Allgemeine Berichte | 24.03.2015

First Responder Bendorf

Ehrenamtliche Helfer helfen Leben retten

Der Einsatz der First Responder ist für den Patienten stets kostenlos und kann auch nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden. PS

Bendorf. Das Fahrzeug der „First Responder“ sieht man immer wieder im Straßenbild Bendorfs. Doch, was steckt eigentlich dahinter, welche Personen, welcher Sinn, welche Einsätze? Außerdem: Nachwuchs ist herzlich willkommen! Das Team braucht dringend Verstärkung für die Einsatzzeiten unter der Woche, wo andere arbeiten gehen.

„First Responder“ was ist das?

Als „First Responder“ – dem also „zuerst Antwortenden“ – gehen Aktive in den Einsatz, die die Zeit zwischen dem Eintreten den Notfalls und der ersten medizinischen Versorgung verkürzen sollen. Je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, umso besser der Heilungsablauf und umso kürzer ist im Durchschnitt die nachfolgend notwendige Behandlungszeit. Jede Minute, die beispielsweise bei Kammerflimmern verstreicht, lässt die Chancen auf eine erfolgreiche Genesung um zehn Prozent sinken. Durchschnittlich aber nehmen Absetzen von Notruf, Disponierung in der Rettungs-Leitstelle mit zwei Minuten berechnet wird, können bis zum Eintreffen des Rettungswagens vor Ort vierzehn Minuten ins Land gehen. Eine Reanimation könnte aber von Laien als First Responder mit einer Unterweisung in Erste Hilfe, Sanitätsdienst und gegebenenfalls vorhandener Ausbildung einer Hilfsorganisation und Ausrüstung (vor allem einen Automatischen Externen Defibrillator) schon nach wenigen Minuten eingeleitet werden. Durch die Verkürzung der Hilfsfrist können viele Patienten selbst nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall vollständig genesen. Bei Unglücken und Unfällen ist der First Responder außerdem verantwortlich für eine konkretere Einschätzung der Lage am Unglücksort.

Einsätze in Bendorf und Umgebung

Wie sehr der Einsatz des „First Responders“ in Bendorf seit 2007 jährlich gestiegen ist, zeigt sich beim Blick auf die Jahre. 2007 waren es noch 27 Einsätze, 2008 schon 45 Einsätze, das verdoppelte sich ein Jahr später fast und 2014 waren die First Responder 120 Mal unterwegs. Die First Responder-Gruppe Bendorf gewährleistet an 365 Tagen im Jahr eine 24-stündige Bereitschaft. Der Ruf erreichte die Aktiven in 2014 zwischen 0 und 6 Uhr zehn Mal, zwischen 6 und 12 Uhr 25 Mal, zwischen 12 und 18 Uhr 52 Mal und zwischen 18 und 24 Uhr 33 Mal. Diese Bereitschaft wird von fünf ehrenamtlichen Helfern aufrechterhalten. Im Einsatz waren Hubert Steinbach (57 mal), Henry Kantz (52 mal), Ingo Hahn (23 mal), Stefan Müller (13 mal) und Max Bolsinger (viermal).

Notfälle - schnell versorgt

Der First Responder wurde wegen folgenden Notfällen alarmiert Reanimation (viermal), bewusstlose Person (siebenmal), Herzinfarkt (13 mal), Schlaganfall (zweimal), Ohnmacht (17 mal), Atemnot (zehnmal), dreizehn Verletzungen kamen hinzu, viermal Krampfanfalle und fünf Verkehrsunfälle. Dreimal wurde bei Feuer alarmiert und es gab 42 sogenannte „sonstige Notfälle“. Manchmal waren dabei auch Kinder betroffen. Der Haupteinsatzort war dabei Bendorf (73 mal), gefolgt von Sayn (26 mal), Stromberg (zehnmal), Mülhofen (achtmal), und Weitersburg (dreimal).

„Helfer vor Ort“

Im Jahr 2007 wurde durch den Ortsverein Bendorf des Deutschen Roten Kreuz die lokale First-Responder-Gruppe ins Leben gerufen. Bei den „Helfern vor Ort“ handelt es sich um in Bendorf ansässige Mitglieder des DRK Ortsvereins, welche bei medizinischen Notfällen zu Hilfe eilen. Sämtliche in Bendorf eingesetzten First-Responder verfügen über eine sanitäts- oder rettungsdienstliche Ausbildung und versehen diesen Dienst ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Die Arbeitsgemeinschaft Bendorfer Wirtschaft ermöglichte die Anschaffung eines eigenen Einsatzfahrzeuges.

Alarmierung: schneller Einsatz

Die Rettungsleitstelle alarmiert parallel zum Rettungsdienst die First Responder über Funkmeldeempfänger, die jeden Notfallort in Bendorf in maximal fünf Minuten erreichen können. Sie sind keine Konkurrenz zum Rettungsdienst und sollen diesen auch nicht ersetzen, sondern lediglich die schnellstmögliche Einleitung lebensrettender Maßnahmen sicherstellen. Mit der Anschaffung eines Defibrillator verfügen die First-Responder in Bendorf nun über eine Ausstattung, wie sie auch in einem Krankentransportwagen mitgeführt wird. Der Einsatz der First Responder ist für den Patienten stets kostenlos und kann auch nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden. Das First-Responder-Team freut sich über Spenden.

PS

Der Einsatz der First Responder ist für den Patienten stets kostenlos und kann auch nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden. Foto: PS

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Daueranzeige 2026
Imageanzeige - Dauerauftrag
Stellenanzeige
Angebotsanzeige (Juni)
Sommerfest
Empfohlene Artikel
BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 10
191

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Schönste Rosen blühen in Löhndorf. Foto: ROB
246

Wer nach Löhndorf, einem Ortsteil von Sinzig, kommt, merkt schnell: Dieses Dorf hat nicht nur Zukunft, sondern auch eine beeindruckende Vergangenheit. Gleich dreimal wurde der rund 1.300 Einwohner zählende Ortsteil mit der Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet. Doch Auszeichnungen allein machen noch kein liebenswertes Dorf aus. Es sind vor allem die Menschen, die Löhndorf seinen besonderen Charme verleihen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Pixabay.com
2627

Der bislang unbekannte Gewinner wird dringend gebeten, sich zu melden!

Über 2,8 Millionen Euro gewonnen: Lotto sucht Glückspilz aus dem Raum Neuwied

Koblenz. Ein bislang noch unbekannter Glückspilz aus dem Raum Neuwied hatte am vergangenen Samstag allen Grund zur Freude: Mit seinem Lottoschein landete er oder sie einen bundesweit einmaligen Sechser im LOTTO 6aus49 und gewann über 2,8 Millionen Euro. Der Jackpot von 50 Millionen Euro blieb indes unangetastet.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Jochen Tack / Polizei NRW
2417

Bad Marienberg. Am 13.06.2026 gegen 22:31 Uhr kam es im Bereich des Parkhauses in der Albrechtstraße in Bad Marienberg zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurde ein Pärchen von einer bislang unbekannten Personengruppe angegriffen. Die Gruppe soll aus mehreren Personen, nach ersten Erkenntnissen etwa acht jungen Männern, bestanden haben.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Pixabay.com
836

Die Polizei konnte dem Treiben rechtzeitig ein Ende setzen

14.06.: Mit Benzin und Streichhölzern: Wollten Jugendliche die Grundschule anzünden?

Region. Am Sonntag, 14. Juni, gegen 12.30 Uhr, verschafften sich ein Jugendlicher und ein Minderjähriger über eine unverschlossene Eingangstür Zutritt zu einer Grundschule in der Straße „Am Mühlenberg“ in Schleiden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand betraten die beiden das Büro des Hausmeisters. Dort entnahmen sie einen Fünf-Liter-Kanister mit Benzin und verteilten dessen Inhalt großflächig auf dem Boden des Raumes.

Weiterlesen