Kreisjugendamt schulte Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit
Soziale Kompetenz durch Facebook & Co?
Umgang mit sozialen Netzwerken
Kreis Mayen-Koblenz. Über das Internet kann man heute mit einem Klick mit unzähligen Menschen kommunizieren. Weltweit und 24 Stunden täglich. Mit dem Smartphone oder Tablet ist mittlerweile nahezu jeder Jugendliche immer und überall online. Leidet darunter die direkte Kommunikationsfähigkeit von Mensch zu Mensch oder erlernt man in virtuellen Netzwerken sogar wichtige soziale Kompetenzen für das „echte“ Leben?
Das große Feld sozialer Kompetenzen
Bei einer Veranstaltung des Kreisjugendamtes und der Fachstelle Plus für Kinder- und Jugendpastoral Koblenz im Vallendarer Haus Wasserburg gingen Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Schulen dieser Frage nach. Soziale Kompetenzen von Jugendlichen beziehen sich auf ein großes Feld von verschiedenen Fertigkeiten. Dazu gehören Freundschaften zu Gleichaltrigen, Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Selbstvertrauen sowie das Erkennen, dass man mit seinem eigenen Handeln etwas bewirken kann. Neu ist, dass vieles davon im Internetzeitalter medial und virtuell kommuniziert und erprobt wird. Relativ anonym und unpersönlich kann man sich unter einem frei gewählten Benutzernamen in Foren, Blogs oder sozialen Netzwerken mit anderen austauschen. „Jeder Mensch geht unterschiedlich mit den neuen Medien um“, sagt Meike-Mirjam Drey von der Evangelischen Landjugendakademie in Altenkirchen. Als Referentin der Veranstaltung vermittelte sie den Teilnehmern anhand von Beispielen aus der Praxis die unterschiedlichen Rollenbilder von Jugendlichen. „Manche sind experimentierfreudig, andere eher zurückhaltend. Manche Jugendliche gehen unbedarft mit dem Thema um, andere sind bereits sehr medienerfahren“, so Drey. Die Profile der meisten „Facebook“- Nutzer suggerieren dem Betrachter ein permanent glückliches und zufriedenes Leben. Unzählige Urlaubsbilder, Party-Schnappschüsse oder Fotos von leckerem Essen werden täglich beim Marktführer des Social-Webs gepostet.
Wenn Netzwerke zur Sucht werden
Kritisch muss betrachtet werden, wenn die Nutzung der Netzwerke zur Sucht wird. Gerade bei jungen Menschen kann dies passieren. Die Folge ist, dass die vermeintlich starke virtuelle Persönlichkeit ihre tatsächliche im echten Leben ersetzt. Die verschobene Realitätswahrnehmung bringt dann mit sich, dass man im Internet tausend Freunde hat und in Wirklichkeit alleine dasteht. Die Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig, dass man stets aufmerksam beobachten müsse, wann die kritische Schwelle überschritten wird. Auch sei es unverzichtbar, die Jugendlichen immer wieder zu motivieren, sich in der realen Welt in Gruppen einzubringen. Wer beispielsweise einmal die gelebte Kameradschaft in der Jugendfeuerwehr oder in einer Mannschaft im Sportverein erlebt habe, der würde so schnell nicht darauf verzichten wollen.
Pressemitteilung der
Kreisveraltung Mayen-Koblenz
