Allgemeine Berichte | 18.02.2014

Technisches Hilfswerk Ortsverband Bendorf

Alarmübung erfolgreich absolviert

Die THW Helfer mussten verschiedene Situationen, wie hier in einer Höhle, meistern. THW Bendorf

Limburg/Bendorf. Samstag, 15. Februar um 7.32 Uhr. Der THW Ortsverband Bendorf wurde von der THW Geschäftsstelle in Koblenz alarmiert. Der Einsatzauftrag lautete: Rettung von verschütteten Menschen nach einem schweren Erdbeben. Daraufhin alarmierte die Ortsverbandsführung mittels Funkmelder und SMS-Alarmierung den Ortsverbandsstab, den Technischen Zug und die Höhenrettungsgruppe. Um die Einheiten gezielt ins Einsatzgebiet zu entsenden, wurde ein Bereitstellungsraum auf dem Rasthof Limburg eingerichtet. Nachdem der Zugtrupp den Einsatzort erkundet hatte, verlegte man die erste Bergungsgruppe, die zweite Bergungsgruppe und die Höhenrettung vom Bereitstellungsraum zur Einsatzstelle. Die Höhenrettungsgruppe begann, mithilfe der ersten Bergungsgruppe die Rettung eines Sportkletterers, der bei dem Erdbeben abgerutscht war und seitdem in einer steilen Schieferwand hing. Nach der schnellen Rettung dieser Person übernahm die erste Bergungsgruppe die Rettung von zwei Personen aus einem zusammengestürzten Gebäude. Nach kurzer Suche wurde eine Person auf dem Dachboden gefunden, die einer der Retter durch einen kleinen Zugang kletternd erreichte, und so war der Weg für eine schnelle Rettung frei. Auf dem weiteren Rettungsweg waren Röhren und einige weitere Hindernisse wie lose Steine oder Engstellen zu passieren, die für den Übungszweck eingebaut wurden. Die zweite vermisste Person lag im zweiten Untergeschoss, was die Rettung zusätzlich erschwerte. Nachdem der Retter den Verletzten gefunden hatte, wurde dieser mittels Spineboard (einem verschlungenen Röhrensystem) aus dem Untergeschoss geborgen.

Die zweite Bergungsgruppe erhielt den Auftrag, drei vermisste Personen aus einem Höhlensystem zu retten. Der Haupteingang der Höhle war zusammengebrochen, sodass der einzige Zugang nur über einen zugemauerten Versorgungsschacht erfolgen konnte. Schnell war diese Barriere mittels Aufbruchhammer entfernt. Hier wurde das nächste Hindernis sichtbar, welches aus circa 30 Kunststofffässern bestand, die den Weg blockierten. Nachdem sichergestellt war, dass sie keine gefährlichen Substanzen enthielten, wurde mit vielen Händen dieses Problem schnell beseitigt. Dahinter wurde die erste verletzte Person gefunden, professionell versorgt und ins Freie transportiert. Die Suche im Dunklen gestaltete sich schwierig, ging aber, ausgestattet mit Taschenlampen und Kopfleuchten, weiter. Beim genauen Absuchen fand man die zweite zu rettende Person, ein Kind, liegend in einem etwas höher gelegenen Teil der Höhle. Die Rettungsmittel waren schon vorbereitet, wodurch auch diese Rettung schnell abgearbeitet war. Die Suche wurde wieder fortgesetzt und man fand nach circa 500 Metern am Ende der Höhle ein circa sechs Meter tiefes Loch mit einer verunglückten Person, zu deren Bergung mittels Akku-Schlagschrauber und Spezialdübeln in die Felswände Anschlagpunkte für Seile geschraubt wurden. Ein Höhenretter seilte sich in das Loch ab und stabilisierte die Person auf einen Schleifkorb, welchen die anderen Helfer dann nach oben ziehen konnten.

Der Ortsverbandsstab hatte die Aufgabe der Koordination im eigenen Ortsverband und zudem für ein warmes Mittagessen für die Retter in Limburg zu sorgen. Mittels Unimog wurden Biertischgarnituren, Getränke und eine Kochstelle zur Einsatzstelle gebracht, sodass nun eine schmackhafte Suppe vor Ort zubereitet werden konnte. 22 Helferinnen und Helfer konnten bei dieser nicht angekündigten Alarmübung erreicht werden und wurden mit insgesamt fünf Einsatzfahrzeugen in den Einsatz geschickt. Es wurden bei der Übung viele Einsatzoptionen abgearbeitet. So wurde zum Beispiel die Kommunikation zwischen dem Ortsverbandsstab in Bendorf und der Einsatzstelle in Limburg über Digitalfunk betrieben. Das wäre mit der alten analogen Technik nicht ohne Weiteres möglich gewesen. Dennoch gab es Probleme mit der digitalen Kommunikation, zum Beispiel in dem Höhlensystem. Dort war keine Funkverbindung möglich. Hierzu muss eine Lösung gefunden werden, zum Beispiel die Nutzung von vorher festgelegten Signalen mittels Trillerpfeife oder ähnlicher akustischer Signalgeber. Die Einsatzleitung vor Ort, der Beobachter der Geschäftsstelle und die Leitung des Stabs waren sich darüber einig, dass alle gestellten Aufgaben in einer guten Zeit sicher abgearbeitet wurden. Dies ist ein Beweis für den guten Ausbildungsstand der Helferinnen und Helfer. Zusammen mit der im Ortsverband vorgehaltenen Ausstattung ist man sehr gut auf solche Ereignisse vorbereitet.

Die THW Helfer mussten verschiedene Situationen, wie hier in einer Höhle, meistern. Foto: THW Bendorf

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