Allgemeine Berichte | 09.09.2014

Stiftung Sayner Hütte

Meilensteine des deutschen Films

Welt in Schwarz und Weiß mit Live-Musik in der Gießhalle

Die Lichtinstallation in der Gießhalle in weiß. privat

Bendorf-Sayn. Mit Aufführungen zweier Meilensteine des expressionistischen Films startet der Kultursommer auf dem Denkmalareal Sayner Hütte in die zweite Hälfte des Veranstaltungsprojekts „Welt in Schwarz und Weiß - Expressionismus als Gesamtkunstwerk“. Die Gießhalle der Sayner Hütte, deren Restaurierung und Sanierung gerade mit dem dritten Bauabschnitt, der berühmten Westfassade abgeschlossen wird, ist der atmosphärisch dichte Aufführungsort dafür. Die Filmaufführungen sind die ersten großen Veranstaltungen nach der Restaurierung. „Wir wagen damit den Beginn eines Prozesses, mit dem ergründet werden soll, welche kulturellen und kultur-touristischen Veranstaltungen das Gelände der historischen Eisengießerei zulässt“, erklärte der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär Walter Schumacher anlässlich der Eröffnung des Veranstaltungsprojekts.

Am Donnerstag, 11. September, um 19.30 Uhr, ist der prominente deutsche Filmjournalist und -kritiker Rüdiger Suchsland zu Gast in der Sayner Hütte. Suchsland zeigt an diesem Abend seinen jüngst im Kulturkanal arte zu sehenden Film „Caligari - Wie der Horror ins Kino kam“ über die goldenen Jahre des deutschen expressionistischen Films. Er ordnet Robert Wienes „Caligari“-Film in den politischen und kulturhistorischen Hintergrund ein. Gleichzeitig stellt Rüdiger Suchsland unveröffentlichtes Archivmaterial vor und beantwortet Fragen zum Thema.

Am Freitag, 12. September, 20 Uhr begleitet Stephan Graf von Bothmer, der zu den angesagtesten Filmpianisten und -komponisten in Deutschland gehört, live am Steinway-Flügel die Aufführung von Robert Wienes 1919/20 gedrehtem Filmklassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“. Wiene ist der erste, der in seinem Film mit extremen Licht-Schatten-Wirkungen, mit den von Walter Reimann, Hermann Warm und Walter Röhrig entworfenen Kulissen wichtige Stilelemente des Expressionismus um- und einsetzt. Stephan Graf von Bothmer studierte Musik an der Universität der Künste in Berlin und Mathematik an der TU Berlin und in Freiburg. Bekannt wurde er vor allem als Gründer der „StummfilmKonzerte“ im Berliner Kino Babylon. Von Bothmer ist international bei renommierten Filmfestivals aktiv und war jüngst als musikalischer Begleiter von Spielen der Fußball-WM 2014 in aller Munde.

Am Samstag, 13. September, um 20 Uhr, steht die Aufführung von Paul Wegeners und Carl Boeses Streifen „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (1920) auf dem Programm. Die eindringlichen Bilder dieses Film-Klassikers haben bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt, genauso wenig wie die Problematik der Gefahr, die von einer nicht mehr zu kontrollierenden Macht ausgeht. Auch diesen Film wird Stephan Graf von Bothmer mit seiner Musik, in der geplante und improvisatorische Elemente verschmelzen, zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Karten für alle Veranstaltungen gibt es unter www.ticket-regional.de, bei der Tourist-Information Bendorf unter Tel. (0 26 22) 9 02 91 32 oder touristinfo.sayn@bendorf.de und an der Abendkasse, mehr Informationen unter www.freundeskreis-saynerhuette.de.

Die Lichtinstallation in der Gießhalle in weiß. Foto: privat

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