Allgemeine Berichte | 22.03.2014

Mehr als 640.000 Euro sind im Jahr 2013 in die Förderung von Projekten geflossen

Aus Altbauten werden immer mehr schmucke Häuser

Dorferneuerung im Kreis Mayen-Koblenz kann sich durchaus sehen lassen

Aus alt mach neu: Nach der Sanierung präsentieren sich die Scheune und das Hofensemble als harmonische Einheit, die stilvoll ist und doch modernen Wohnansprüchen entspricht.privat

Mayen-Koblenz. Mehr als 640.000 Euro sind im Jahr 2013 in die Förderung von Projekten der Dorferneuerung in Mayen-Koblenz geflossen. Besonders erfreulich aus der Sicht der Verwaltung: Die privaten Initiativen sind so stark wie nie zuvor. Und es geht auch Hand in Hand, wie Beispiele aus Kettig zeigen. Historische Substanz und ortstypische Bauten erhalten, Infrastruktur stärken und Arbeitsplätze schaffen, das sind wichtige Aspekte der Dorferneuerung, um die Lebensqualität in der ländlichen Region zu erhalten. Barbara Münnich, Mitarbeiterin im Kreishaus, erklärt, was das konkret bedeutet: „Wenn wir von der Grundversorgung im Dorf sprechen, dann braucht es Lebensmittelläden für den täglichen Einkauf, Gastronomie als Treffpunkte für die Menschen sowie Handwerk und Gewerbebetriebe, die Arbeitsplätze schaffen. Da gibt es viele Beispiele. Wichtig ist: Kurze Wege lautet das Ziel, damit die Ortskerne nicht ausbluten, und stimmige Ortsbilder, die den Charakter der Gemeinde spiegeln.“

42 private Initiativen

2013 wurden acht kommunale Maßnahmen mit 240.000 Euro und 42 private Initiativen mit 402.000 Euro in Mayen-Koblenz gefördert. Geld mit „Mehrwert“: „Die Fördermittel machen ja nur einen Bruchteil der tatsächlichen Investitionen aus“, so Münnichs Kollege Theo Reichert. „Seit Bestehen des Dorferneuerungsprogramms des Landes hat Mayen-Koblenz gut 22 Millionen Euro an Zuweisungen erhalten, die in 1335 Projekte flossen. Damit wurden Investitionen von 123 Millionen Euro ausgelöst. Das ist deutlich mehr als verfünffacht.“ Geld, das außerdem Arbeitsplätze schafft und erhält.

Für Landrat Dr. Alexander Saftig ist das Programm ein wichtiger Baustein für die Kreisentwicklung: „Wir dürfen nicht zulassen, dass erst einzelne Gebäude und dann ganze Straßenzüge leer stehen. Wir arbeiten schon seit Jahren intensiv daran, dass vorhandene Bausubstanz sinnvoll und den modernen Ansprüchen gemäß umgebaut wird. Da gibt es viele Möglichkeiten. Das Bau- und Energienetzwerk Mittelrhein hilft beratend, die Dorferneuerung kann finanziell unterstützen.“

Ein gutes Beispiel, wie kommunale und private Vorhaben Hand in Hand gehen, gibt es in Kettig. Die Ortsgemeinde verfügt seit 1992 über ein abgestimmtes Dorferneuerungskonzept. Für den Ausbau des Kirchenvorplatzes gab es auch eine Spielleitplanung, die die Interessen der Kinder und Jugendlichen in den Fokus der Entscheidungsträger rückte. Aufgrund der zentralen Lage ist der Kirchenvorplatz bereits seit Generationen der Treffpunkt der Kettiger Jugend. Daneben wird der Platz mehrmals im Jahr auch bei Dorffesten genutzt: „Allerdings sind die Nutzungsmöglichkeiten aufgrund der schwierigen topographischen Situation hier sehr eingeschränkt“, sagt Münnich. „Mit der aktuellen Planung soll die Platzfläche optimiert und vergrößert, Aufenthaltsbereich und Treffpunkt für alle Dorfbewohner werden und künftig auch für die traditionellen Dorffeste wie die Dorfkirmes, das Pfarrfest oder den Weihnachtsmarkt genutzt werden.“

Zusätzlich von Bedeutung ist die geplante Platzgestaltung auch für das neue Bürgerhaus, das 2007 durch den Umbau der „Gaststätte Rünz“ entstand. Der neue Platz wird die Funktion des Bürgerhauses aufwerten. „Wir erhoffen uns durch den Ausbau der Hauptstraße und des Dorfplatzes Synergieeffekte für private Dorferneuerungsmaßnahmen. Sie können Anschub und Motivation für Investitionen im privaten Bereich geben“, so Reichert.

Wie etwa bei der Familie Kaufung, die eine alte Fachwerkscheune von 1836 renovierte. Das Dach wurde mit neuen anthrazitfarbenen Tondachziegeln gedeckt, das Sockelmauerwerk saniert, die Fachwerkbalken gereinigt und gestrichen und die Lehmgefache ausgebessert und mit Leinöl- und Mineralfarbe neu gestrichen. Im zweiten Bauabschnitt wurde die Hausfassade komplett überarbeitet. Auch hier wurden Fachwerk und Fassade neu gestrichen, energetisch hochwertige Holzfenster eingebaut und Klappläden angebracht.

Anträge müssen vorliegen

Münnich und Reichert weisen vor dem zweiten Beispiel darauf hin, dass Anträge im Kreishaus immer vor Beginn der Maßnahme vorliegen müssen. So war das Wohnhaus der Familie Schmidt in der Hauptstraße bereits renoviert, als jemand auf das Dorferneuerungsprogramm aufmerksam wurde: „In einem weiteren Bauabschnitt sollte die Hofgestaltung und die Renovierung der Scheune umgesetzt werden. Der gesamte Hof wurde mit Basalt gepflastert, ein neues Hoftor angebracht, Bäume gepflanzt und die alte Scheune mit Naturschiefer gedeckt, Scheunentor, Fenster und Türen der Scheune saniert. Bei der Wahl der farblichen Gestaltung wurde sich am Farbfächer „Leitfaden Farbkultur“, der Gestaltungsempfehlungen für das Welterbe Oberes Mittelrheintal gibt, orientiert. „So entstand ein stimmiges Gesamtensemble, das sich hervorragend in die Umgebung einpasst und Akzente setzt.“

Wer mehr über die Dorferneuerung oder zu einzelnen Vorhaben wissen will, kann sich bei der Kreisverwaltung an Theo Reichert, Tel. (02 61) 10 84 69, oder an Barbara Münnich, Tel. (02 61) 10 82 08.Pressemitteilung der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Aus alt mach neu: Nach der Sanierung präsentieren sich die Scheune und das Hofensemble als harmonische Einheit, die stilvoll ist und doch modernen Wohnansprüchen entspricht.Foto: privat

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