Festausschuss Bendorfer Karneval
Kirche und Karneval: Das passt zusammen!
Gut besuchter Narrengottesdienst mit stimmgewaltigen Gesangseinlagen
Bendorf.An traditionellen Veranstaltungen mangelt es den Bendorfer Karnevalsvereinen wahrlich nicht, eine der schönsten Traditionen aber vereinigt seit vielen Jahren immer im Januar alle Karnevalisten der Stadt - der gemeinsame ökumenische karnevalistische Gottesdienst, bereits zum 15. Male organisiert vom Festausschuss Bendorfer Karneval.
Die Kirche St. Medard war wieder rappelvoll. Unter die bunt gekleidete Narrenschar aus allen Stadtteilen hatten sich auch einige „Zivilisten“ aus der Bevölkerung gemischt, um gemeinsam mit Christen verschiedener Konfessionen an diesem Gottesdienstder „besonderen Art“ teilzunehmen.
Der MusikvereinSayn unter der Leitung von Stefan Kux postierte sich auf dem Podium am Haupteingang und spielte beim Ein- und Auszug des Priesterkollegiums karnevalistische Weisen, unterstützt durch Alois Müller an der Orgel und rhythmisches Klatschen der Kirchenbesucher.
Der katholische Pfarrer Joachim Fey eröffnete die Veranstaltung mit einer ausführlichen Begrüßung der Anwesenden und Vorstellung der Teilnehmer im Stil einer Büttenrede. Mit rhetorischem Geschick und dem Schalck im Nacken verstand er es, seine „Schäfchen“ auf die Schippe zu nehmen dafür erntete er viele Lacher und anhaltenden Beifall.
Gerd Götz, evangelischer Pfarrer der Kirchengemeinde Vallendar folgte mit einem humoristisch gereimten Vortrag zum Abendthema „C’est la vie - Das ist das Leben“, bevor Altbürgermeister Michael Syré die Vortragsreihe mit einem Beitrag in Bendorfer Mundart abschloss. Später setzte er noch einen drauf indem er mit der gesamten Kirchengemeinde das „Vaterunser“ auf Bendorfer Platt betete, eine köstlich-amüsante Einlage.
Nach Lesungen der Gemeindereferentin Judith Richter und den von ihr, Karin Schneider und Michael Syré vorgetragenen Fürbitten begaben sich zur Auflockerung die Mitglieder desMännerchors der Bendorfer Narrenzunft, die „Boos Bars Bubcher´s“,an den Altar um dort in ihrer unnachahmlichen Art einige Songs a capella zu intonieren. Dem schloss sich der Präsident der KUK Christoph Hahn mit einem stimmgewaltigen Liedvortrag an. Pfarrer Fey hatte ihn zuvor scherzhaft als „Meat Loafdes Bendorfer Karnevals“bezeichnet und bemerkte: „Wenn er singt, bekommen sogar Männer feuchte Augen“. Zum Abschluss bedankte sich Pfarrer Fey bei den Kirchenbesuchern und begab sich dann mit dem gesamten Kollegium einschließlich Priester Jérôme Ouédraogo aus dem westafrikanischen Burkina Faso auf eine Polonaise quer durch die Kirche, musikalisch begleitet vom Musikzug Sayn.
Dabei ließ er sich zu einem kleinen Tänzchen hinreißen, sehr zur Freude und Belustigung der Besucher.
Bendorf hat damit einmal mehr bewiesen, dass Kirche und Karneval durchaus zusammenpassen.
Musikeinlagen gab es von „Boos Bars Bubcher´s“. Fotos: GM
Zahlreiche Gäste wohnten dem Narrengottesdienst bei.
Stimmgewaltig am Mikrofon: KUK-Präsident Christoph Hahn.
