Allgemeine Berichte | 11.07.2014

Ausstellung in der ehemaligen Synagoge Ahrweiler

Steilvorlage für die Kunst

Are-Gilde eröffnete mit einer Vernissage die diesjährige Themenausstellung – noch bis Sonntag

Steilvorlage für die Kunst

Ahrweiler. Die Erste Vorsitzende der Are-Gilde, Eva-Maria Kreuter, eröffnete mit folgenden Worten am Sonntagnachmittag die diesjährige Themenausstellung „Steilvorlagen“ der traditionsreichen, 1941 in Ahrweiler gegründeten Künstlervereinigung: „Steillagen - ein auf den ersten Blick nicht ganz handzahmer, vielleicht auch sperriger Titel für eine Kunstausstellung. So mag man auf den ersten Blick denken. Lässt man sich aber mit offenem Herzen, mit der Vielfalt der Gedankenspiele und dem Mut zur eigenen Fantasie auf diesen Begriff ein, so entsteht Besonderes.“ Und in der Tat: Das Thema war eine echte Steilvorlage für die Künstler der Gilde. Mit kunstvollen Fotografien, Acryl- und Ölgemälden, Aquarellen, Tuschezeichnungen, Collagen, Keramiken und Skulpturen näherten sie sich auf verschiedenste Weise dem Sujet.

Perspektiven der "Steillagen"

In der ehemaligen Synagoge in Ahrweiler waren gekonnt arrangierte Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den Weinbergen der Ahr und Werke in Öl wie Robert Reuters „Steillagen an der Bunten Kuh“ ebenso zu sehen wie abstrakte Verarbeitungen des Themas wie Reuters „High Heels“, eine witzige, augenzwinkernde Interpretation des Begriffs „steil“ in Form eines geschrumpften Mannes im Anblick des riesigen Absatzes eines überdimensionalen Frauenbeins im hochhackigen Schuh. Auch einer der ausstellenden Künstler, Werner Grau, hatte sich nicht nur in Form von Ölgemälden wie „Domgebirge“ und „Draufgänger“ Gedanken zum Thema „Steillagen“ gemacht, sondern sie auch niedergeschrieben: „Im malerischen Ahrtal versteht man allenthalben unter einer Steillage einen an einem Steilhang gelegenen Weinanbau. Dort gedeihen jene edlen Rotweine, denen die Region den Namen Rotweinstraße zu verdanken hat. Wer sich so eine Steillage einmal aus der Nähe betrachtet, dem wird schnell klar, welche Mühen, aber auch Erfahrungen deren Bewirtschaftung dem Winzer abverlangt. Dem Auge eines Malers hingegen bieten solche Steillagen spannende Perspektiven und reizvolle Landschaften ein wirklich lohnendes Motiv, um mit der Staffelei in die Weinberge zu ziehen und ,plein air’ zu arbeiten. Nicht empfehlenswert hierbei ist unbotmäßiger Genuss des Roten quasi zur Beflügelung der künstlerischen Inspiration. Absturzgefahr nicht gänzlich ausgeschlossen“, so seine Ausführungen mit einem guten Schuss Ironie.

Überraschungsgast

Als Überraschungsgast trug auch die Lyrikerin und Autorin Beatrix Kefferpütz aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, die Kreuter kurzfristig und spontan für die Vernissage gewonnen hatte, einen eigenen Text vor. Für die musikalische Untermalung der mit rund 70 Gästen sehr gut besuchten Ausstellungseröffnung sorgten Flötistin Lisa Weber und Pianistin Meike Reiland am Flügel.

Finissage am Sonntag

Zu sehen sein wird die Ausstellung der Künstlervereinigung Are-Gilde noch bis kommenden Sonntag, wenn eine Finissage zwischen 17 und 18 Uhr sie abschließt. Geöffnet ist täglich zwischen 14 und 18 Uhr. Wer noch eines der begehrten Werke ergattern möchte, der sollte sich sputen. Denn bereits während der Vernissage klebten an einigen Bildern und Plastiken rote Punkte, die den getätigten Verkauf anzeigen. Neben den angesprochenen Werken von Reuter und Grau sind Arbeiten folgender Künstler zu sehen und zu erwerben: Cristina Schäfer, Susanne Selbach, Werner Winkler, Ulrich Schmidt-Contoli, Angelika Castelli, Anneli Leufgens, Werner Mertens, Elke Jakobs, Karin Maria Betz, Dr. Horst Saul, Bernadette Heeb-Klöckner, Peter Krebs, Kolja Schäfer, Michael Schönhöfer und Dr. Manfred Pusch.

Flötistin Lisa Weber und Pianistin Meike Reiland am Flügel sorgten für die musikalische Untermalung der Vernissage. Fotos: BÜN

Die Erste Vorsitzende der Are-Gilde, Eva-Maria Kreuter, eröffnete am Sonntagnachmittag die diesjährige Themenausstellung.

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