„Museum der Bimsindustrie“ in Kaltenengers öffnet am 16. April seine Pforten
„Vom Naturphänomen zum Wirtschaftswunder“
Verantwortliche stellten vorab ein Konzept der neuen Einrichtung vor
Kaltenengers/Mayen-Koblenz. Es ist das neuste Highlight im Vulkanpark: Das Museum der Bimsindustrie, welches in eine stillgelegte Fabrik integriert ist, in der bis vor wenigen Jahren noch Leichtbetonsteine hergestellt wurden. An diesem Originalschauplatz wird den Besuchern zwischen restaurierten Maschinen, Exponaten und bebilderten Infotafeln eindrucksvoll und verständlich die 150-jährige Geschichte der Bimsindustrie erklärt. Träger der Einrichtung ist der Verein „Kulturelles Erbe der Bimsindustrie“, der auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Areal am Ortseingang von Kaltenengers innerhalb kürzester Zeit Bemerkenswertes geschaffen hat - und das völlig ohne öffentliche Zuschüsse.
Landrat Dr. Alexander Saftig, Vorstandsvorsitzender des Aufsichtsrats der Vulkanpark GmbH und Mitglied im Vorstand des genannten Vereins, hatte gemeinsam mit Jörg Busch (Geschäftsführer Vulkanpark GmbH), Dieter Heller (Geschäftsführer des Vereins), Dr. Heinz Geenen (ehemaliger Geschäftsführer der Firma KANN GmbH) und Joachim Altenhofen (Präsident des Bundesverbandes Leichtbeton) vergangene Woche zu einem Pressegespräch eingeladen, in welchem das Konzept der neuen Einrichtung vorgestellt wurde.
Die Idee zur Realisierung des Museums ist rund fünf Jahre alt. Dass eine funktionsfähige Anlage (Firma Dott) noch vollständig erhalten war, erwies sich als glücklicher Zufall und führte dazu, dass der Standort des Museums in der Rübenacher Straße in Kaltenengers ist (obwohl so manche andere Kommune sich ebenfalls um das Museum bemühte).
Realisierung ganz ohne öffentliche Zuschüsse
Besonders stolz sind die Initiatoren des Museums darauf, dass dieses ohne jegliche öffentlichen Zuschüsse realisiert wurde. Bemerkenswert ist das Engagement der ehemaligen Mitarbeiter der Firma KANN GmbH. Über 4.000 Arbeitsstunden investierten sie seit November 2012, um ein ebenso attraktives wie modernes Museum zu realisieren. So wurden einige große Abbaugeräte, wie z.B. ein seltener Weserhütten-Bagger, aufwendig restauriert und bereichern so die Ausstellung.
Besucher gehen auf eine Zeitreise
Im Museum der Bimsindustrie geht der Besucher des Vulkanparks auf eine neue Zeitreise, die mit dem Ausbruch des Laacher See-Vulkans beginnt, also der Entstehung des vulkanischen Rohstoffs Bims. Weiter geht es zum Abbau und zur Produktion des Bimssteins. Das Museum beleuchtet insbesondere auch die herausragende Bedeutung des Bimssteins im Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Die funktionstüchtigen Maschinen, originale Produkte und eine funktionierende Bimssteinproduktion sollen die Besucher zum Mitmachen und Anfassen animieren. Die Zeitreise endet mit der Nutzung des Roh- und Baustoffs in unserer heutigen Zeit. Die Geschichte der Bimsindustrie ist schließlich auch eine Geschichte der Produkte, die uns auch heute noch im täglichen Leben auf Schritt und Tritt begleitet.
Museum wird am 16. April eröffnet
Die offizielle Eröffnung des Museums findet am Mittwoch, 16. April um 11 Uhr statt. Als Ehrengast wird unter anderem Wirtschaftsministerin Eveline Lemke erwartet. Das Museum wird freitags bis sonntags von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet sein. Selbstverständlich besteht für Gruppen auch die Möglichkeit, außerhalb dieser Zeiten einen Besuch zu vereinbaren. Für Familien, Gruppen und Schulklassen gibt es ermäßigte Eintrittspreise. Im Preis enthalten ist ein Audiogerät, mit welchem man an den verschiedenen Stationen Informationen abrufen kann. Zwischenzeitlich haben die Initiatoren des Museums auch ein Schulkonzept entwickelt, welches jedoch erst nach der Eröffnung der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. So sollen die Kinder im Museum selbst kleine Bimssteine herstellen können. Dies wurde bereits mit einer Kaltenengerser Grundschulklasse erfolgreich getestet.
Eine der Hauptattraktionen ist dieser funktionsfähige Weserhütten-Bagger. Im Fahrergehäuse wird auf einem Monitor zu sehen sein, wie mit dem Bagger einst Bims abgebaut wurde.
V.l.: Joachim Altenhofen (Präsident des Bundesverbandes Leichtbeton e.V.), Dieter Heller (Geschäftsführer des Vereins Kulturelles Erbe der Bimsindustrie e.V.), Dr. Alexander Saftig (Landrat Mayen-Koblenz) und Dr. Heinz Geenen (ehem. Geschäftsführer der Firma KANN GmbH Baustoffwerke, Vorstand des Vereins Kulturelles Erbe der Bimsindustrie e.V.).Fotos: GH
