Allgemeine Berichte | 21.03.2014

Literaturkreis Frau und Kultur

„Solneman der Unsichtbare“

Ingeborg Heins referiert über den Roman von Alexander Moritz Frey

Bad Neuenahr. Nahezu vergessen ist der Autor Alexander Moritz Frey seit seinem Tod 1957. Der satirische Roman „Solneman der Unsichtbare“ erzählt von einem seltsamen Fremden, der den Bürgern einer Stadt für eine Unsumme von 150 Millionen Mark den Stadtpark abkauft und die seither von Neugier zerfressen sind. Um das Areal herum errichtet er eine dreißig Meter hohe Mauer, denn der Sonderling, dessen wahre Gestalt niemand kennt, pocht auf absolute Anonymität und Wahrung seiner Privatsphäre. Das freilich ertragen die Bürger nicht.

Märchenhafter Reichtum, gepaart mit der Verweigerung von Gemeinschaft, rücken den Abgeschiedenen in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Immer bizarrer geraten die Versuche neugieriger Städter und bornierter Vertreter der Obrigkeit, das Geheimnis um den rätselhaften Eremiten im Park zu lüften, bis dieser am Ende entnervt kapituliert. Auch wenn die Stadtbewohner irgendwann gar das Militär schicken, um sich Einblick zu verschaffen, handelt es sich bei dem Roman nicht bloß um eine weitere Satire auf das Kaiserreich. Schon allein Alexander Moritz Freys Talent, den „markigen“ Zeitton so genau zu treffen und gleichzeitig ironisch zu brechen, ist herausragend. Feinste Beobachtung gemischt mit „grellen Bildern“ lassen das Buch aus der Literatur der Zeit hervorstechen.

Die Geschichte des Autors

Alexander Moritz Frey, geboren am 29. März 1881 in München, gestorben am 24. Januar 1957 in Zürich. 1903 Abitur in Mannheim; Jura- und Philosophiestudium in Heidelberg, Freiburg und München. Freier Schriftsteller in München; im Ersten Weltkrieg als Sanitäter an der Westfront. Moritz Alexander Frey, der im Krieg in der gleichen Einheit wie Adolf Hitler dient, weist später alle Annäherungsversuche der Nationalsozialisten zurück und bekennt sich zum Pazifismus. 1933 Flucht nach Österreich, 1938 in die Schweiz; er kehrt nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr nach Deutschland zurück.

Ingeborg Heins wird am Donnerstag, 27. März um 16 Uhr in der Stadtbibliothek Bad Neuenahr, Willibrordusstraße, über dieses Buch referieren. Veranstalter ist der Literaturkreis Frau und Kultur, weitere Infos bei Anke Linsa, Tel. (0 26 43) 90 02 40 und Elisabeth Odekerken Tel. (0 26 41) 2 55 86, Interessierte sind stets willkommen.

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