Piusfenster im Hemmessener Dom
Piusfenster finden neue Heimat im Hemmessener Dom
aus Bad Neuenahr-Ahrweiler
Bad Neuenahr-Hemmessen. Sie thematisierten die Ausschüttung des Heiligen Geistes auf das Land, auf das Wasser, auf die Gemeinde. In langen farbenfrohen Bändern durchzogen die Buntglasfenster die gesamte Piuskirche und tauchten den Bau in ein frohmachendes Licht. Blutrot bahnten sich Feuerzungen den Weg vom First oberhalb des Altarraums in die Welt.
Mit der Niederlegung der Kirche warf Kooperator und Kunsthistoriker Dr. Arno Lutz Henkel auch die Frage auf, ob nicht ein Stück der Piusgemeinde mit ihrer lebendigen und einmaligen Geschichte zumindest in der Form präsent bleiben könnte, dass Elemente dieser Fenster im nahgelegenen „Dom“ eine neue Bleibe fänden, der sich nach der Flut zum Treffpunkt des Veedels mauserte.
Der Berliner Architekt Hendrich Rauschning stellte sich der Aufgabe, betrachtete sich das Farbspiel und die in Karees gefassten Fensterelemente und komponierte sie neu, denn eins zu eins konnten sie keinesfalls übernommen werden. Hier lagen sie als breite Bänder zwischen Mauerwerk und Dach, dort warten aufstrebende neugotische Fensterfassungen darauf, neu bestückt zu werden. Rauschning waren die Fenster des hiesigen Glaskünstlers Rudolf Maur bereits vertraut – ein weiteres Kontingent der bunten Scheiben wird in einem Konzertsaal auf Rügen eingesetzt werden.
In Hemmessen ersetzen die neuen Fenster einfache, eher wie eine Notlösung wirkende Fünfzigerjahrescheibchen. „Der Raum wird jetzt unglaublich gewinnen und als Ort des Innehaltens und des Gebets noch einladender sein“, so einhellig der Vorstand des Förderkreises. Aber auch Kulturveranstaltungen und soziale Angebote sollen zukünftig im Dom ihren Platz haben, so die Initiatoren, die dankbar und froh, aber auch mit Respekt auf das Projekt schauen, das zukunftsweisend zudem durch eine flexibel nutzbare Lichtanlage ergänzt wird; Immerhin gilt es eine Spendensumme von 50.000 € zu akquirieren. Hierfür wurde die Spendenkampagne „Lichtblicke – Pius im Dom“ ins Leben gerufen. Sie möchte Menschen motivieren, das Projekt zu unterstützen. Die Fensterentwürfe, ergänzt durch weitere 60 Ideen von Schülerinnen und Schülern des Calvarienbergs, werden präsentiert im Rahmen eines Sommerfests im benachbarten DomCafé am Sonntag, den 23. August ab 14 Uhr 30.
Die Ausstellung ist noch bis zum 06. September geöffnet - an Wochenenden von 10:00 bis 17:00 und dienstags und donnerstags von 14:30 bis 21:30 zu den Öffnungszeiten des DomCafes. Rückfragen und weitere Informationen: Markus Hartmann, Vorsitzender des Förderkreises, 0160-96609869 oder unter hemmessener-dom@gmx.de.
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Wie fügen sich Fensterbänder der Sechziger in neugotische Formen? Eine Ausstellung wird es zeigen. Foto: Henrich Rauschning