Turbulente Vorweihnachtszeit im Haus des Sayner Hüttendirektors
Romantisches Weihnachtstheater, das schöner nicht sein kann
Bendorf-Sayn. Im Haus des Hüttendirektor geht es vor den Festtagen turbulent zu. Die Aktentasche mit wichtigen Papieren ist weg, der Oberpförtner hält sich für den wichtigsten Menschen, zumindest von ganz Sayn, Mariechen hat eine spannende Verabredung, das Telefon hält alle auf Trab, ein Geheimnis der gnädigen Frau kommt ans Licht und zu allem Überfluss steht der Weihnachtsbaum noch schief.
In der siebten Folge von Plätzchen, Punsch und Pulverschnee haben Stephanie Geifes und Heike Kamp ein wirklich wunderbares vorweihnachtliches Theaterstück mit dem Titel „Mariechen, der Baum steht schief“ erdacht und auf die Bühne gebracht. Stephanie Geifes spielt die Frau des Sayner Hüttendirektors, Heike Kamp das Dienstmädchen. Im Bühnengeschehen unterstützt werden sie dabei von Alois Müller – übrigens ein musikalisches Multitalent. Er spielt die Rolle des Oberpförtners der Sayner Hütte. Das Stück hat all´das, was der Theaterbesucher wünscht: Tempo und Humor, Spannung und Wissenswertes, eine wohltuende Portion Romantik, dazu echt gute Schauspielleistung und ein Bühnenbild, das besser nicht zu machen ist – sozusagen alles perfekt. „Mariechen, der Baum ist schief“ wird im ersten Stock des Sayner Eisengussmuseums aufgeführt. Da gibt es ein Original Wohnzimmer und eine Küche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts mit all dem Detailreichtum, wie man sich nur vorstellen kann und in diesen beiden Zimmern bewegen sich die drei Schauspieler, als seien sie in ihrer eigenen Wohnung. Textsicher sind sie allemal und wenn, dann stellenweise Sayner Platt gesprochen wird, ist die Theaterillussion perfekt. Der Besucher fühlt in etwa so, als schaue er direkt ins Fenster des tatsächlichen Hüttendirektors seinerzeit. Doch damit nicht genug – er wird am Spiel sogar beteiligt. Mal singt man zusammen ein Weihnachtslied und der Oberpförtner hat, soviel sei an dieser Stelle verraten, noch eine Überraschung im Holzköfferchen. Die Theatermacherinnen legen wert darauf, dass die Zuschauer nicht nur bestens unterhalten werden, sondern auch etwas Wissenswertes aus der alten Zeit mit nach Hause nehmen. Und somit entsteht an mehreren Stellen des Stückes ein Aha-Effekt – prima gemacht.
Der Erfolg der Weihnachtstheaterreihe in siebter Folge gibt den Theatermacherinnen und den Schauspielern recht – in diesem Jahr dreißig Vorstellungen, die restlos ausverkauft sind.
Der Oberpförtner (Alois Müller) beteiligt auch das Publikum am Geschehen – zu deren ganz besondere Freude.