Allgemeine Berichte | 20.02.2014

„Markt der beruflichen Möglichkeiten“ präsentierte verschiedene Ausbildungswege

Orientierungshilfe für die Berufswahl

In den Werkstätten d bekamen Schüler und Eltern einen Einblick in die praktische Arbeit.  FIX

Bad Neuenahr. Mit einem „Markt der beruflichen Möglichkeiten“ und dem angegliederten „Tag der offenen Tür“ bot die Berufsbildende Schule des Landkreises Ahrweiler (BBS) in Bad Neuenahr erneut Orientierungshilfe für junge Menschen für ihre Berufswahl und Einblick in das Schulangebot der größten Bildungseinrichtung im Landkreis Ahrweiler. Zudem waren zahlreiche Betriebe, Dienstleister und Behörden vor Ort, um über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und einen Einblick in die alltägliche Praxis zu geben. Den Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurde eine hilfreiche Gelegenheit geboten, sich aus erster Hand bei Fachleuten zu informieren.

„Verantwortung für die Zukunft junger Menschen“

Schulleiter Hans-Werner Rieck informierte über die aktuelle Situation der Ausbildung an der Berufsbildenden Schule, Landrat Jürgen Pföhler über die Rolle des Kreises in Sachen Bildung, aber auch Vertreter der Industrie- und Handelskammer, des regionalen Handwerks und der Arbeitsagentur über gegenwärtige Entwicklungen in den vielfältigen Ausbildungsberufen. „Wir alle stehen in großer Verantwortung für die Zukunft der jungen Menschen“, eröffnete Schulleiter Hans-Werner Rieck die Gesprächsrunde. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den beruflichen Nachwuchs seien derzeit äußerst günstig. Aufgrund der vielfältigen Informationen, die an junge Menschen herangetragen werden, seien Qualifikationen enorm wichtig, um den Herausforderungen in der Berufs- und Arbeitswelt zu begegnen, so der Schulleiter. Zur Situation an seiner Schule konnte Hans-Werner Rieck berichten, dass der Unterrichtsausfall im Vergleich zum Vorjahr von 14 Prozent auf 7,8 Prozent reduziert werden konnte. „Immer noch zu viel, aber wir arbeiten dran.“ Man habe Probleme, geeignete Lehrkräfte zu finden für Fächer wie Informatik, Mathematik, Gesundheit und Pflege. Um die bestehenden Schulformen zu optimieren, kooperiert die BBS besonders mit dem Kreis Ahrweiler als Schulträger. Er ist unter anderem für die materielle Ausstattung zuständig. Landrat Jürgen Pföhler bezeichnete Schule als „Gemeinschaftsleistung“, bei der alles zusammenarbeiten muss, damit nichts aus den Fugen gerät.“ Die Aufgaben des Kreises als Schulträger skizzierte er in Form der Verantwortlichkeit für die Schulgebäude. Außerdem spiele die Nachhaltigkeit eine große Rolle. Pföhler unterstrich weiter: „1000 Quadratmeter Solarmodule auf den Dächern produzieren hier Strom.“ So versorge die Sonne allein drei Einfamilienhäuser. Der Landrat erklärte weiterhin, dass in Kürze ein Antrag gestellt werden soll, der den Weg freimache, die BBS in ein berufliches Gymnasium mit Schwerpunkt Wirtschaft zu erweitern.

Bewerbermangel im Handwerk

Kreishandwerksmeister Frank Wershofen klagte angesichts geburtenschwacher Jahrgänge über einen zunehmenden Mangel an Auszubildenden für das Handwerk. Die Zeiten, als ein Schulabsolvent trotz guter Noten mit anderen jungen Menschen um einen Ausbildungsplatz konkurrieren musste und bisweilen in einem ungeliebten Beruf landete, sind vorbei. „Es ist weniger ein demografisches als ein gesellschaftliches Problem. Der Mensch wird an seiner schulischen Ausbildung gemessen“, glaubt indes Kreishandwerksmeister Frank Wershofen. „Das Handwerk wird immer mehr vergessen.“ Durch entsprechende Kampagnen wollen er und sein Team nun das Image der handwerklichen Ausbildung aufpolieren und die Karrieremöglichkeiten aufzeigen.

Zudem will man sich verstärkt an die Eltern wenden, „denn die haben großen Einfluss auf die Berufsentscheidung der Sprösslinge.“ Damit nicht genug: „Durch eine verstärkte Kooperation wollen wir dem Miteinander zwischen Schulen und Betrieben einen festen Rahmen geben“, führte Wershofen weiter aus. „Dadurch erhoffen wir uns, nicht nur formelle Hürden aus dem Weg zu räumen, sondern auch, junge Menschen für Handwerksberufe zu begeistern und als Nachwuchskräfte für unsere Betriebe zu gewinnen.“ Im Kreis Ahrweiler sind derzeit 1290 Meisterbetriebe sowie 560 handwerksähnliche Betriebe eingetragen.

Nicht jeder muss studieren

Eher Studium statt Berufsausbildung - eine Tendenz, die auch Susanne Guth von der Agentur von Arbeit feststellte: „Mit besonderer Sorge beobachten wir die Neigung mancher Schüler, mit dem Verlängern der Schulzeit die Entscheidung für einen Beruf noch etwas hinauszuzögern.“ Auch sie bestätigte, dass die Eltern häufig ihre Kinder zu weiterem Schulbesuch drängten. Man dürfe vor allem die positiven Seiten einer Ausbildung nicht vergessen: „Die Auszubildenden starten erheblich früher ins Berufsleben und verdienen Geld.“ Lehrlingswart Rolf Genn skizzierte ein wenig ermutigendes Bild. „Pro Jahr bieten wir im Kreis 250 Ausbildungsstellen an und wir erwarten, dass zehn bis fünfzehn Prozent davon nicht besetzt werden können.“

Wenn man hier keine Lösung finde, dann werde der Fachkräftemangel in Deutschland zu einem noch größeren, wirtschaftlichen Problem, glaubt Genn. Betriebe werden zunehmend nicht mehr ausbilden, so der Lehrlingswart. Bernd Greulich von der IHK berichtete von deutlichen Zuwächsen bei den Ausbildungsverhältnissen, doch gerade in dem für den Tourismus im Kreis bedeutenden Berufen des Gastgewerbes habe die Zahl um mehr als acht Prozent abgenommen. So hätten auch im vergangenen Jahr wieder nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden können. Gerade Berufe wie „Kaufmann im Gesundheitswesen“ oder „Fachkraft für Lebensmitteltechnik“ böten gute Perspektiven, seien aber wenig nachgefragt, so Greulich.

Mädchen im Hadnwerk

„Der Mädchenanteil im Handwerk ist verschwindend klein“ stellte Rita Gilles vom Netzwerk Frau und Beruf fest.“ Mädchen müssten zunehmend für Handwerksberufe begeistert werden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, so Gilles. Drei Vertreterinnen vom Remagener Campus warben so beispielsweise im Rahmen des Ada Lovelace-Projektes für weibliche Studenten in den MINT-Fächern. Die Hauswirtschaftsklasse bot kleine Snacks an, von insgesamt 20 Kursteilnehmer sind gerade einmal fünf Jungs dabei. An der Drehbank, beim Schweißen oder beim technischen Zeichnen sind die Jungs bisher noch unter sich.

Einen Einblick in die große Palette der beruflichen Möglichkeiten.

Einen Einblick in die große Palette der beruflichen Möglichkeiten.

In den Werkstätten d bekamen Schüler und Eltern einen Einblick in die praktische Arbeit. Fotos: FIX

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