Mittelstandsreformen Ahrweiler
Reformen für den Mittelstand jetzt
aus Bad Neuenahr-Ahrweiler
Marienthal/Ahr. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Kreisverband Ahrweiler und dem Bezirksverband Koblenz Montabaur durften sich über ein volles Haus an interessierten Mittelständlern freuen. Beide Organisationen haben die Veranstaltung gemeinsam mit dem Klostergut Marienthal vorbereitet und durchgeführt. Viele Unternehmer, Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft wohnten der Jahresveranstaltung bei. Nach kurzen Begrüßungen von MIT-Kreisvorsitzenden, Elmar Lersch und dem MIT Bezirksvorsitzenden, Detlef Odenkirchen, führte Vorstandsmitglied des MIT Kreisverband Ahrweiler, Prof. Dr. Dr. Franz Josef Schneider als Moderator durch den Abend. Mit Eloquenz, Humor und fachlicher Brisanz verlieh er der Veranstaltung Kurzweiligkeit und Spannung. Als Gast des Abends konnte die MIT den Politikwissenschaftler Prof. Dr. Uwe Wagschal, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Baden-Württemberg, gewinnen und erleben. Wagschal analysierte professionell und sehr informativ darüber, warum es in Deutschland einen Reformstau gibt. Warum es so schwer ist, ihn wieder los zu werden und dass es Mut benötige, Reformen durchzusetzen. In den meisten Fällen geht das zu Lasten der Politiker selber, wollen diese doch alle am Ende des Tages wiedergewählt werden. Reformen sind also nichts für Feiglinge. Interessant war auch zu sehen, welche Parteien mit anderen Mitbewerbern gemeinsame Schnittmengen haben und wo sie sich grundlegend unterscheiden. Dies hat Wagschal eindrucksvoll skizziert und betrachtet. Seine These: Mehr Schulden lösen den Reformstau eher nicht, da sie den politischen Handlungsspielraum mittel- und langfristig aufgrund der Zinslast einengen, scheint hier nachvollziehbar. Er führt weiter aus: Die derzeitige Bundesregierung zeigt zwar Reformtätigkeit, die Reformtiefe lässt jedoch zu wünschen übrig; verteilungspolitisch schwere Reformen stehen demnach noch an. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland nur in der Umweltpolitik „gut“ ab, so der Politikwissenschaftler. Auch das Thema „Brandmauer“ war ein Diskussionspunkt. Hier wurde u.a. auch deutlich, dass die CDU als Partei, ohne Not, sich selbst eine Demokratiemöglichkeit untersagt hat. In der künftigen Politikgestaltung kann das der Partei auf die Füße fallen und zum Problem werden. Als Fazit lässt sich sagen, dass Reformen unbequem und zu Lasten von Politikern aber auch der Gesellschaft werden können. Das scheut der Politiker dem Grunde nach, wie der Teufel das Weihwasser. Ansätze zur Lösung des Reformstaus sieht der Politikwissenschaftler auf politisch-institutioneller, ökonomischer sowie Verwaltungs- und Staatsebene. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die anschließende Diskussion mit den Besuchern der Veranstaltung. Sie bereicherte diesen Abend ungemein und rundete die spanende Veranstaltung zum Teil sehr lebendig ab. Bei Flammkuchen und Wein wurde anschließend noch bei bilateralen Gesprächen der Abend genussvoll beendet. Die MIT zeigt sich zufrieden und freut sich bereits heute, die thematische Veranstaltungsreihe fortzusetzen.
Foto: v. l. Detlef Odenkirchen, Elmar Lersch, Prof. Dr. Wagschal und Prof. Dr. Dr. Franz Josef Schneider. Der MIT Vorstand bedankte sich bei ihrem Gastredner mit einem guten Tropfen von der Ahr.
Weitere Themen
Detlef Odenkirchen, Elmar Lersch, Prof. Dr. Uwe Wagschal und Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Schneider stellen sich zum Pressefoto bei der Übergabe des Gastgeschenks Foto: Josef Niethen