Vierter Benefizlauf im Sayner Schlosspark
Für Bendorfs Jugend Runden gedreht
600 Teilnehmer mit vielen Sponsoren waren beim Großevent am Start - tolles Unterhaltungsprogramm geboten
Bendorf-Sayn.Schon die nackten Zahlen erstaunen: Etwa 600 Läufer, 35 Institutionen und Vereine, 70 ehrenamtliche Helfer sowie sechs Stunden lang Action und Unterhaltung und im vergangenen Jahr kamen rund 50.000 Euro zusammen. Das war der vierte Benefizlauf im Schlosspark Sayn, der wieder von der „Familie sayn“ organisiert worden war. Apropos „Familie sayn“: Ein lockerer Zusammenschluss, gegründet 2004 als Familienausschuss der Pfarrgemeinde Maria Himmelfahrt, wobei Dr. Ute Stuhlträger-Fatehpour Hauptorganisatorin und treibende Kraft ist. Sie war es denn auch, die von der Bühne im Schlosspark aus die zahlreichen Gäste begrüßte. Dazu zählten unter anderem MdL Joseph Dötsch, Landrat Dr. Alexander Saftig, Stadtbürgermeister Michael Kessler, zahlreiche Kommunalpolitiker sowie Vertreter aus der Wirtschaft und von Institutionen sowie viele Bürger.
Pfarrer Joachim Fey meinte: „Bewegt Sayn, bewegt Bendorf“, und drückte die Hoffnung aus, dass an diesem Tag der Regen ausbleibt. Landrat Dr. Alexander Saftig, der Schirmherr dieses Benefizlaufs, meinte zu den Saynern: „Hier wird etwas Gutes getan und dafür gesorgt, dass man sich wohlfühlt und bewegt. An Euch lässt sich ein Beispiel nehmen, wie eine kommunale Familie funktioniert."
Fanfare gibt die Läufe frei
Schließlich blies der Landrat kräftig in eine Fanfare und gab damit das Startzeichen zum ersten Lauf der Kinder bis sechs Jahre, wobei der jüngste Teilnehmer zwei Jahre alt war. Sie alle, die Kleinsten an der Hand von Eltern, Geschwistern, Oma, Opa, Tanten oder Kita-Erzieherinnen, liefen im Schlosspark auf einem ausgeschilderten Rundkurs. Hier ging es nicht darum, wie schnell jemand war, sondern wie oft dieser Rundkurs absolviert wurde. Und dafür hatten die Läufer Sponsoren, die für jede Runde einen gewissen Betrag spendeten. Die Läufer konnten aussuchen an welchen Verein, möglich waren bis zu drei, das Geld für die Jugendarbeit geht. Darüber hinaus gab es noch einige feste Sponsoren, die für jede absolvierte Runde unabhängig vom Teilnehmer Geld spendeten.
Locker und lustig wurde das alles moderiert und kommentiert von Rolf Barthel, der zu Beginn der Veranstaltung Deutschlands jüngste Rockband ankündigte. „Be8lich“ nennen sich die acht Mädchen und Jungen im Alter von neun bis zehn Jahren, die in Bendorf zu Hause sind. 2013 hatten sie sich anlässlich ihrer Kommunion unter Musikpädagoge Bernd Keffer zusammengeschlossen und beeindruckten mit ihrer weltlichen und kirchlichen Musik auch beim vierten Benefizlauf. Danach war die Bühne frei für den 60-jährigen Liedermacher Manfred Pohlmann mit seiner Gitarre, der Ausschnitte aus seinem neuen Programm „Alles – außer Kultur“ bot. Aber auch dem Frauenchor Sayn und der „KellerKapelle“ war der Beifall des Publikums sicher.
Aktiv abseits der Laufstrecke
Die Besucher konnten aber auch aktiv sein, wenn sie nicht unbedingt beim Laufen mitmachen wollten. Da gab es unter anderem Torwandschießen oder „Vom Klotz zur Skulptur“. Hier durften aus Ton Skulpturen gestaltet werden, eine Aktion der Familienbildungsstätte Mehrgenerationenhaus Koblenz mit Felicitas Flöthner und der Pfarreiengemeinschaft Bendorf. Aber auch die „Fahrradwerkstatt Bendorf Bicycle“ präsentierte sich. Das sind Mike und Anja Strecker, die alte, defekte Fahrräder reparieren und aufmöbeln –schließlich war Mike Strecker Kfz-Mechaniker – und dann an Flüchtlinge weitergeben. Mittlerweile wurden so viele Fahrräder gespendet, dass die beiden mit der Reparatur nicht mehr nachkommen und daher dringend weitere Schrauber suchen.
Dass die Anwesenden durch dies alles, aber vor allem durchs Laufen, Durst und Hunger bekommen, ist verständlich. Deswegen hatten die Organisatoren des Benefizlaufs zahlreiche Stände aufbauen lassen. So stellten die Frauen der Moscheegemeinde unter anderem leckere türkische Pizza her, eine große Grillstation vom Förderverein Haus des Kindes war ebenso in dem Rund wie ein Getränkebrunnen und Stände mit frischen Waffeln sowie Kuchen und Kaffee komplettierten das kulinarische Angebot.
Und zum Schluss gab es auch eine Siegerehrung, jedoch nicht für die schnellsten, sondern für die jüngsten, ältesten, größten und kleinsten Gruppen bzw. Läufer, die Preise erhielten, die ebenfalls gespendet worden waren.