Allgemeine Berichte | 30.01.2015

Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen

Winterpause am Arbeitsmarkt

Saisongeschäft und Jahreswechsel lassen Arbeitslosigkeit in Koblenz und Landkreis Mayen-Koblenz deutlich ansteigen

Kreis MYK. Nachdem der Winter sich auf dem Arbeitsmarkt bislang nur geringfügig bemerkbar machte, steigt die Zahl der Arbeitslosen in und um Koblenz im ersten Monat des neuen Jahres erwartungsgemäß stärker an. So zählen die Statistiker der Agentur für Arbeit Ende Januar im Landkreis Mayen-Koblenz 6.187 arbeitslose Menschen, das sind 1.217 mehr als vor vier Wochen. Die Arbeitslosenquote klettert um 1,0 auf 5,4 Prozent. Vor einem Jahr waren allerdings noch 69 Menschen mehr ohne Beschäftigung, die Quote lag bei 5,5 Prozent.

Anstieg auch in Koblenz

Auch in der Stadt Koblenz stiegen die Arbeitslosenzahlen im Januar an: um 560 auf 4.284. Wie im Landkreis ist das eine Steigerung der Arbeitslosenquote um 1,0 Prozent. Sie liegt damit nun bei 7,4 Prozent. Allerdings fällt der Vergleich mit dem Vorjahr deutlich ungünstiger aus als im Landkreis. Denn in Koblenz waren im Januar 2014 noch 223 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet als jetzt. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,1 Prozent.

Grundsätzlich sei der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar nichts Ungewöhnliches, erklärt Frank Schmidt, der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „Zum Jahresende laufen traditionell besonders viele Arbeitsverhältnisse aus, deshalb steigen die Arbeitslosenzahlen nach dem Jahreswechsel meist deutlich an. Hinzu kommt der winterbedingte Anstieg zum Beispiel in der Gastronomie oder im Straßenbau. Da die meisten Leute, die nun aufgrund der Witterung entlassen werden, im Frühjahr wieder in ihre Jobs zurückkehren können, muss uns das keine Sorgen bereiten.“ Anders sehe es mit dem langfristigen Anstieg der Arbeitslosigkeit aus.

Um dies zu erklären, wirft Schmidt einen Blick auf die beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), die sich mit Arbeitslosigkeit befassen: Während im SGB III die Regeln der Arbeitslosenversicherung festgehalten sind, auf deren Grundlage vor allem jene Menschen versorgt werden, die noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind und Arbeitslosengeld I beziehen, regelt das SGB II die Grundsicherung der sogenannten Hartz IV-Empfänger, die meist schon länger arbeitslos sind und von den Jobcentern betreut werden.

Da saisonbedingte Arbeitslosigkeit ihrem Wesen nach kurzfristiger Natur ist, lasse sie vor allem die Zahlen im Rechtskreis SGB III ansteigen. Das ist im Januar auch geschehen: In der Stadt kletterte der Wert im SGB III um 325 auf nun 1.329, im Landkreis um 815 auf 2.886 Arbeitslose. Im SGB II lag der kurzfristige Anstieg dagegen deutlich niedriger. In der Stadt stieg diese Zahl um 235 auf 2.955, im Landkreis um 402 auf 3.301.

Vergleich zum Vorjahr

Genau umgekehrt stellt sich die Situation dar, wenn man den Vergleich zum Vorjahr zieht. Damals gab es im Rechtskreis SGB III in der Stadt noch 63 und im Landkreis 187 Arbeitslose mehr. „Das würde für einen langfristigen Rückgang der Arbeitslosigkeit sprechen, wenn die Arbeitslosenzahlen im SGB II nicht gleichzeitig angestiegen wären“, erklärt Schmidt. Und zwar um 286 in der Stadt Koblenz und um 118 im Landkreis. Eine Entwicklung, von der die ebenfalls durch die Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen betreuten Landkreise Ahrweiler und Cochem-Zell nicht betroffen sind.

Kein gleichförmiger Prozess

Das bestätige einmal mehr den Eindruck, dass Arbeitslosigkeit kein gleichförmiger Prozess sei. „Sie verläuft in den Regionen, aber auch bei den verschiedenen Personengruppen durchaus unterschiedlich“, erläutert Frank Schmidt. „Nach unserer Beobachtung sind die Chancen, wieder einen Job zu finden, für gut ausgebildete Arbeitskräfte deutlich besser geworden. Für schlecht qualifizierte Kräfte wird es hingegen immer schwieriger, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen - selbst wenn die Stellensituation eigentlich gut ist. Außerdem scheint diese Aufspaltung vor allem ein Problem des städtischen Umfeldes zu sein. Ein wichtiger Aspekt bei der Integration langzeitarbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt ist deshalb deren fachliche Qualifizierung, denn die meisten Arbeitgeber wollen und brauchen gut ausgebildete Arbeitskräfte. Dabei liegt es allerdings auf der Hand, dass kaum schnelle Erfolge zu erwarten sind.“

Im Winter halten sich aber ohnehin viele Arbeitgeber mit der Meldung offener Stellen zurück. 242 Angebote aus der Stadt und 287 aus dem Landkreis registrierte der Arbeitgeberservice der Agentur im Januar - rund 450 weniger als im Monat zuvor. Trotzdem gibt es in und um Koblenz derzeit 2.300 unbesetzte Arbeitsstellen.

Pressemitteilung

Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen

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