THW Bendorf unterstützte bei Bombenentschärfung in Weitersburg
35 Helferinnen und Helfer im Einsatz
6.000 Einwohner mussten evakuiert werden
Weitersburg/Bendorf. Nach dem Fund einer 1.000kg schweren amerikanischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, mussten am 27. Juli Weitersburg und Teile von Bendorf, Vallendar und Niederwerth für die Entschärfung evakuiert werden. Die Räumung betraf neben 6.000 Anwohnern auch eine Klinik und zwei Altenheime.
Bei der Erschließung eines Neubaugebietes in Weitersburg bei Koblenz war das Gelände planmäßig auf alte Kampfmittel untersucht worden. Nach der Sichtung von alten Luftbildaufnahmen und der Kontrolle durch den Kampfmittelräumdienst entdeckte dieser am Montag, 21. Juli, eine 1 000kg schwere amerikanische Fliegerbombe, und erhielt den Auftrag für die Entschärfung. Um dies zu realisieren, wurden für die am Sonntag, 27. Juli, angesetzte Entschärfung 6.000 Einwohner aus Weitersburg sowie Teilen von Bendorf, Vallendar und Niederwerth evakuiert. Neben Privathaushalten mussten zwei Altenheime und eine Klinik geräumt werden. Dies forderte die 800 am Einsatz beteiligten Einsatzkräfte aller Organisationen heraus. Straßen wurden abgesperrt, mit Rettungswagen wurden Rollstuhlfahrer und Liegendpatienten in umliegende Einrichtungen gebracht und die Bereitstellungsräume mit Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und THW-Einheiten gefüllt. Da auch das Rathaus der für den Einsatz verantwortlichen Verbandsgemeinde Vallendar in der Sperrzone lag, kam die Einsatzleitung in den Räumen des Berufsförderungswerks Vallendar zusammen. Um 14:30 Uhr hieß es: „Wir beginnen mit der Entschärfung.“ Die Entschärfung musste zwischenzeitlich unterbrochen werden, da ein Bauer mit seinem Traktor die Sperrzone passierte. Um 15:14 Uhr verkündete dann die Einsatzleitung: „Bombe erfolgreich entschärft und der Evakuierungsbereich ist ab sofort wieder freigegeben.“
Umfangreiche Vorbereitungen
Nach umfangreichen Vorbereitungen, die schon die ganze Woche über einige Bendorfer THW’ler stark forderten, lautete der Einsatzauftrag für das THW:
- Zubereitung und Verteilung von Verpflegung und Getränken für die Einsatzkräfte im Einsatzabschnitt Nord,
- Lautsprecherdurchsagen im Sperrbezirk mit acht Fahrzeugen,
- Bereitschaft für einen technischen Zug mit den Komponenten Führung, Bergung, Beleuchtung, Räumen und Transport,
- Stellung von Fachberatern für Einsatzleitung und Einsatzabschnittsleitungen,
- Unterstützung bei der Pressearbeit,
- Stromversorgung an der Fundstelle,
- und noch einiges mehr.
Um diese Aufgaben zu erledigen, trafen sich Sonntagmorgen, 7 Uhr, 35 Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks Bendorf in der Unterkunft in der Brauereistraße. Unterstützung erhielten sie aus den Ortsverbänden Ahrweiler, Andernach, Koblenz, Lahnstein, Montabaur, Neuwied, Sinzig, Westerburg, Mayen und der Geschäftsstelle Koblenz. Um 13:45 Uhr meldet der technische Zug, mit den oben genannten Fachgruppen, aus dem Bereitstellungsraum seine Einsatzbereitschaft. Die Einheit mit 44 Spezialkräften wurde für den Fall der Fälle vorgehalten, um schnelle Hilfe leisten zu können, sollte es doch zu einer Detonation kommen. Seine Einsatzbereitschaft war eine wichtige Voraussetzung für den Beginn der Entschärfung. Nachdem um 15:14 Uhr die Entschärfung gemeldet worden war, konnte diese Bereitschaft wieder aufgelöst werden. Für die Helferinnen und Helfer aus Bendorf hieß es jetzt noch umherfahren und die verteilten Essens- und Getränkebehältnisse wieder einsammeln und im Ortsverband die Einsatzbereitschaft von Fahrzeugen und Gerät wieder herstellen.
Insgesamt leisteten 88 THW Helferinnen und Helfer an diesem sonnigen Sonntag ehrenamtlichen Dienst zum Wohl und zum Schutz der Bevölkerung. Sollten dies Interesse an einer solchen ehrenamtlichen Tätigkeit geweckt haben, können sich Interessierte gerne an einem Mittwoch, zwischen 19 und 22 Uhr, in Bendorf, Brauereistraße 48, in der Nähe des Aldikreisels, darüber informieren.
Pressemitteilung
THW Bendorf
Der Kampfmittelräumdienst bereitet sich auf die Entschärfung der 1.000kg schweren amerikanischen Fliegerbombe vor. Foto: Polizeipräsidium Koblenz