Fahrt des Orgelfördervereines Bendorf St. Medard
Englische Orgeltöne im schönen Kylltal
Bendorf. Die diesjährige Fahrt des Orgelfördervereines Bendorf St. Medard führte an Mosel und Kyll, um interessante Orgeln zu besichtigen und klanglich zu erleben.
Sonniges Wetter bei angenehmen Temperaturen begleitete die Teilnehmer, die in Rachtig an der Mosel ihr erstes Ziel ansteuerten. Organistin Theresia Thiesen zeigte mit einem geschickt ausgewählten Programm die Möglichkeiten einer im Stile des Königs nachempfunden Barock-Orgel. Die dort zum Abschluss gespielten Variationen von Lefebure-Wely bildeten zugleich das Eröffnungsstück an der nächsten Orgel, die im Weinort Wehlen die St. Agatha-Kirche klanglich bereichert. Dieses Instrument von Voltmann wurde gut 100 Jahre später gebaut (1873), sodass der vergleichende Klangeindruck eine reizvolle Herausforderung an die Zuhörer stellte. Das Verlassen des Moseltales fiel nicht so schwer, wusste man doch, am späten Nachmittag in Trier und somit wieder an der Mosel zu sein.
Weitaus weniger bekannt ist das Kylltal, noch weniger bekannt die Gemeinde Kordel. Nach einem vorzüglichen Mittagsmahl im Hotel am Park Neyses erwartete die Gruppe Ulrich Krupp, ein ehemaliger Bendorfer, an der Amandus-Kirche. Als Lehrer wirkt Ulrich Krupp am Trierer Angela-Merici-Gymnasium und als Organist in Kordel. Auf seine Initiative geht die Anschaffung der englischen Conacher-Orgel (1919) aus einem kleinen Küstenort in Nordwales, die dort verkauft wurde, und nun, nach Restaurierung und geringfügiger Erweiterung (2012) durch Orgelbauer Fasen, in neuem Glanze den Raum mit romantisch weichen und zugleich intensiven Tönen füllt. Das Begehen des Instrumentes nutzen zahlreiche Teilnehmer, denn so unmittelbar erlebt man eine Orgel selten. Mit Céasar Francks h-Moll-Choral demonstrierte Ulrich Krupp in hervorragender Weise die Möglichkeiten der Orgel und sein Können als Organist. Und dann ging es wieder ins Moseltal, nicht nach Trier Stadt, der Ortsteil Pfalzel war das Ziel, ein bislang unbekanntes, wie sich schnell herausstellte. Nahezu verträumt wirkte der Dorfzugang über die engen Gassen entlang der Wallmauer, um dann die ehemalige Stiftskirche zu betreten. Kirchenmusiker Axel Simon stellte die Metzler-Orgel von 2000 vor, ein klanggewaltiges Instrument, vornehm, unmittelbar, voll im Klang – eine musikalische Orgelgranate. Der aufkommende Abend begleitete die Reisegruppe bei bester Laune auf der Heimreise, bei der der Vorsitzende des Fördervereines, Hermann Helling, sich bei den Teilnehmern und dem Organisator der Reise, Gisbert Wüst, bedankte.
Am 3. Oktober (Nationalfeiertag) lädt der Förderverein zur zwölften Orgelwanderung ein, die erneut in den Taunus führen wird. Auf einem Rundwanderweg von annähernd zwölf Kilometern werden die Kirchen Kloster Schönau, Lipporn und Diethard besucht und die dortigen Dorforgeln zum Klingen gebracht. Interessenten können sich bereits jetzt anmelden unter Tel. (0 26 22) 1 33 98 oder E-Mai gisbert.wuest@t-online.de.