Turnerschaft Bendorf 1861/1890, Handball-Rheinlandliga
Ein Sieg im Derby zum Jahresabschluss
Handball-Rheinlandliga: SV Urmitz - Turnerschaft Bendorf 24:25 (14:10). TS Boinski schlägt den Lokalrivalen Urmitz in eigener Halle: Nach dem Abpfiff eines packenden Spiels wusste die Bendorfer sofort, bei wem sie sich für diesen Sieg zu bedanken hatte. Denn Björn Boinski war es, der die Turnerschaft über die gesamte Spielzeit mit herausragenden Paraden im Spiel hielt. Gefühlt 100 Würfe entschärfte der Schlussmann der TSB.
Doch der Reihe nach. Bendorf kam schleppend in die Partie und fand im Angriff zunächst nie so recht den roten Faden. Zwar führten die Falken zwischenzeitlich mit 3:2, doch Fehlpässe um Fehlpässe reihten sich aneinander, so dass die Örmser einige leichte Tore über die erste Welle erzielen konnten. Schnell zogen die Hausherren so auf 11:5 davon. Christian Kühn brachte in der Folge ein wenig mehr Ruhe ins Angriffsspiel der TSB. So schmolz der Rückstand auf 11:7.
Bis zum Abpfiff des ersten Abschnitts lag Bendorf „nur“ 10:14 zurück - trotz vieler Ungereimtheiten in der Offensive. Boinski war zumeist auf sich allein gestellt und hielt Bendorf in der Begegnung. Daher galt zu diesem Zeitpunkt kein Grund zur Panik, denn wenn die Mannen um Christoph Barthel eines beherrschen, dann ist es, einen Rückstand aufzuholen.
Und genau das taten die Barthel- Schützlinge auch. Mit einem komplett anderen Gesicht kamen die Bendorfer aus der Kabine, spielten befreit auf, erschlichen sich zahlreiche Gegenstöße und verkürzten kontinuierlich. Beim 17:17 war der Spielstand ausgeglichen. Wenn auch in der Phase bis zum erlösenden Ausgleich die Urmitzer ihre Gelegenheiten zum Torerfolg hatten, so vereitelte Boinski die besten Chancen. Gegen seine ehemaligen Mannschaftskameraden ließ er überhaupt nichts anbrennen.
Nach 43 Minuten war die Partie gänzlich gedreht (17:19). Ob über Lucas Litzmann von Rechtsaußen, Moritz Gutfrucht auf der halblinken Position oder Nicolas Barreteau auf der Mitte, von allen Spielern ging Torgefahr aus. Jeder tankte sich einmal zum Torabschluss durch. Auch Matthias Kunz bewies bei seinem einzigen Einsatz an diesem Abend sein Können. Im Siebenmeter-Duell mit Lars Pitzen verunsicherte er den Gegenspieler und hielt den Kasten sauber. Die Hausherren hielten den Abstand bis zur 54. Minute (21:24), setzten dann aber noch einmal zum Endspurt an.
Über eine Offensivdeckung bot Urmitz zwar nun mehr Räume, setzte den Gegner aber stark unter Druck und verkürzte auf 23:24. Nach einer frei verworfenen Bendorfer Torchance glichen die Örmser aus (24:24). Die Turnerschaft gelangte so wieder in Ballbesitz und bekam wenig später einen Siebenmeter zugesprochen. Den verwandelte Stefan Brinkmann sicher zum 24:25.
So waren nur noch Sekunden zu spielen. Urmitz vertändelte das Spielgerät, Bendorf gab den Vorsprung nicht mehr her. So setzten sich die Falken mit 25:24 in einer am Ende hitzigen Partie durch und feierten einen verdienten Derbysieg. Bendorf konnte zum Jahresabschluss zeigen, was alles möglich ist, wenn viele Rädchen ineinandergreifen. Die Mannschaft ist im Liga-Alltag angekommen und lässt die Kritiker über die Weihnachtstage verstummen.
Das erste Spiel im neuen Jahr bestreitet die TSB am 23. Januar 2016 gegen die SG Gösenroth/ Laufersweiler um 19.30 Uhr in der Bendorfer WRG-Arena.