Aloisius Jugend feiert
Schützensilber der Aloisius-Jugend gezeigt
Feierlichkeiten zur 200-Jahr-Feier starteten mit einer Ausstellung
Ahrweiler. Bevor die Feierlichkeiten zum 200. Jubiläum der Aloisius-Jugend so richtig in die Vollen gehen, stand als Auftakt die Sonderausstellung „Das Königssilber der Aloisius-Jugend Ahrweiler“ im Schützenmuseum am Marktplatz an. Diese bot eine einmalige Gelegenheit, die historischen Schilde, Zepter und auch Fotografien des Ahrweiler Schützennachwuchses persönlich unter die Lupe nehmen zu können. Denn ansonsten sind sie das ganze Jahr an sicherem Ort verwahrt und werden nur - wenigstens teilweise - am Aloisiusfest hervorgeholt, wenn die neue Majestät mit Silber und Zepter versehen unter den Klängen des Tambourcorps und begleitet von Hauptmann, Fahnen und Offizieren durch die Stadt zieht und sich der Bevölkerung präsentiert.
Ob das Königssilber der Aloisius-Jugend auch im künftigen Schützenmuseum auf der Rausch zu sehen sein wird, steht noch in den Sternen. „Ein Interesse unsererseits besteht natürlich“, teilte Aloisius-Jugend-Vorsitzender Peter Terporten im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Samstagmorgen „Blick aktuell“ mit. Denn „200 Jahre sind Grund genug, das Silber zu zeigen“, wie er auch in seiner Eröffnungsrede betonte.
Silbrig sind die Schilde übrigens erst seit 1865. Mit einer Ausnahme im Jahr 1856 wurden sie nämlich seit 1813 aus bronzefarbenem Messing gefertigt. Das berichtete Museumsleiter Herbert Engel, selbst in seiner Jugendzeit ein Aloisiusjunge, in seiner Ansprache.
Das älteste Schild stammt aus dem Jahr 1813; es erinnert an die damalige Aloisiusmajestät Tilmanus Josephus Velten. Wahrscheinlich war er nicht der erste König der Aloisius-Jugend, doch ist sein Schild der erste Hinweis auf die Jungschützen - deshalb wird auch in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen gefeiert.
In die heutige Königskette integriert ist übrigens seit 1986 eine vom damaligen Bürgermeister Rudolf Weltken gestiftete Reliquie des Seligen Peter Friedhofen, der eng mit der Aloisius-Jugend und der Aloisiusverehrung in Verbindung stand. „Aloisius war ein Vorbild, dem Erzbischof Cyrillus Jarre und Peter Friedhofen gefolgt sind“, erwähnte auch Engel die Namen zweier großer Söhne der Stadt.
Kein Schild fehlt
„Die Gründung der Aloisius-Jugend ist das Beste, was den Junggesellen- und Bürgerschützen in Ahrweiler passieren konnte“, betonte der Museumsleiter auch als ehemaliger König der Bürgerschützen. „Die Aloisius-Jugend ist ein Jungbrunnen für die Schützengesellschaften.“ Mit der 200-Jahr-Feier der Aloisius-Jugend fände nun die Abfolge der großen Jubiläen der Ahrweiler Schützen ihren Abschluss, nachdem die Bürgerschützen 2003 das 600-Jährige und die Junggesellenschützen im vergangenen Jahr das 400-jährige Bestehen feierten.
„Es ist eine große Ehre für mich, Schirmherr der 200-Jahr-Feierlichkeiten zu sein“, betonte Landrat Dr. Jürgen Pföhler. „Wo gibt es das außer bei der Aloisius-Jugend, dass 200 Jahre nahtlos dokumentiert werden können?“, fragte er die rund 50 Anwesenden bei der Ausstellungseröffnung.
„Keines der Schilder seit 1813 fehlt nämlich.“ Sogar eine frühe Fotografie aus dem Jahr 1882 war in der zweitägigen Schau im Schützenmuseum zu sehen. Musikalisch untermalt wurde sie am Samstagmorgen von den Klängen des Aloisius-Tambourcorps.
Das älteste erhaltene Königsschild erinnert an den Aloisiuskönig Tilmanus Josephus Velten im Jahre 1813.
Präsentierten die Ausstellung im Ahrweiler Schützenmuseum und das erste Königsschild von 1813 v.r.: Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Aloisius-Jugend-Geschäftsführer Rolf Groß, Museumsleiter Herbert Engel, Aloisiuskönig Marc Terporten, Bürgerschützenmajestät Edgar Flohe, Aloisius-Jugend-Vorsitzender Peter Terporten und Junggesellenkönig Peter Ropertz.Fotos: Bünnagel
