Kulturverein Bendorf läutete spanisch-südamerikanischen Sommer ein
So mancher Gast fühlte sich in eine andere Welt versetzt
Bendorf. Die Atmosphäre im Restaurant „Villa Sayn“ passte genau, dem Anlass entsprechend. Der Raum der Veranstaltung prall gefüllt, die Sonne brachte heiße Temperaturen, und so läutete der Bendorfer Kulturverein mit dem Gitarristen Gernot Gingele den spanisch-südamerikanischen Sommer ein. Das Restaurant war mit erlesenen Weinen und auch einer separaten Speisenkarte, unter anderem mit Piementos de Patron oder auch Spießchen von Manchegokäse, allerbestens auf das Thema „Flamenco - das große Spiel zwischen Liebe und Tod“ eingestellt.
Auch Karin Patt Wüst, Vorsitzende des Kulturvereins, zeigte sich sehr begeistert von der großartigen Resonanz der Veranstaltung. Und pünktlich ging es mit zunächst etwas leisen Klängen auch schon los. Der äußerst sympathische Westerwälder Gitarrist Gernot Gingele eröffnete den Abend bereits mit tiefen Einblicken in die Welt des Flamenco. Seit 35 Jahren widmet er sich musikalisch ganz dem Flamenco. Vertraut mit den Spieltechniken der spanischen Meister, hat er schon früh seinen eigenen, unverwechselbaren Weg der Interpretation gefunden. Er begann seinen musikalischen Weg im Rock- und Jazzbereich, hatte bereits im Jahr 1979 seine erste LP herausgebracht. Es folgte im Jahr 2004 die erste CD „Flamenco&Latin“.
Der 59-Jährige tritt als Solo-Interpret, aber auch in verschiedenen Gruppen als Jazz- und Flamenco-Gitarrist auf. Jedes Musikstück wurde von ihm selbst an diesem Abend vorgestellt. Hintergründe zur Entstehung beziehungsweise der Herkunft der Lieder wurden den Gästen erklärt. In einem kurzen Gespräch mit Gingele vor dem Konzert spürte man seine Liebe zum Flamenco sehr deutlich. Schnell kamen Begriffe wie „Buleria“, „Alegria“, „Solea“ - Flamenco-Tänze - zur Sprache.
Außerhalb Spaniens bringt man Flamenco vor allem mit Tanz in Verbindung, und auch an diesem Abend standen die Füße der Zuschauer nicht still. Schnell ging man im Rhythmus mit, wobei Gingele dies ausschließlich mit seinen Gitarrenklängen produzierte und auf den Gesang verzichtete. So ausdrucksstark also sein Gitarrenspiel. In seinem Repertoire fanden sich Stücke bekannter Meister, aber auch eigene Stücke - ein Querschnitt durch den Kanon des Flamenco.
So mancher Gast fühlte sich an diesem Abend in eine andere Welt versetzt. Plötzliche rückte irgendwie ein spanisches Gefühl näher, Hitze, Sonne, Kultur - alles war greifbar nahe. Vielleicht wird jetzt noch schnell ein Urlaub in den südlichen Teil gebucht.
Auf jeden Fall war das eindrucksvolle, virtuose Gitarrenspiel von Gernot Gingele eine Aufmunterung dazu. Ein unterhaltsamer Auftritt des Künstlers, der mit einer nahezu unerschöpflichen Vielfalt Töne seiner Gitarre entlockte und damit eindrucksvoll kommentierte, dass Flamenco keinesfalls nur Spanier zu interpretieren wissen.
Der sympathische Westerwälder Gernot Gingele verzauberte sein Publikum mit Flamenco-Klängen seiner Gitarre.