Rettungsübung von THW, Feuerwehr, DRK und Brexbachtalbahn in Bendorf
Den Ernstfall geprobt
Bendorf. Am Samstag, 29. November, um 14.15 Uhr, wurden das THW Bendorf, die Feuerwehr Bendorf / Löschzug Sayn und das DRK, zu einem Übungseinsatz alarmiert. Ebenfalls wurden Mitglieder des Vereins Brexbachtalbahn, Ortsgruppe Bendorf, mit einem Schwerkleinwagen SKL53, in Bereitschaft versetzt. Der Zugführer des THW Bendorf hatte die Idee, für seine Kräfte eine Jahresabschlussübung durchzuführen. Da das THW nie ohne Anforderung der für die Gefahrenabwehr zuständige Stelle, in diesem Fall die Feuerwehr Bendorf, in den Einsatz geht, war es naheliegend, diese zu fragen, ob sie an der Übung teilnehmen wolle. Gerne beteiligte man sich daran, und übernahm, wie es die Regelungen vorsehen, die Einsatzleitung. Da auch mit Verletzten gerechnet werden musste und zum Eigenschutz, wurde auch das DRK eingeladen mitzumachen.
Folgende Lage wurde angenommen:
Das Sturmtief „Daniel“ hatte in der vergangenen Nacht, aus Frankreich kommend, in Rheinland-Pfalz erhebliche Schäden angerichtet. Landesweit waren die Kräfte von THW und Feuerwehr im Dauereinsatz. Umgestürzte Bäume galt es zu beseitigen, abgedeckte Dächer mussten notdürftig repariert werden und angestaute Bäche führten zu überfluteten Kellern, welche ausgepumpt werden mussten. Auch im Bereich des Pfadfinderlagers in Bendorf-Sayn, kam es am Samstagmorgen, gegen 10 Uhr, zu orkanartigen Böen mit Windstärke 11 (circa 110km/h). Die Leitung des Zeltlagers meldete Folgendes der Polizei in Bendorf:
„Wir haben noch Gäste auf dem Gelände. Eine Zufahrt auf dem regulären Weg ist aufgrund umgestürzter Bäume nicht möglich.“ Dies führte zu der Alarmierung der oben genannten Kräfte durch die Feuerwehreinsatzzentrale in Bendorf. Die alarmierten Helferinnen und Helfer und trafen sich kurz darauf an der Sammelstelle beim Gerätehaus der Feuerwehr in Sayn. Der stellv. Löschzugführer aus Sayn übernahm die Einsatzleitung und teilte zwei Gruppen ein, welche aus Kräften des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und des THW zusammengestellt wurden.
Die erste Gruppe begab sich mit Einsatzfahrzeugen auf den Weg ins Schadengebiet, die zweite Gruppe verlastete ihre Ausstattung auf dem Bahnfahrzeug und versuchte auf dem Schienenweg zu den eingeschlossenen Pfadfindern zu gelangen. Nach kurzer Fahrt stellte sich allerdings heraus, dass auch dieser Weg durch umgestürzte Bäume blockiert war. Mit Bedacht musste diese Situation beseitigt werden, da die Spannungen in Windbruch eine erhebliche Gefahr mit sich bringen. So dauerte die Beseitigung des Hindernisses doch länger, als man es bei erstem Augenschein annahm.
Die erste Gruppe hatte mehrere dickstämmige Bäume von dem Weg zu entfernen. Zuerst wurde eine Durchfahrt frei gesägt, so dass ein Teil der Einsatzkräfte zu den Eingeschlossenen vordringen konnte. Danach wurden mit einer Seilwinde und einem Kranfahrzeug noch Bäume aus dem Bachbett entfernt, damit es nicht zu Stauungen kommen konnte. Auch zwei sogenannte Hänger, die sich in den Kronen anderer Bäume verhakt hatten, mussten zu Fall gebracht werden.
Zwischenzeitlich erreichten die Rettungskräfte von Feuerwehr, THW und DRK zu Fuß die eingeschlossenen Jugendlichen.
Diese wurden von der Jugendgruppe des THW Bendorf und ihrer Betreuerin dargestellt. Die Betreuerin hatte sich verletzt und wurde vom Rettungsdienst versorgt. Alle anderen konnten unversehrt aus ihrer misslichen Lage befreit werden.
Insgesamt waren 42 Kräfte mit zwölf Einsatzfahrzeugen im Einsatz. Nach Übungsende, um 17 Uhr, trafen sich noch viele der Einsatzkräfte in der Unterkunft des THW in Bendorf, um bei einer Grillwurst die Übung Revue passieren zu lassen.
Der geplante Schienenweg war ebenfalls durch umgestürzte Büume versperrt. Foto: THW Bendorf, Jörg Lohrum
Mit vereinten Kräften wurden die Bäume aus dem Weg geräumt. Foto: Benedikt Rothkegel