin unterrichtete. Er beleuchtete die Krankheit so auf seine ganz besondere Art, einfühlsam, schauspielerisch brillant und bis ins Detail immer mit dem Blick des Vergessens und der Vergangenheit. Wie er sagte, „verlieren Bäume im Herbst ihre Blätter und Menschen ihr Gedächtnis“. So griff er auch stets zurück bis in die Kindheit, um Erinnerungen wach zu rütteln, da die Gegenwart vergessen blieb, mit Kinderliedern und Kriegsereignissen. Es war die Geschichte eines liebenden Paares, das vom Partner viel abverlangt, wenn er nicht mehr erkannt wird und sich der einst so geliebte Mensch immer weiter von ihm entfernt. Das Theaterstück hatte aber auch lustige Momente, berührende und schmerzliche zugleich - ein Stück, das tief unter die Haut ging und viel Stoff zum anschließenden Gespräch bot. Der Schauspieler Thomas Borggrefe war übrigens zum zweiten Mal mit einem Theaterstück im Maternus-Stift zu Gast - und vielleicht auch nicht zum letzten Mal.
Dr. Helmut Küster, Einrichtungsleiterin Elisabeth Schroeder-Solf und Schauspieler und Seelsorger Thomas Borggrefe begrüßten zum Theaterabend.Fotos: UM
Schauspieler Thomas Borggrefe in der Welt des Vergessens.
