Allgemeine Berichte | 05.08.2014

Kein Regen beim gleichnamigen Theaterstück der „Findlinge“ zur Eröffnung der Festspiele am Rheinblick

„Schwein gehabt“ galt auch für die Veranstalter

„Schwein gehabt“ galt auch für die Veranstalter

Bendorf. „Schwein gehabt“ heißt das Stück, mit dem die Bendorfer Theatergruppe „Die Findlinge“ die Festspiele am Rheinblick eröffneten. Und auch der Veranstalter, das Kulturforum der GGH Bendorf, hatte „Schwein gehabt“, denn bei der Premiere im Open-Air-Theaterraum in den historischen Eisenerz-Röstöfen und auch bei der zweiten Aufführung - beide waren ausverkauft - blieb es trocken.

Das Stück von Autorin Silke Dutz handelt von Marktgeschehen in den 50er Jahren in Bendorf und einer komplizierten Beziehungskiste drum herum. Die sieben Schauspieler auf der Bühne stellen das Durcheinander brillant dar.

Durch Aussehen und Sprachjargon lassen sie das Gefühl jener Zeit lebendig werden, was vom Kulturforumsvorsitzenden Peter Lindemann und seinen Mitstreitern durchaus gewollt ist.  

Umgeben von den alten Mauern der Röstöfen, dem imposanten Bühnenbild und den beeindruckenden Darstellungen der Schauspieler, kann man sich wie in den 50er Jahren fühlen, wobei die eigentliche Handlung ab und zu etwas zur Nebensache gerät.

Dennoch wird der Zuschauer oft wachgerüttelt von markigen Sprüchen und Worten des Bauers Konrad Schwerdtfeger (Thomas Krämer), der, wie kann es in einem solchen Theaterstück anders sein, Zoff mit seiner Ehefrau Luise (Christiane Brühl) hat, weil er der hübschen Magd Angelika Vetter (Daniela Goeth) nachstellt. Die hat aber ein Verhältnis mit dem Knecht „Herm“ Schmitz (Stefan Bau). Auf den hat es schließlich die Bäuerin abgesehen, um ihren Ehemann eifersüchtig zu machen. Dann ist da noch der Wirt Pitter Rengsdorf  (Michael Antrack), bei dem Bauer Konrad es sich oft zu gut gehen lässt.

Und die Nachbarin Marianne Poetschke (Elisabeth Büttner) versucht alles, was männlich ist, anzumachen. Schließlich gehen die Bäuerin mit ihrem Knecht und der Bauer mit seiner attraktiven Magd zum Tanzabend. Und am nächsten Morgen kommt heraus, dass bis auf die Bäuerin niemand im eigenen Bett geschlafen hat. Dazu weiß dann Marianne angeblich noch viel mehr und schürt so den Krach.

Natürlich malen die Zuschauer sich aus, wer mit wem in der Nacht zusammen war. Aber es kommt völlig anders als erwartet. Und damit man nicht ganz den Durchblick verliert, klärt zwischendurch Erzählerin Auguste Vogt (Renate Steinkamp) das Durcheinander ein bisschen auf und gibt weise Ratschläge. Übrigens: Wer die ersten beiden Aufführungen nicht gesehen hat, hat dennoch „Schwein gehabt“, denn das Stück, bei dem Stefan Bau und Daniela Goeth mit Assistentin Christiane Brühl Regie führten, wird jeweils um 19.30 Uhr am 8., 9. und 10. sowie am 29. und 30. August erneut aufgeführt.

Kartenverkauf:

Karten im Vorverkauf gibt es im Bendorfer Buchladen am Kaufland; Berghotel „Rheinblick“, Remystraße 79, Tel. (0 26 22) 1 45 64; E-Mail: kulturforum-bendorf@t-online.de; www.kulturforum-bendorf.de

Der Stil der 50er Jahre wurde lebendig: im Petticoat ging es zum Tanzabend.

Der Stil der 50er Jahre wurde lebendig: im Petticoat ging es zum Tanzabend.

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