Lokalsport | 19.01.2016

Handball Verbandsliga

Remis in einem unvergesslichen Derby

HV Vallendar II – Turnerschaft Bendorf II 17:17 (9:10)

Vallendar. Die Begegnung der TSB-Reserve bei der zweiten Mannschaft des HV Vallendar geht als eines des kuriosesten Derbys der letzten Jahre in die Annalen ein. Denn nicht nur, dass selten ein Derby dermaßen langsam und langweilig vom Stapel lief, vielmehr offenbarte sich sehr deutlich, dass die Ressource „Schiedsrichter“ im HVR nur dünn gesät wurde. Über 60 Minuten Spielzeit wurden die Regeln des Handballsports völlig neu interpretiert und ausgelegt. Klare Fouls wurden auf beiden Seiten nicht geahndet, Siebenmeter nach Lust und Laune entweder gegeben oder eben nicht, Zeitspiel wurde nach Belieben eingesetzt - und das sind nur die wesentlichsten Mankos, über sich beide Teams einig waren.

Dennoch wusste die Turnerschaft die exklusiven Sichtweisen des Schiedsrichters in der Anfangsphase geschickt für sich einzusetzen. Mit 0:4 lag Bendorf II bereits in Front, bevor die Gastgeber zum ersten Mal in der Begegnung einnetzten. Die Vallerer kamen so allmählich ins Spiel, doch die TSB hielt sie weiterhin auf Abstand. Auf beiden Seiten konnten ruhige, langsame Angriffe gefahren werden, da keinerlei Zeitdruck bestand. So lässt es sich erklären, dass nach 20 Spielminuten ein wahnsinnig torreiches Ergebnis von 6:8 auf der Anzeigetafel aufleuchtete. Auch wenn die Bendorfer Defensive sehr gut stand, speziell der Mittelblock, so scheiterte die Offensivabteilung immer wieder am starken HVV-Keeper. Die Gastgeber unterdessen zeugten zwar nicht von sonderlicher Torlaune, aber aufgrund der vielen Bendorfer Fehlwürfe glich Valler II wenig später aus (8:8).

Zur Halbzeit rettete sich die TS Bendorf mit einer schmeichelhaften 9:10-Führung in die Pause. Bis hierhin hatten beiden Mannschaften noch viel Steigerungspotenzial- oder anders gesagt: Bisher sahen die Zuschauer Not gegen Elend. Aber auch in Spielhälfte zwei wurde die Partie nicht wesentlich ansehnlicher. Natürlich ging keine Mannschaft hundertprozentig in die Zweikämpfe, hatte man doch im ersten Durchgang die Erfahrung gemacht, dass der Unparteiische seine Pfiffe sehr kläglich verteilte. So schleppte sich die Partie dahin von 10:10 über 10:12 bis zum 15:15 nach über 50 Minuten. Das Juniorteam der Turnerschaft hatte spielerisch ein leichtes Übergewicht, verpasste es aber immer wieder, sich abzusetzen.

Bis zwei Minuten vor Ende des Aufeinandertreffens gelang es der Truppe um Interimscoach Lucas Litzmann dann doch, sich einen 15:17-Vorsprung zu erspielen. Bendorf vertändelte in Unterzahl dann einen Ball und bekam den Anschlusstreffer. Noch zirka eine Minute auf der Uhr, wollte man den Stiefel runterspielen. Aber nicht mit dem Referee. Zunächst signalisierte er die Warnung zum Zeitspiel; noch 35 Sekunden zu spielen und er verwies dann einen Vallendarer und einen Bendorf mit Zwei-Minuten-Zeitstrafe vom Platz - fragwürdig, da angeblich gemeckert wurde.

Noch knapp 30 Sekunden zu spielen, Bendorf in Ballbesitz, das Zeitspiel muss ja aufgehoben sein, wegen der Hinunterstellung. Der Schiedsrichter sah die Situation wieder einmal völlig anders und pfiff sofort nach Ausführung des Freiwurfs Zeitspiel ab - ein Novum im Handballsport. Und so kam es, wie es kommen musste: Der HVV kam noch zu einem Angriff und glich aus, 17:17 – Ende.

Fazit: Unverständnis herrschte in allen Gesichtern - es war ein Abend, den man lieber schnell vergisst. Aber immerhin holt die TS Bendorf II zumindest einen Punkt aus dem Spiel „ohne Regeln“ mit.

Herausragender Akteur auf Bendorfer Seite war vor allem Moritz Gutfrucht, der sich in der zweiten Halbzeit leider am Fuß verletzte.

Es spielten: Pascal Brink (1), Benedikt Brügel (1), Moritz Gutfrucht (4), Niklas Peltner (2), Dominik Pretz (1/1), Florian Schmitt (1), Philipp Hopfner (1), Felix Gutfrucht, Christian Kühn (3/2), Fabian Schmitt (3); im Tor: Niko Jansen, Nico Hemmerle.

Vorschau

Am Sonntag, 24. Januar empfängt die TSB II die HSG Bad Ems/Bannerbscheid II um 17 Uhr in der WRG-Arena.

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