Hohe Versorgungsquote: Mayen-Koblenz kann Bedarf decken
Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren: Kreisjugendamt und Träger Seite an Seite
Kreis MYK. Im Kreis Mayen-Koblenz übersteigen die Angebote an Betreuungsplätzen an Kindertagesstätten für Kinder unter drei Jahren die bundesweit geforderte Quote von 39 Prozent deutlich. Derzeit erreicht man einen Wert von 41,89 Prozent. Für den Ersten Kreisbeigeordneten Burkhard Nauroth ist klar, dass dieser Wert noch gesteigert wird: „Es sind weitere Einrichtungen in der Umsetzung, sodass wir das Angebot für die Kleinen nochmals verbessern können.“
90 Kindertagesstätten mit insgesamt 1620 Plätzen für Kinder unter drei Jahren (U3) sind im Planungsbereich des Kreisjugendamtes (ohne die Städte Andernach und Mayen, die eigene Jugendämter haben) vorhanden. Diese werden auch gebraucht, denn das Kreisjugendamt hat von den Meldeämtern im Landkreis neue Kinderzahlen erhalten: Von August 2013 bis Ende Juli wurden 155 Kinder mehr geboren als im Jahr zuvor. Für Nauroth eine gute Nachricht: „Der demographische Wandel schlägt an dieser Stelle bei uns nicht durch. Mayen-Koblenz ist familienfreundlich, die vielen Maßnahmen der letzten Jahre zeigen Wirkung.“
Klar ist auch: Die höhere Geburtenzahl verändert bald auch den Bedarf an Kita-Plätzen im Kreis. „Das gehört zum Tagesgeschäft“, macht Guido Bayer, Leiter des Kreisjugendamts, deutlich, „wir passen die Bedarfsplanung ständig an.“ Wichtig in diesem Zusammenhang: Die Versorgungsquote ist nicht gleichzusetzen mit der hin und wieder genannten Betreuungsquote. Letztere wird einmal jährlich vom Statistischen Landesamt mitten im laufenden Kita-Jahr zum 1. März ermittelt. Sie sagt lediglich, wie viele Plätze tatsächlich in den Einrichtungen belegt sind. Sie hat wenig Aussagekraft und führt oft zu Missverständnissen. Entscheidend in den Planungen sei die Versorgungsquote: Vereinfacht gesagt, ist das der ermittelte Wert der erforderlichen Plätze für das gesamte Kita-Jahr, um den Rechtsansprüchen der Kinder ab dem ersten Lebensjahr entsprechen zu können. Das ist auch für die Eltern entscheidend.
Die „institutionelle“, also durch Kitas erreichte Versorgungsquote im Jugendamtsbezirk des Landkreises Mayen-Koblenz liegt aktuell bei 41,89 Prozent. Kreismitarbeiterin Pamela Braun betont, dass hier die neuen Kinderzahlen nach Meldung der Einwohnermeldeämter schon berücksichtigt sind. „Noch nicht eingerechnet, aber im Hinterkopf haben wir U-3-Projekte, die in Plaidt, Nickenich oder Münstermaifeld gerade umgesetzt werden und den Wert weiter erhöhen.“
Für den Ersten Kreisbeigeordneten ist entscheidend, dass die ursprünglich bundesweit geforderte Quote von 35 Prozent, die später auf 39 Prozent korrigiert wurde, im Jugendamtsbezirk des Landkreises deutlich übertroffen wird: „Der Bedarf an Plätzen der U-3-planungsrelevanten Altersgruppe kann nahezu vollständig gedeckt werden. Ich bin sehr dankbar, dass die Träger der Einrichtungen uns bei dieser großen Aufgabe so massiv unterstützen. Das ist eine sehr konstruktive Zusammenarbeit, uns eint das gemeinsame Ziel.“ Wo Kita-Träger einen erhöhten Bedarf plausibel begründen können, werde das auch über den Zielwert hinaus berücksichtigt: „Wir werden auf den individuellen konkreten Bedarf vor Ort unmittelbar reagieren.“
Lediglich rechtsrheinisch gibt es noch kleinere Lücken, wo laut Guido Bayer schon Überlegungen bestehen, wie man den Bedarf durch Kita-Erweiterungen zeitnah und langfristig decken kann: „Solche Engpässe können wir kurzfristig durch Tagespflege abdecken, da wir dort über hinreichende Kapazitäten verfügen.“ 281 Plätze stehen in der Tagespflege zur Verfügung. Rechnet man diese zu den Plätzen in Kitas hinzu, beträgt die Versorgungsquote deutlich über 48 Prozent, so Bayer: „Das ist für uns jedoch nur eine rechnerische Größe. Tagespflege soll das institutionelle Angebot nicht ersetzen, sondern flexibel ergänzen.“
Pressemitteilung der
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
