Spiel-Kurs der Jahrgangsstufe 12 des Wilhelm-Remy-Gymnasiums
„Hunde des Systems“
Eigenproduzierte Theateraufführung mit glanzvollen jugendlichen Darstellern
Bendorf. Die Schüler des darstellenden Spiel-Kurses der Jahrgangsstufe 12 des Wilhelm-Remy-Gymnasiums hatten in zwei Theateraufführungen im alten Kino in Bendorf eine wirklich glanzvolle Leistung gezeigt. Das eigenproduzierte Stück „Hunde des Systems“ entstand in nur vier Monaten und selbst der Ort der Aufführung wurde von ihnen mit Bedacht ausgewählt. Wollte man doch zu einem etwas ungewöhnlichen Stück auch einen ungewöhnlichen Ort haben. Alles aus der Hand der Jugendlichen und alles wirklich wie aus einem Guss. Ob Bühnenbild, Licht, Ton, das Programmheft und selbst den Verkauf im Imbiss nach der Veranstaltung, alles hatten die Schüler eigenständig gemacht. Doch das Stück selbst und auch die einzelnen Darsteller wirkten dabei nicht selbst gemacht, sondern diese spielten ihre Rollen ganz hervorragend, absolut authentisch kamen sie dabei herüber und brauchten sich hinter der Leistung von „Profi-Darstellern“ nicht zu verstecken. Teilweise amüsant, heiter, ernst und emotional berührt wurde man in einem ständigen Wechsel. Eingebaute Szenen- und Dialogpausen und Lichtwechsel gaben für die Zuschauer Raum zum Nachdenken. So sollte der Inhalt des Stückes auch gedacht sein, auf verbale Angriffe, Ignoranz, Schikane und Mobbing, in der Schule aber sicher auch außerhalb sollte aufmerksam gemacht werden. Und das gelang den 20 Darstellern in nur etwa einer Stunde ganz hervorragend. Ein Thema, was die Schüler selbst betrifft, wie sie selbst die Schule erleben, wollten sie darstellen. Oft versuchen sie in der Schule eine gute Lehrer-, Schülerbeziehung hinzubekommen, was aber dann leider nicht immer möglich ist. Manchmal fühlen sich die Schüler auch kleingemacht und sie haben auch manchmal das Gefühl, die Dinge, die sie in der Schule lernen, können sie auf ihr Leben nicht anwenden. Zum anderen will das Stück auf die Elternhäuser hinweisen, denn bevor man morgens in die Schule geht, hat man schon eine „Familiengeschichte“ hinter sich und diese können sehr unterschiedlich sein. Und weiterkommen in der Schule selbst auch noch die Schwierigkeiten, sich unter Gleichaltrigen auch noch einmal behaupten zu müssen. Diese drei Handlungsstränge wurden dann im Theater anhand von drei Charakteren dargestellt. Christiane Bals, Lehrerin für darstellendes Spiel, zeigte sich im Gespräch nach der Aufführung auf die Frage nach der Resonanz und auch der Leistung der Schüler mit einem einfachen Satz: „Ich bin beeindruckt.“ Und den sagte sie mit einem Stolz, einem freudigen Lächeln und mit viel Emotionen. Und die Schüler wurden vom Publikum mit lautem und lange anhaltendem, ja fast nicht enden wollenden Applaus zu ihrer Aufführung beglückwünscht. Und auch hinter der Bühne wurde lautstark gejubelt, man war mit Recht erfreut und auch stolz auf das Erreichte. „Selbst erarbeitet, jedoch nicht frei erfunden“, so die Schüler über ihr Stück und das war deutlich spürbar. Sie spielten nicht nur sich selbst, sondern wollten auch auf die anderen „Darsteller“ in der Schule, aber auch zu Hause hinweisen und bewiesen, wie aufmerksam Schüler ihre Umwelt, ihre Gesellschaft in Augenschein nehmen und registrieren. So brachte das Stück auch interessante Einblicke in die heutige Wahrnehmung des Lebens durch die Augen der Schüler. Und das dies gut ankam, zeigte die Stille während der Aufführung und auch die intensiven Blicke der Erwachsenen und Lehrer im Publikum. Tolle Theateraufführung und bitte mehr davon sagte einer der Gäste im alten Kino zum Abschluss.
Mit viel Ernst und einer darstellerischen Meisterleistung präsentierten die Schüler ihr Theaterstück.
“Hunde des Systems” so der Titel des Theaterstückes der Jahrgangsstufe 12 des Wilhelm-Remy-Gymnasiums in Bendorf. Freude, Stolz und Emotionen direkt nach dem „Letzten Vorhang.“Fotos: US