Sterbebegleitung praxisnah
Letzte Hilfe Kurs 2026: Sterbebegleitung im Kreis Ahrweiler verständlich erklärt
aus Burgbrohl
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Betreuungsvereine im Kreis Ahrweiler – der Betreuungsverein der Evangelischen Kirchengemeinden in der Rhein-Ahr-Region und der SKFM – Katholischer Verein für Soziale Dienste für den Landkreis Ahrweiler e.V. – hatten ihre Mitglieder in Zusammenarbeit mit dem Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V. zum „Letzte Hilfe Kurs“ ins „Hospiz im Ahrtal“ eingeladen. Zehn Mitglieder, die selbst Betreuungen führen bzw. eine Vollmacht ausüben, folgten den Erklärungen von Dr. Liesel Albrecht und Sabine Heller, Koordinatorin des Hospizvereins Rhein-Ahr, die sich intensiv mit dem Thema „Letzte Hilfe“ beschäftigten. Und die Gruppe erfuhr, wie Betreute oder Anvertraute auch in der letzten Lebensphase begleitet werden.
Die beiden Referentinnen erläuterten, welche Phasen ein Sterbender durchläuft. Um einen Menschen lebenswürdig auf dem letzten Weg beizustehen zu können, ist es wichtig, zu verstehen, was in dieser Lebensphase auch körperlich geschieht. In diesem Prozess gibt es Reaktionen, etwa eine Schnappatmung, die erschrecken und verunsichern. Dann ist es hilfreich, solche Reaktionen auch medizinisch einordnen zu können. Anhand praktischer Beispiele zeigten Dr. Liesel Albrecht und Sabine Heller, wie man einen sterbenden Menschen im Sterbeprozess unterstützen kann und welche Handlungen und Mittel gut gegen Angst und Unruhe sind. Ganz praktisch testeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sozusagen im „Selbstversuch“, wie Ahoi-Brause gegen Trockenheit im Mund wirkt. Dieses einfache Mittel lindert quälenden Durst und Trockenheit im Gaumen. Wattestäbchen oder kleinen Schaumstoffschwämmchen, die in Flüssigkeit getunkt werden, verschaffen dem Sterbenden ebenfalls Linderung. In diesem Zusammenhang kann es angeraten sein, nicht irgendeine Flüssigkeit zu nehmen, sondern das Lieblingsgetränk, mit dem der Sterbende positive Erinnerungen verbindet.
Im weiteren Verlauf des Abends wurden mögliche Hilfestellungen durch den Hospizverein Rhein-Ahr und die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) erklärt und aufgezeigt, wie wichtig die Regelung der Rechtlichen Vertretung durch Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung ist. Ebenso wiesen die Referentinnen daraufhin, dass durch die Erstellung einer Patientenverfügung die Behandlungswünsche am Ende des Lebens festgelegt werden sollten, damit auch nur das gemacht wird, was der Betroffene selber gewünscht hat.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlten sich an diesem Abend dank des Vortrags und der praktischen Tipps von Dr. Liesel Albrecht und Sabine Heller bestens aufgehoben und mit ihren Fragen verstanden. Jetzt wissen sie, worauf es bei der Begleitung in der letzten Lebensphase besonders ankommt.
