Besondere Schriftplatten angebracht
Neues Tor zum jüdischen Friedhof
Nachkommen der Familie Heymann kamen extra zur Zeremonie
Dernau. Nur wenige Wochen hat es gedauert, bis eine private deutsch-israelische Gruppe das Projekt zur Errichtung des neuen Tores am Jüdischen Friedhof in Dernau vom ersten Entwurf bis zu Einweihung abschließen konnte. Sieben Besucher aus Israel, Nachkommen der Familie Heymann, hatten die Reise nach Ahrweiler und Dernau unternommen, um bei dieser kleinen Zeremonie dabei sein zu können. Bei dieser Gelegenheit wurden die Schriftplatten, die in Israel, in Hebräisch und in Deutsch, gefertigt wurden, am bereits montierten Tor angebracht. Elchanan Heymann, der heute als Leiter einer Grundschule in Stuttgart arbeitet und dort unter anderem Hebräisch und jüdische Religion lehrt, sprach ein Gebet, sein Bruder Uri Heymann begrüßte unter anderem Pastor Lothar Anhalt und die anwesenden Gäste aus dem Ahrkreis. Lothar Anhalt begrüßte die Gäste seinerseits und erinnerte an die gemeinsamen Wurzeln des Glaubens.
Begehung des Friedhofes
Bei der anschließenden Begehung des Friedhofes wurde intensiv auf die Ursprünge der jüdischen Gemeinde Dernau, dokumentiert seit 1609, eingegangen und von Frau Müller Feldmann, insbesondere die Geschichte der vielen Grabstellen der Familie Heymann erläutert. Dieser berührenden und bewegenden Zeremonie war ein Besuch des ehemaligen Hauses der Familie Heymann in der Hauptstraße in Dernau vorausgegangen. Die heutige Besitzerin Gustel Lindener, die viele Details des Hauses liebevoll erhalten und renoviert hat, berichtete den Damen und Herren aus Israel zur Geschichte des Hauses, welches wohl um 1650 erbaut wurde.
Jüdische Elemente integriert
Das neue Tor wurde nötig, da das alte Holztor seine Funktion nicht mehr erfüllen konnte. Es wurde hierzu ein transparentes Design gewählt, welches den Blick auf den Friedhof öffnet. Einige wesentliche Elemente des jüdischen Kultus wurden in das eiserne Tor integriert: so links und rechts unten dem Davidsstern, Zentral in der Mitte die beiden Schriftplatten, zum einen mit dem Hebräischen Text, der üblicherweise als Schlusssatz auf den jüdischen Grabsteinen steht (sinngemäß: „Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens“) und zum anderen eine Schrifttafel mit den Worten „Stilles Gedenken“. Gekrönt wird das Tor mit der Darstellung der jüdischen Menorah, dem siebenarmigen Leuchter. Die Schriftplatten zum Tor wurden in Jerusalem von Micha Adler, einem Urgroßenkel von Leopold Heymann (geboren in Dernau, gelebt in Ahrweiler und Neuenahr, gestorben in Neuenahr) gestiftet und hergestellt. Eine großzügige Spende von Mitarbeiterinnen von „Petras Lädchen“ in Bad Neuenahr half einen wesentlichen Teil der Kosten abzudecken. Bürger der Region, die es für sinnvoll halten, sich mit einer kleinen Spende an den Herstellkosten zu beteiligen, können unter dem Stichwort „Neues Tor Jüdischer Friedhof Dernau“ eine Spende auf das Konto des Bürgervereins Synagoge Ahrweiler überweisen: Kreissparkasse Ahrweiler IBAN: DE 82 5775 1310 0000 8156 05 BIC: MALADE 51 AHR.
