Bendorfer Gymnasium erhält Zertifikat vom Kultusministerium
Stolz auf den Namen Europaschule
Bendorf. Was ist denn eine Europaschule? „So werden in Deutschland in mehreren Bundesländern Schulen bezeichnet, die gewisse Standards der interkulturellen Zusammenarbeit und der methodischen Innovation erfüllen“ heißt es in der bekannten Internetplattform Wikipedia. Aber was das genau bedeutet, wussten die Schulleiterin des Bendorfer Wilhelm-Remy-Gymnasiums (WRG) Lisa Schneider und Oberstudienrat Michael Lazarou vor einem Jahr auch nicht. Und jetzt ist das WRG eine Europaschule, was die rheinland-pfälzische Kultusministerin Vera Reiß dem WRG kurz nach den Weihnachtsferien mitteilte. Die offizielle Übergabe des Zertifikats erfolgt jedoch bei der Europawoche im Mai. Natürlich ist man im WRG stolz auf diese Auszeichnung, die insgesamt 7 rheinland-pfälzischen Gymnasien bekamen, und erläuterten in einer Pressekonferenz, wie es dazu kam. Die etwa 80 Lehrer des WRG bieten schon seit Jahren den rund 1100 Schülern in 30 Klassen neben und im Rahmen des Lehrplans vieles an. „Als das Ministerium die Schulen aufforderte sich zu bewerben, haben wir Bilanz gemacht, was wir alles machen“, sagte Schulleiterin Lisa Schneider. So wurde eine Steuerungsgruppe mit Initiator Michael Lazarou eingesetzt und mitgeteilt, was es im Bendorfer Gymnasium alles gibt. 4 Prozent der Schüler sind körper- und sinnesbeeinträchtigt und in normalen Klassen, also Inklusion. Als Medienschule gibt es I-Pad- und Laptop-Wagen, Whiteboards (Computer-Beamer-Sensor-Einheit) und überall WLAN (Wireless Local Area Network: drahtloses lokales Netzwerk). Aber auch bei MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) punktet das WRG. Ferner sind auch Leistungskurse in Sport und darstellendem Spiel in WRG-Programm. Das Fremdsprachenangebot reicht von englisch, französisch, latein, herkunftssprachlichem Türkischunterricht (in Deutschland geborene Türken lernen hier ihre Muttersprache) und Arbeitsgemeinschaften in italienisch, portugiesisch und altgriechisch. Hinzu kommen internationale Begegnungen und Schüleraustausch mit Polen, Frankreich und Ungarn. „Dadurch sind pro Jahr etwa 50 Schüler im Ausland und deren Familien nehmen auch ausländische Schüler auf. So lernen sie andere Kulturen kennen“, hob Lisa Schneider das Programm hervor und Michael Lazarou fügte hinzu: „Bei einer Fortbildung für Lehrkräfte im Ausland lernt man, wie ein solcher Austausch noch besser gemacht werden kann.“
Das WRG nimmt auch an internationalen und nationalen Wettbewerben, wie zum Beispiel „Jugend forscht“ teil und organisiert Diskussionen mit renommierten EU-Politikern sowie eine Spendenaktion für die Bildung von Kindern in Namibia. Aber auch internationale Kontakte in Form von Fahrten mit Projekten in Brüssel, Rom und Luxemburg werden gepflegt. „Freiwillig fahren hier die Schüler mit ihren Sozialkunde- und Geschichtslehrer mit“, unterstrich Lisa Schneider.
Haben denn die WRG-Schüler bei diesem Angebot überhaupt noch Zeit für den normalen Unterricht? „Viele Projekte sind Bestandteil des Unterrichts und dienen der Optimierung. Der Schüleraustausch ist ein zeitintensives Projekt, bei dem in einem bestimmten Zeitfenster in der MSS dann keine Arbeiten geschrieben werden dürfen“, erläuterte die Schulleiterin. Dass bei diesem Angebot die Jury im Kultusministerium das WRG als Europaschule zertifizierte, war nicht verwunderlich. Doch was bringt das außer dem Namen? „Es ist eine Wertschätzung für das Engagement der Kollegen und man überlegt in Mainz über finanzielle Ausstattungen und bessere Fortbildungsmöglichkeiten der Lehrer. Europaschulen werden vernetzt und bilden so ein Netzwerk aus von dem alle Schulen profitieren“, gibt sich Lisa Schneider zuversichtlich.