Fußball - SC 07 Bad Neuenahr
„Papa“ Bell ist stolz auf seine Mädels
SC 07 trotzt Wolfsburg einen Punkt ab 2:2 (1:1)
Bad Neuenahr. Nach einem dramatischen Spiel zwischen dem SC 07 Bad Neuenahr und Herbstmeister VfL Wolfsburg feierten 420 Zuschauer im Apollinarisstadion eine Heimelf, die den Favoriten am Rande der ersten Niederlage hatte. Auch die Zuseher bei dfb.tv konnten einen SC 07 bestaunen, der im Laufe des Spiels über sich hinaus wuchs. Dabei mussten beide Teams auf jeweils einen wichtigen Protagonisten verzichten, denn mit der am Oberschenkel verletzten Aylin Yaren fehlte Colin Bell eine seiner Kreativspielerinnen. Auf Wolfsburger Seite suchte man Trainer Ralf Kellermann vergebens, der mit einem grippalen Infekt das Bett hüten musste.
Die Gäste bestimmten die ersten 20 Minuten in einer beeindruckenden Art und Weise und so war es nicht verwunderlich, das Alexandra Popp eine Flanke von Verena Faißt zur VfL Führung einköpfte. Acht Minuten waren da gespielt, also noch während des Fanprotests „12:12“, dem auch die Neuenahrer Celtics folgten und während der ersten 12 Minuten und 12 Sekunden schwiegen. SC 07 Torhüterin Almuth Schult musste während dieser Anfangsphase mehrfach in höchster Not retten und nicht wenige befürchteten ein Debakel für den Kurstadtclub. Ein Pressschlag von Laura Störzel hebelte dann nach 26 Minuten die keineswegs sattelfeste Abwehr der Gäste aus. Sarah Gregorius reagierte geistesgegenwärtig und überwand Alisa Vetterlein, im Wolfsburger Gehäuse, mit einem Schrägschuss aus 12 Metern. Ein Ausgleich aus dem Nichts also, aber ein Tor mit Signalwirkung, denn fortan bestimmte eher der SC 07 das Geschehen. Wolfsburg wirkte angeschlagen und hatte nun Glück, dass Celia Okoyino da Mbabi zwei Großchancen nicht nutzte.
Mit dem 1:1 Zwischenstand ging es in die Kabinen und sofort nach Wiederbeginn übernahm die Bell Truppe wieder das Kommando. Sechs Minuten waren wieder gespielt, als Jessica Bade mit Alexandra Popp zusammenprallte und mit Verdacht auf eine Armfaktur ins Krankenhaus gebracht werden musste. Gott sei Dank bestätigte sich dieser Verdacht nach dem Spiel nicht. Rebecca Knaak wurde ins Spiel geschickt und war keine 120 Sekunden auf dem Platz, als sie Celia Okoyino da Mbabi mit einem Steilpass auf die Reise schickte. Celia enteilte zum wiederholten Mal der verunsicherten Josephine Henning und überwand Vetterlein zum umjubelten 2:1-Führungstreffer.
Nun war es wieder Wolfsburg, die eine starke Reaktion zeigten und vehement auf den Ausgleich drängten. Nachdem Almuth Schult gegen Viola Odebrechts Schuss aus fünf Metern grandios reagierte, gelangte der Ball über Umwege zu Zsanett Jakabfi, die Schult aus 16 Metern, mit einem satten Flachschuss keine Chance ließ. Eine Minute später wurde Nadine Keßler im Strafraum des SC 07 regelwidrig zu Fall gebracht, so dass Schiedsrichterin Marija Kurtes zwangsläufig auf den ominösen Punkt zeigen musste. Verena Faißt, am Donnerstag noch für die DFB Auswahl erfolgreich, vergab kläglich, als sie den Versuch weit neben das Tor von Almuth Schult setzte. Trotzdem drückten die Gäste weiter, fanden aber gegen einen aufopferungsvoll fightenden SC 07 kein Mittel mehr, um Almuth Schult zu überwinden. So waren sich nach der Partie beide Trainer einig über die Gerechtigkeit des Resultates.
Marc Oliver Stricker (Co Trainer VfL): „Glückwunsch an Bad Neuenahr, die diesen Punkt redlich verdient haben. Sie haben nicht nur verteidigt, sondern versucht aktiv an diesem Spiel teilzunehmen. Natürlich hätten wir früh für die Entscheidung sorgen können, aber ein so gut organisiertes Team, wie der SC 07 ist halt schwer zu schlagen.“
Colin Bell: „Ich bin richtig fertig. Was meine Mädels heute geleistet haben, nötigt mir den größten Respekt ab. Unterstützt von einem tollen Publikum haben wir die beste Mannschaft in Deutschland am Rande einer Niederlage gehabt. Es ist wie in einer Familie. Nach dem 1:4 in Frankfurt gab es Stress, aber wenn Kinder Mist bauen, redet man darüber und versucht es besser zu machen. Insofern ist der Papa heute stolz auf seine Mädels.“
Es spielten für SC 07: Almuth Schult, Laura Störzel, Antonia Hornberg, Jessica Bade (51. Rebecca Knaak), Celia Okoyino da Mbabi, Nicole Rolser, Nadine Rolser, Sarah Gregorius, Leonie Maier, Peggy Kuznik, Anja Selensky.
Tore: 0:1 Alexandra Popp (8.), 1:1 Sarah Gregorius (26.), 2:1 Celia Okoyino da Mbabi (53.), 2:2 Zsanett Jakabfi (61.).
Zuschauer: 420.
SR: Marija Kurtes (Düsseldorf).
Besondere Vorkommnisse: Verena Faißt (VfL Wolfsburg) verschießt Foulelfmeter (62.).
