Herzlich-humorvolles Weihnachtsstück im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum
“Mariechen, der Baum ist schief!”
Bendorf-Sayn. Der Geist und der Zauber der Weihnacht lebt auch in der siebten Folge von „Plätzchen, Punsch und Pulverschnee“, kurz „PPP“ unter dem Titel „Mariechen, der Baum ist schief!“. Und durch die Räume des Rheinischen Eisenkunstguss-Museums weht ein Hauch von „Ohnsorg Theater“, der liebevollen Charaktere wegen, der Würdigung der Muttersprache im Sääner und Bendorfer Platt und, weil die Akteure inzwischen Kultstatus erreicht haben und die Aufführungen immer professioneller werden, dabei aber nichts an Charme und Herzlichkeit einbüßen. Auch die Vielzahl an Vorstellungen tut dem liebevollen Reiz jeder einzelnen Vorstellung keinen Abbruch, es gibt die kleinen Besonderheiten in jeder Darbietung, das besondere Lächeln und die Eigenarten der drei Hauptpersonen. Auch in diesem Jahr rankt sich das selbstgeschriebene Stück um das fleißige Mariechen (Heike Kamp), die gnädige Frau (Stephanie Geifes) und den „absolut verschwiegenen“ Oberpförtner Müller (Alois Müller). Und so mag man den „schiefen Baum“ gar nicht als so schlimm ansehen in der detailgetreu und so bedacht-weihnachtlich geschmückten Kulisse, zumal er zum Finale doch noch so herrlich leuchtet. Mit Alois Müller tritt ein „Sääner Musiktalent“ in die Fußstapfen von Gloria Otthoff und dem „singenden Cousin“ Frank Adorf und im neuen Trio fühlt man sich gleich zu Hause, spürt die Harmonie, aber vor allem den Witz und Humor. „Wir alle erleben heute so viel Trauer und negative Nachrichten und wir möchten Ihnen zu den Festtagen Freude und Frohsinn bringen“, fasst es die Gnädige zusammen. Mit Mimik und klassischen Theaterelementen ist das Publikum schnell im Weihnachtsgefühl positiv gefangen und geborgen und erstmals überwiegen die Lacher über Romantik und Besinnlichkeit. Aber es gehört ja bekanntlich zu den schwierigsten Aufgaben, den Besuchern nicht nur ein Lächeln, sondern ein lautes und motiviertes Lachen abzugewinnen. Das gelingt den drei Darstellern in ihren – förmlich auf den Leib geschriebenen – Rollen einmal mehr perfekt. Im Mix aus Informationen rund um Weihnachtsbräuche, Lieder und „den Kaiser“ wird die Geschichte nun um Menschlichkeit, „frohe Kunde“ und den Haushalt des Hüttendirektors gespannt. Verbunden mit einem Rundgang durch die gleichnamige Ausstellung und dem herzlichen Punsch-Empfang von BendorfWein wird auch der Besuch der siebten Folge zu einer ganz besonderen Einstimmung auf das Christfest.-PS-