Allgemeine Berichte | 04.02.2016

Kommunen im Kreis Mayen-Koblenz sparen mit moderner Straßenbeleuchtung

Umrüstung und Sanierung lohnen sich

Gut für die Umwelt und den Gemeindehaushalt: Das Interesse am Workshop zur Modernisierung der Straßenbeleuchtung war groß.privat

Koblenz. Die Straßenbeleuchtung ist von hoher Aktualität und wirtschaftlicher Bedeutung für viele Gemeinden im Landkreis. Sie stand zum zweiten Mal im Mittelpunkt eines Workshops für das Integrierte Klimaschutzkonzept, das für den Landkreis Mayen-Koblenz und seine Kommunen erstellt wird.

Es gibt ein neues Förderprogramm für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik des Bundesumweltministeriums. Zahlreiche Kommunen des Landkreises Mayen-Koblenz planen konkret die Antragstellung. Dagmar Menges, Abteilungsleiterin Umwelt und Bauen der Kreisverwaltung, stellte heraus, dass das Thema „LED in der Straßenbeleuchtung“ aufgrund des besonderen Interesses der Kommunen am ersten Workshop und der neuen Fördermöglichkeiten konzipiert worden sei. „Viele Kommunen stehen in den Startlöchern. Wir wollen Praxisbeispiele zeigen, wie Kommunen die energetische Sanierung ihrer Straßenbeleuchtung angepackt haben, was bei Vergabe und Vertragsgestaltung im Zug der Erneuerung der Straßenbeleuchtung zu beachten ist.“ Sie freute sich besonders, dass über 25 Kommunen Vertreter zum Workshop geschickt hatten.

Unterschiedliche Situation

Michael Münch von der Transferstelle Bingen verdeutlichte den Handlungsbedarf zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung: „Von den rund 30.000 Straßenlaternen in den Dörfern und Städten des Landkreises sollten sukzessive 60 bis 70 Prozent ausgetauscht werden.“ Dabei ist die Situation durchaus unterschiedlich: Während sich manche Städte und Gemeinden des Themas bereits in den vergangenen Jahren angenommen haben, ist der Handlungsbedarf in anderen besonders hoch. Er informierte daher über die neuen Fördermöglichkeiten, die mindestens 20 Prozent Förderung erwarten lassen.

Simon Haas, Klimaschutzmanager des Landkreises Bad Kreuznach, stellte Modelle zur Beteiligung von Klimaschutzmanagern und Bürgergenossenschaften bei der Umrüstung der Straßenbeleuchtung vor. Seine Stelle wird drei Jahre lang vom Bund mit 85 Prozent gefördert. Seine Aufgabe als Klimaschutzmanager ist die Umsetzung der Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts, das vielfältige inhaltliche und strategische Maßnahmen enthält. Unter anderem hat er im Rahmen einer „LED-Initiative“ allen Kommunen des Landkreises seine Beratung und Unterstützung bei der Förderantragstellung angeboten und kann so zu einer zeitlichen Entlastung der Ämter, der Ratsmitglieder und der Ehrenamtler beitragen: „Die ersten Förderanträge sind schon auf dem Weg.“

Haas schilderte auch die Umsetzung und Finanzierung einer Umrüstung auf LED-Technik durch Genossenschaften am Beispiel der Bürgergenossenschaft Rheinhessen, die für die Gemeinden in Form eines Contracting-Modells in moderne Technik investiert und die Investitionen über einen Teil der Einsparungen refinanziert. Vorteil: Bürger und Gemeinden profitieren von der Rendite, die durch die massive Einsparung bei den Stromkosten resultiert.

Interessiert lauschten die knapp 40 Teilnehmer dann dem Praxisbericht von Volker Hannappel, Ortsbürgermeister aus Dreikirchen (Westerwaldkreis). Er hat die energetische Sanierung seiner Straßenbeleuchtung durch Contracting mit einem Energieversorger geplant und gestartet. Die Ortsgemeinde hat zunächst ihre 248 Leuchten im Alter von zehn bis 30 Jahren in einer Bestandsliste erfasst und so eine wichtige Grundlage für das Konzept geschaffen, das vom Energieversorger erstellt wurde.

Auch unter Berücksichtigung der Stromverbräuche der vergangenen Jahre wurde ein Konzept mit einer Laufzeit von acht Jahren entwickelt, dessen Umsetzung seit 2013 läuft. Er stellte neben den „grünen Effekten“ (CO2-Reduzierung) auch die positiven finanziellen Effekte heraus: „Während der Umsetzung spart die Gemeinde bereits 18,5 Prozent der Kosten ein - danach erwarten wir eine Reduzierung der jährlichen laufenden Kosten von 15.000 auf 6500 Euro.“

Wichtige Hinweise

Thorsten Ernst, Referent Contracting und Vergabe bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz, betrachtete rechtliche Aspekte der energieeffizienten Straßenbeleuchtung. Er gab wichtige Hinweise für Ausschreibung und Vergabe für die Modernisierung der Straßenbeleuchtung. Die Vorträge des Abends sind auf der Homepage der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz unter http://bit.ly/205yA7Y zu finden.Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Gut für die Umwelt und den Gemeindehaushalt: Das Interesse am Workshop zur Modernisierung der Straßenbeleuchtung war groß.Foto: privat

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