25 Jahre StadtJugendRing in Bendorf
Irene Alt: „Jugendpolitik muss stärker in den Fokus genommen werden“
Beim Jubiläumsempfang wurde die Wichtigkeit der Jugendarbeit noch einmal verdeutlicht
Bendorf. Am vergangenen Samstag fand in Bendorf der Jubiläumsempfang des StadtJugendRings Bendorf statt. Zum 25. Geburtstag waren viele Vertreter aus der Politik, darunter Josef Dötsch, Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz, der amtierende Bürgermeister Michael Syré und Irene Alt, rheinland-pfälzische Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, gekommen.
Die Begrüßung erfolgte durch den Vorstandsvorsitzenden Ferhat Cato, der 1989 den StadtJugendRing gegründet hatte. Er blickte zurück auf die vergangenen 25 Jahre, ließ dabei besondere Errungenschaften und auch Probleme Revue passieren und bedankte sich bei allen, die den StadtJugendRing bis heute unterstützen. Er sei besonders stolz darauf, dass die Jugendarbeit in Bendorf unabhängig von Parteien funktioniere.
Erfolgreiche Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen
Der StadtJugendRing wird mit 800 Euro pro Jahr gefördert. Cato erzählte, dass der Verein, aufgrund einer Spende, einmal 1000 Euro „zu viel“ hatte. Daraufhin hatte der StadtJugendRing ein Fest an einer Bendorfer Grundschule organisiert, bei dem sich die Bendorfer Vereine vorstellen konnten. Für jedes neu gewonnene jugendliche Mitglied übernahm der StadtJugendRing den ersten Jahresbeitrag für den Verein. An diesem Tag hatten sich 36 Kinder neu in den Bendorfer Vereinen angemeldet, die 1000 Euro reichten nicht aus. Trotzdem ist Ferhat Cato stolz darauf, was man in der Jugendarbeit alles erreichen kann.
Er führte zudem vor Augen, dass ein Tag im Jugendgefängnis 300 Euro koste. Dieses Geld könne man, seiner Meinung nach, besser in die Jugendarbeit investieren, um die Kinder und Jugendlichen vor „dummen Gedanken“ zu bewahren und sich somit das Geld für das Gefängnis zu sparen. Mit einer herzlichen Gratulation zum Jubiläum kam auch Irene Alt, Landesministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen. Sie freute sich über die wachsende Zahl der Mitglieder im StadtJugendRing Bendorf. Der größte StadtJugendRing in Rheinland-Pfalz zählt nämlich ab sofort 34 Mitglieder - die Bendorfer Narrenzunft 1970 e.V., der Box-Club Bendorf, der Schachclub Bendorf und die Bendorfer Schützengesellschaft 1844 e.V. wurden gerade neu aufgenommen.
„Jugend soll im Mittelpunkt stehen“
Alt betonte, dass die Jugendpolitik stärker in den Fokus gerückt werden müsse. Die Jugendarbeit sei unerlässlich dafür, dass Jugendliche soziale, kommunikative und demokratische Kompetenzen entwickeln könnten. Sie sei außerdem Prävention gegen Gewalt, Kriminalität und Drogenmissbrauch. Die Jugend solle, nach Meinung der Ministerin, nicht nur im Mittelpunkt stehen, wenn es Probleme gebe. Obwohl der Sparhaushalt es eigentlich nicht zulasse, habe sie die Fördermittel für Jugendarbeit auf 1,5 Millionen Euro erhöht, um ein bewusstes Zeichen zu setzen.
Besonders passend war es daher, dass sich Nachwuchsmusiker aus Bendorf um die musikalische Gestaltung des Jubiläumsempfangs kümmerten. Jens Gilles und Laura Tsereas sorgten mit ihren Akkustiksongs für die nötige Abwechslung zwischen den Vorträgen.
Da Irene Alt auch Ministerin für Integration ist, freute sie sich besonders über das interkulturelle Konzept des StadtJugendRings Bendorf. „Fast 20 Prozent der rheinland-pfälzischen Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund“, erläuterte die Ministerin. Alle Jugendlichen hätten ein Recht auf einen Platz in der Gesellschaft, egal woher sie kämen. Gerade deshalb war Alt auch gerne zu einem Interview mit der Mosaikzeitungsgruppe aus Bendorf bereit. Die Projektgruppe aus türkisch-deutschen Jugendlichen war extra zum 25. Geburtstag des StadtJugendRings gekommen, um in ihrer eigenen Zeitung, an der sie gerade arbeitet, darüber zu berichten. Die Jugendlichen wollen mit der Zeitung und ihrem Engagement für die Stadt Bendorf zeigen, dass auch ihnen die Integration wichtig ist.
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